Darstellung (Pin) einer Demofläche in der Karte

Darstellung (Pin) von Wanderwegen in der Karte

Suche

Info:

Achtung, die "Baumart" kann sowohl via freier Texteingabe als auch per Klick auf eine oder mehrere Baumarten im Dropdown-Menü gewählt werden.

Sobald Sie die "Suche starten" wird ihr Ergebnisliste angezeigt. Sie können aber auch direkt Pins in der Karte auswählen und dort Detailinformationen abrufen.

Darstellung (Pin) einer Walddemoflächen in der Karte

Darstellung (Pin) von Wanderwegen in der Karte

Tannen-Herkunftsversuch Fronsburg

Gibt es Tannen, womöglich auch aus anderen Ländern, die besser mit der zu erwartenden Trockenheit umgehen können? Liegt vielleicht der Schlüssel in ihren Genen? Die Antwort auf diese Frage

Angefangen hat dieser Versuch in Tulln. Tannensaatgut aus fünf Ländern (Kroatien, Österreich, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Frankreich und Italien) wurde im BFW-Versuchsgarten für die Auspflanzung vorbereitet. Letztendlich wurden knapp 4.000 Jungtannen von 15 verschiedenen Herkünften in Fronsburg ausgepflanzt.

Wie werden sich die Pflanzen auf diesem kargen, von wenig Niederschlag und teils extremen Temperaturen während der Vegetationsperiode geprägtem Standort entwickeln? Die hier gewonnenen Erkenntnisse sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit das untersuchte Pflanzmaterial an den Standort angepasst ist. Daraus werden Herkunftsempfehlungen der Weißtanne in Österreich abgeleitet.

Die Gene machen den Unterschied
Die Weißtanne (Abies alba) gibt es in ganz Europa. Doch innerhalb dieser Baumart gibt es genetische Unterschiede, die entscheidend für ein vitales Wachstum in trockeneren Zeiten sein können. So wurden zum Beispiel für mehrere Merkmale wie Stresstoleranz, Krankheitsanfälligkeit oder Wüchsigkeit deutliche Unterschiede zwischen den südosteuropäischen und den süditalienischen Herkünften festgestellt.

In Gebieten, die zur Trockenheit neigen, wäre es daher sinnvoll, jene Herkünfte zu verwenden, die am besten an diese Bedingungen angepasst sind. Das ist wichtig für die Stabilität eines Waldbestandes, denn ein Baum, der nicht optimal an den Standort passt, wächst schlechter und ist anfälliger für Krankheiten. In weiterer Folge haben kranke Bäume negative Auswirkungen auf die Klimafitness des gesamten Waldes.

Thema: Herkunftswahl
Anlagejahr: 2018
Größe: 1.5 ha
Baumarten: Tanne (Abies alba)
Baumzahl: 2 880 (Exaktversuch) , 3 719 inkl. Rand- und Füllmaterial
Größenaufteilung: 45 Parzellen
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 517 m
Geländeform: Ebene
Höhenstufe: Tiefmontan
Wuchsgebiet: 9.2 Waldviertel
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
9.2
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
435

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Die Tanne als heimische Hoffnungsträgerin

Wuchsleistung Schwarzkiefer Anninger

Die Schwarzkiefer, bzw. Schwarzföhre, gilt als besonders trocken- und dürreresistent. Um das Wissen zu ihrem Wuchsverhalten zu erweitern, wurde diese Versuchsfläche angelegt.

Die Klimaerwärmung stellt die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, müssen Wälder nachhaltig genutzt und klimafit bewirtschaftet werden. Das bedeutet auch, Baumarten zu setzen, die mit den zukünftigen Klimabedingungen gut zurecht kommen. Die Schwarzkiefer gilt als besonders trocken- und dürreresistent. Um das Wissen zu ihrem Wuchsverhalten zu erweitern, wurde 2014 diese Versuchsfläche vom Institut für Waldwachstum und Waldbau des BFW in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bundesforste AG angelegt. Hier wird auf sechs Parzellen, in vier verschiedenen Varianten, untersucht, wie dicht die Bäume stehen müssen, um einerseits gesund und stabil zu wachsen und andererseits auch dem wirtschaftlichen Interesse Genüge zu tun.

Bäume brauchen Platz
Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Stehen zu viele Bäume zu dicht gedrängt auf der für sie vorhandenen Fläche, so können sie nicht gesund und stabil wachsen. Der Konkurrenzkampf um Wasser, Nährstoffe und Licht ist groß. Während sie den Wurzelraum mit den Konkurrenten teilen müssen, liefern sie sich im Höhenwachstum einen Wettlauf zum Licht. Das führt dazu, dass die Stämme lang und dünn werden und die Kronen erst weit oben ansetzen. Die Bäume werden somit anfällig für Sturmschäden und Schneebruch.

Wachsen hingegen nur wenige Bäume auf der vorhandenen Fläche, können sie sich gut entwickeln. Sie bilden starke Stämme und breite Kronen aus. Wenn aber zu viel Platz da ist, neigen die meisten Baumarten dazu, auch schon weiter unten am Stamm Äste zu bilden, was sie für die Verarbeitung zu Holzprodukten weniger attraktiv macht.

In der klimafitten Waldbewirtschaftung versucht man, das richtige Mittelmaß bei der Bestandesdichte zu finden, um die Erziehung von stabilen Bäumen mit entsprechender Holzqualität zu gewährleisten.

H/D-Wert als Indikator für die Standfestigkeit
Hohe Bäume mit einem dünnen Stamm sind weniger stabil als hohe Bäume mit einem dicken Stamm. Der H/D-Wert bzw. Schlankheitsgrad gibt dieser Tatsache in Form des Verhältnisses zwischen Höhe und Durchmesser eine quantitative Größe. So hat beispielsweise ein Nadelbaum mit einer Höhe von 15 m und einem BHD (= Brusthöhendurchmesser = Dicke in 1,3 Metern Höhe) von 20 cm einen H/D-Wert von 75 (1500 cm / 20 cm).

Stabile Bäume haben einen Wert von 80 und darunter, höhere Werte gelten als bruchgefährdet durch Sturm und Schnee. Außerdem haben Bäume mit niedrigen H/D-Werten längere Kronen, sodass im Falle eines Kronenbruchs eine ausreichende Restkrone verbleibt.

Ein Z-Baum für die Zukunft
Z-Baum ist die Abkürzung für Zukunftsbaum. Hinter diesem Konzept steht die Erziehung ausgewählter Bäume zu starkem Wertholz. Die Auswahl der Z-Bäume erfolgt nach den Kriterien Vitalität, Stabilität, Qualität und räumliche Verteilung.

Regelmäßige Pflegeeingriffe unterstützen die ausgewählten Bäume bei ihrem Wachstum. Dabei ist es wichtig, das richtige Maß zu finden. Schneidet man zu viele umgebende Bäume weg, bilden die Z-Bäume zu viele Seitenäste aus. Schneidet man zu wenig weg, steigt die Gefahr, dass der Baum nicht optimal wächst oder etwa durch den Ast eines Nachbarbaumes, der sich an ihm reibt, verwundet wird. Dies schafft wiederum eine Eintrittspforte für Krankheitserreger. Grob kann man sagen, dass eine Durchforstung dann notwendig ist, sobald sich die Kronen von Z-Baum und den Nachbarbäumen berühren.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 2012
Größe: 0.68 ha
Baumarten: Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Baumzahl: 1.012
Grundgestein: Karbonat
Seehöhe: 470m
Exposition: NW
Geländeform: Oberhang
Neigung: 10%
Höhenstufe: submontan
Wuchsgebiet: 5.1 Niederösterreichischer Alpenostrand (Thermenalpen)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Bäume brauchen Platz

Klimafitness im Wienerwald

Der Wienerwald dient als Naherholungsgebiet für viele Menschen, gleichzeitig ist er auch Wirtschaftsraum und Arbeitsplatz.

Die linke Wöglerin gehört zum Forstrevier Hinterbrühl der Österreichischen Bundesforste. Wie vielen Waldbesitzer*innen ist es auch dem Forstbetrieb der Republik ein Anliegen, stabile und gesunde Wälder zu erhalten. Daher wurde vor ca. 20 Jahren damit begonnen, einen klimafitten Mischwald mit standortangepassten Baumarten aufzubauen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Eiche und Tanne, die hier überwiegend durch natürliche Ansamung entstanden sind und jetzt im Zuge der Waldpflege konsequent gefördert werden.

Mischwälder bestehen aus mindestens zwei Baumarten, die im Idealfall standortstauglich sind und einander positiv ergänzen. Es kommen auch in unbewirtschafteten Wäldern Bestände vor, an deren Aufbau nur wenige oder gar nur eine Baumart beteiligt ist, wie das etwa bei Fichtenwäldern in Hochlagen, Kiefernwäldern auf sehr trockenen Standorten oder Schwarzerlenbruchwäldern auf sehr feuchten Böden der Fall ist. Daher lässt sich nicht dogmatisch sagen „Mischwälder sind gut, Reinbestände schlecht“, sondern der Bewuchs muss sich immer am Standort orientieren.

Der Standort gibt den Ton an
Große Teile des Standortes Wöglerin sind von dem Bodentyp Pseudogley geprägt, den nicht alle Baumarten gut durchwurzeln können. Eichen und Tannen schaffen es hingegen, diese schweren Böden zu erschließen. Zudem besitzen sie auch wirtschaftliche Bedeutung. Daher wird diesen beiden hier eine besondere Rolle zuerkannt. Da bereits Eichen und Weißtannen in der Umgebung wuchsen, förderte der Förster die in der Naturverjüngung aufkommenden Jungbäume.

Klimafitness im Wienerwald
Bis zur Jahrtausendwende wurde die Fichte als ertragsreichste Baumart Österreichs weit über ihr zentrales Verbreitungsgebiet im Alpenraum hinaus angepflanzt. Die damals für sie günstigen Wetterverläufe brachten auch auf typischen Laubholzstandorten wie hier im Wienerwald lukrative Einnahmen. Seit der stärker einsetzenden Klimaerwärmung ab Mitte der 1990er Jahre, kam die Fichte durch steigende Temperaturen und für sie ungünstige Trockenperioden zunehmend unter Druck. Das macht sie anfällig für viele Schädlinge, deren gefährlichster der Borkenkäfer ist. Viele kränkelnde Bäume würden dazu führen, dass der Wald nicht mehr in der Lage ist, seine auch für die Menschheit lebenswichtigen Ökosystemleistungen zu erfüllen.

Um das zu vermeiden, begannen die Bundesforste schon relativ früh damit, bei der Wiederbegründung von Wäldern standortsgerechte Baumarten zu wählen und in älteren Beständen die klimafitten Baumarten im Zuge der Durchforstungen zu fördern. Hier sind das die Eichen, die Weißtanne sowie Buchen, die den aktuellen Wetterextremen wesentlich besser trotzen können als Fichten. Wertholzfähige Laubbäume werden so behandelt, dass später bei der Ernte ein hoher Anteil von Furnier- und Sägerundholz zu erwarten ist. Um diese wirtschaftlichen Ziele mit dem dringenden Wunsch nach einem stabilen Waldökosystem zu vereinen, werden sie Großteils mit dem sogenannten Q/D-Verfahren erzogen.

Wertholz aus dem klimafitten Mischwald
In Zeiten der Klimaerwärmung ist die Forstwirtschaft gefordert, die Wälder an die Veränderungen anzupassen und die Wälder klimafit zu machen. Mischbestände aus verschiedenen Baumarten werden immer mehr an Bedeutung gewinnen. Sie sind stabiler gegenüber Schäden als Reinkulturen und bieten durch ihre Vielfalt auch eine Streuung des waldbaulichen Risikos. Falls eine Baumart in Schwierigkeiten ist – etwa durch einen spezialisierten Schädling – bleibt der Wald bestehen, weil noch genügend andere Bäume vorhanden sind. Auch reagieren Reinkulturen auf Veränderungen zu unflexibel, denn ist nur eine Baumart vorhanden und fällt diese aus, steht auf der gesamten Waldfläche kein Baum mehr.

Im Mischwald sind zwar die Kosten und der Pflegeaufwand meist höher und es braucht umfassenderes Wissen, um einen Bestand von der Pflanzung bis zur Ernte gesund und produktiv zu erhalten, doch die dadurch erreichte höhere Biodiversität spielt der Gesunderhaltung und der Stabilität des Waldes in die Hände. Und nicht zuletzt liegt der langfristige Vorteil ganz deutlich in der Minimierung des waldbaulichen Risikos.

Qualität durch Vitalität
Will man Wertholz erziehen profitiert man ohnehin von einem gesunden und stabilen Wald, denn mit kränklichen Bäumen lässt sich nicht viel Geld verdienen. Für A- oder Furnierqualität sollte der untere Stammabschnitt ast- und fehlerfrei sein und einen Mindestdurchmesser von 40 cm aufweisen, der nur durch eine große Krone erreicht werden kann.

Um diese Qualitätsvorgaben zu erreichen, empfiehlt sich die Anwendung des sogenannten Q/D-Verfahrens. Dabei handelt es sich um ein zweiphasiges Laubholzbewirtschaftungskonzept, bei dem der Fokus zuerst auf der Qualifizierung und anschließend auf der Dimensionierung liegt. Ziel sind astfreie Stammlängen von einem Drittel bis zu einem Viertel der auf dem konkreten Standort zu erwartenden Endhöhe (5 -10 m). Dies kann sowohl über natürliche Astreinigung durch Dichtstand als auch über Astungsmaßnahmen erfolgen (Phase 1 = Qualifizierung). Ist dieses Ziel erreicht, werden die Z-Bäume kontinuierlich freigestellt (Phase 2 = Dimensionierung), denn das Dickenwachstum wird ausschließlich über die Entwicklung des Kronendurchmessers gesteuert.

Phase 1 – die Qualifizierung
Je nach Standort und damit erreichbarer Endhöhe des Erntebestandes gelten fünf bis zehn Meter astfreie Stammlänge als Idealvorstellung in der Wertholzproduktion. Bei den meisten Laubbaumarten erfolgt bei entsprechendem Dichtstand die Astreinigung natürlich. Durch Konkurrenz im Kronenraum wird das Dickenwachstum gebremst, die Astreinigung gefördert und die Ausdehnung des asthaltigen Kerns im Inneren des Schaftes verringert. Bei mangelndem Dichtstand (Weitverband, starke Ausfälle) muss geastet werden.

Phase 2 – Dimensionierung
Das Ziel der Dimensionierung ist der Durchmesserzuwachs. Diese Phase beginnt, sobald die gewünschte astfreie Schaftlänge erreicht ist. Als Zukunftsbäume werden nur herrschende beziehungsweise vorherrschende Bäume mit guter Kronenentwicklung ausgewählt. Um das Aststerben an der Kronenbasis anzuhalten, muss die Krone immer rechtzeitig und ausreichend freigestellt werden. Der Motor des Dickenwachstums ist eine möglichst breite Krone, denn der Baum gewinnt über die Photosynthese der Blätter Energie. Unterbleibt die Kronenfreistellung, beginnen die unteren Kronenäste abzusterben und die Kronenbasis wandert wieder nach oben. Schwache Durchforstungseingriffe führen daher zu kurzkronigen Individuen mit mäßigem Einzelbaumzuwachs und reduzierter Vitalität. Der Standraum muss stetig so erweitert werden, dass sich die Kronenbasis nicht weiter hinauf verschiebt. Eingriffe erfolgen nur im Bereich der Z-Bäume, in den Zwischenfeldern wird nicht eingegriffen bzw. nur wenn es für die Stabilität des Bestandes erforderlich ist.

Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Stieleiche (Quercus robur)
Traubeneiche (Quercus petraea)
Weißtanne (Abies alba)
Grundgestein: Flysch
Seehöhe: 490
Wuchsgebiet: 4.2 Nördliche Randalpen - Ostteil

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Gesunde Bäume – stabiler Wald

Seltene Baumarten mit hohem Wert

Speierling, Wildbirne, Elsbeere, Moorspirke und Feldulme kommen in österreichischen Wäldern relativ selten vor.

Schade eigentlich, denn neben dem hohen ökologischen Wert und ihrer Klimafitness besitzen diese Bäume auch ein sehr wertvolles Holz. Zudem werden die Früchte der Wildobst-Sorten zu begehrten regionalen Produkten veredelt.

Aufgrund ihrer Seltenheit ist der genetische Austausch zwischen ihnen stark eingeschränkt. Um heimisches Saatgut dieser Baumarten zu erhalten, werden sogenannte Generhaltungsplantagen angelegt. So kann sichergestellt werden, dass die Pflanzen, die aus den hier gewonnenen Samen gezogen werden, an den Standort passen, klimafit sind und somit gesund wachsen können.

Speierling (Sorbus domestica)
Auch bekannt unter Spierling, Sperberbaum, Sperbelbaum, Sporapfel, Spierapfel, Spreigel

Ökologischer Wert
Der Speierling ist eine der gefährdetsten Baumarten Österreichs, es existieren bundesweit nur mehr etwa 500 große Exemplare dieser Baumart, vor allem in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Etwa 350 Bäume werden auf ein Alter über 350 Jahre geschätzt, die Herzwurzler können aber bei einer Größe von bis zu 20 Metern 500 bis 600 Jahre alt werden. Im Mai bis Juni bieten seine Blüten reichlich Bienenfutter und von September bis Oktober naschen viele Tiere gerne an den Früchten.

Vorkommen
Der Speierling kommt hauptsächlich in Laubwaldgesellschaften einzeln oder in kleinen Gruppen natürlich vor. Er mag sandigen bis lehmigen, nährstoffreichen Boden auf sonnigen Standorten und wächst eher im Kalk.

Anbau
Der Speierling vermehrt sich überwiegend durch Wurzelbrut, die generative Vermehrung durch Samen ist selten. Die Samen werden von Vögeln gefressen und wieder ausgeschieden, wodurch eine Weiterverbreitung stattfinden kann, sofern die Samen vorher bestäubt wurden. Für die künstliche Nachzucht werden die reifen Früchte ausgewaschen und die Samen mehrere Monate bei nasskalten Bedingungen in Torf gelagert. Bei minus 21 °C können die Samen auch bis zu 15 Jahre gelagert werden. Zur vegetativen Vermehrung werden Wurzelschnittlinge verwendet, die für einen früheren Fruchtansatz auch auf eine Speierling-Unterlage aufgepfropft werden können. Setzlinge können bei manchen Baumschulen erworben werden und kosten etwa zwei Euro. Es ist darauf zu achten, dass die Pflanzen aus österreichischer Herkunft stammen. Der Lichtbedarf der jungen Pflanze ist sehr hoch, sie wächst langsam und ist nicht sehr konkurrenzstark. Das bedeutet, dass eine sorgfältige Standortwahl und wiederholtes Freistellen bei der Pflege dieser Baumart unerlässlich sind. Auch vor Wild muss der Speierling gut geschützt werden. Er passt gut an den Waldrand oder auf Lichtungen.

Nutzung
Die Früchte werden roh, getrocknet oder gegart gegessen und wirken adstringierend, was bei Durchfall helfen kann. Auch als Mus, Marmelade, als Zusatz bei Apfelwein oder vergoren und gebrannt finden sie Verwendung. Der Fruchtertrag ist gering und die Ernte ziemlich mühsam, was seine Beliebtheit als Wildobstsorte erheblich einschränkt. Die Borke ist reich an Tanninen und wurde früher zum Gerben verwendet. Das Holz wird im Instrumenten- und Werkzeugbau sehr geschätzt, ist ein wertvolles Möbel- und Furnierholz, wird gerne zum Schnitzen und Drechseln sowie als Baumaterial und zur Dachbedeckung genutzt.

Holz
Das Holz des Speierlings gilt als das schwerste europäische Laubholz. Das Splintholz ist sandfarben bis rötlich und ist dem der Elsbeere sehr ähnlich. Das Kernholz ist bräunlich und sehr hart und zäh.,

Elsbeere (Sorbus torminalis)
Auch bekannt unter Adlitzbeere, Adlasbeer, Odlasbir, Odlasbia, Ruhrbirne, Alzbeere, Adlerbeere, Atlasbaum, Atlasbeere, Arisbeere, Arlesbeere, Arlkirsche, Darmbeere, Els-Vogelbeere, Elzbeere, Elze, Frauenbeeri, Krause Else, Sauerbirl, Schöne Else, Schweizer Birnbaum und Wilder Sperber(baum)

Ökologischer Wert
Im Wienerwald wird der Anbau der Elsbeere aktiv gefördert. Für die Raupen der Falter-Arten Pfeileule, Trapezeule, Rotbuchen-Gürtelpuppenspanner und Gelbspanner ist die Elsbeere Wirtspflanze. Die Blüten, die nur Ende Mai bis Anfang Juni blühen, ziehen auch viele andere Insekten an und bieten Bienen eine reiche Weide. Die Früchte dienen von Juli bis September vielen Vogelarten als Nahrung. Mit ihren weit ausladenden, tiefgründigen Wurzeln lockert die Tiefwurzlerin das Erdreich und festigen gleichzeitig das Terrain für Nachbarbäume. Das rasch verrottende Laub durchschnittlich 25 Meter hohen Baumes trägt zur Verbesserung des Waldbodens bei. Damit die Elsbeere ihre Lebenserwartung von 300 Jahren erfüllen kann braucht sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf kalkhaltigen, tiefgründigen, kiesig bis lehmigen, nährstoffreichen und gut durchlüfteten Böden.

Vorkommen
Die Halblichtbaumart verträgt Trockenheit und Beschattung in der Jugend und liebt wärmere Lagen, südlich exponierte Hänge und Gebirgskämme. Im westlichen Wienerwald kommt die Elsbeere in der Kulturlandschaft sehr häufig vor, was in Europa einzigartig ist und nicht zuletzt am Engagement eines Vereines liegt, der sich ihrer Erhaltung, Pflege und Vermarktung verschrieben hat. Im pannonischen Raum kommt die seltene Baumart mäßig häufig vor, in Tirol selten, in den anderen Bundesländern zerstreut und in Vorarlberg gar nicht.

Anbau
Früchte gibt der Baum nur in mehrjährigen Abständen her, was eine Vermehrung etwas schwierig macht. Wildtiere lieben die Triebe langsam wachsender Elsbeeren, mit der Konkurrenz anderer Baumarten tut sie sich schwer. Sie benötigt daher viel Pflege, vor allem in der Jugend. Aber auch ältere Elsbeeren profitieren von regelmäßigen Maßnahmen. Besonders die schnellwüchsige Buche wirkt sich im Hochwald begrenzend für die Elsbeere aus.

Nutzung
Das Holz der Elsbeere ist ein begehrter Rohstoff für Drechsler sowie Schreiner und wird auch gerne im Instrumentenbau und für Furniere eingesetzt. Einwandfreie Stämme können bei der Laubholzsubmission sehr hohe Preise erzielen. Die Vitamin-C-reichen Früchte sind schmackhaft und können für allerlei Gerichte verwendet werden. Ob getrocknet, als Zugabe für Schokolade oder als Mus sind sie sehr beliebt. Der Geschmack der vollreifen Früchte erinnert an Hagebutten. Bevor man die rötlich-braunen Beeren aber genießen kann, müssen sie erst in mühevoller Handarbeit vom Baum gepflückt werden. Die Verarbeitung zu Schnaps ist vor allem in Niederösterreich sehr weit verbreitet, der Edelbrand gilt als einer der Besten und Wertvollsten. Zudem sagt man ihnen eine Heilwirkung gegen Durchfall zu.

Holz
Das Holz der Elsbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer, ist zäh und gleichzeitig elastisch, wirft sich allerdings beim Trocknen sehr. Die Farbe ist im frischen Zustand hell und dunkelt beim Trocknen rötlich nach.

Wildbirne (Pyrus pyraster)
Auch bekannt unter Holzbirne

Ökologischer Wert
Wie alle Wildobstarten ist auch die Wildbirne von hoher ökologischer Bedeutung, da sie als wertvolle Futterpflanze für viele Insekten und Säugetiere des Waldes dient (z.B. Siebenschläfer, Marder, Dachs oder Igel). Die Blüte findet April bis Mai dankbare Abnehmerinnen und die Fruchtreife fällt mit September bis Oktober in den Herbst.

Vorkommen
Die Wildbirne ist eine Baumart des Auwaldes und der Wälder warmer Mittelgebirge. Sie wächst zwischen 8 und 20 Meter hoch seltener als 2 Meter kleiner Strauch und kann 100 bis 150 Jahre alt werden.

Anbau
Im Wald wird die lichtliebende und langsam wachsende Wildbirne von konkurrenzstarken Baumarten verdrängt, sie benötigt daher viel Pflege in Form von regelmäßigen Freistellungen.

Nutzung
Das seltene Holz wird von Drechslern und Schnitzern sowie für Instrumente, Furnier oder Intarsien verwendet. Früher wurde es in Holzhäusern als Deckenbalken verbaut. Die Früchte sind erst nach dem ersten Frost genießbar, schmecken jedoch recht herb. In Notzeiten wurden sie zu Dörrfrüchten verarbeitet.

Holz
Das Holz ist schwer, dauerhaft und wenig elastisch, aber sehr gut zu bearbeiten. Die Farbe ist blass-rötlich bis hell-rötlich und dunkelt unter Lichteinfluss nach.

Feldulme (Ulmus minor)
Auch bekannt unter Iper, Feld-Rüster

Ökologischer Wert
Feldulmen haben aufgrund des Ulmensterbens in den vergangenen Jahrzehnten stark an Fläche eingebüßt. Der Pilz Ophiostoma (novo-) ulmi, der die Krankheit auslöst, hat die Baumart in weiten Teilen Europas stark dezimiert. Da der Schädling hauptsächlich Bäume ab einen Stammdurchmesser von etwa 15 cm befällt, erscheint ihr Anbau nicht mehr attraktiv für viele Waldbewirtschafter*innen, auch wenn die geschädigten Bäume wieder austreiben. Die Früchte, die von Mai bis Juni reif sind, dienen vielen Vogelarten als Nahrungsquelle und die Blüten werden von März bis April gerne als Bienenweide genutzt. Besonders der Ulmen-Zipfelfalter ist auf die drei in Österreich vorkommenden Ulmenarten (Feld-, Flatter- und Bergulme) angewiesen, da seine Raupen sich nur von deren Blühtrieben und Blättern ernähren. Durch ihr kräftiges Pfahl- und Herzwurzelsystem mit zahlreichen flachen Seitenwurzeln lockert sie Böden auf. Sie kann eine Höhe bis zu 30 Metern und ein Alter bis zu 600 Jahren erreichen.

Vorkommen
Die wärmeliebende Mischbaumart ist in ganz Österreich bis 1.000 Meter Seehöhe anzutreffen, vor allem in eichenreichen Laubwäldern und Auwäldern, wo sie auch mit Überflutungen zurechtkommt.

Anbau
Da diese Baumart sehr vom Ulmensterben betroffen ist, die von dem Pilz Ceratocystis ulmi verursacht wird, findet man sie heute nur mehr selten im Wald.

Nutzung
Das schön gemaserte Holz wurde früher für Drechselarbeiten und Intarsien genutzt, seit dem Ulmensterben ist die Nutzung aber stark zurückgegangen. Als Heckenpflanze wird die Feldulme häuft verwendet, wobei hier fast ausschließlich Wurzelbrut-Pflanzen aus Holland zum Einsatz kommen.

Holz
Das Holz ist hart und robust, seine Farbe ist gelblich oder grau und im Kern braun.

Moorspirke (Pinus mugo ssp. rotundata)
Auch bekannt unter Hakenkiefer

Die Moorspirke ist eng verwandt mit der Bergkiefer, auch als Latsche bekannt. Anders als ihre Verwandte tut sich die Moorspirke sehr schwer mit Konkurrenz, weswegen sie die sauren und nassen Extremstandorte in Mooren bevorzugt, wo nur wenige andere Baumarten wachsen können. Sie ist sehr lichtbedürftig und wächst nur auf sauren Böden.

Vorkommen
Auf Extremstandorten der Hoch- und Übergangsmoore kommt sie als wichtige Nischenbaumart vor.

Anbau
Moorspirken kommen in Mitteleuropa sehr selten und sehr verstreut vor. Die Erhaltung der Hoch- und Übergangsmoore ist überlebenswichtig für diese Baumart.

Thema: Baumsamen
Größe: 4 ha
Baumarten: Birne (Pyrus sp.)
Elsbeere (Sorbus torminalis)
Feldulme (Ulmus carpinifolia)
Speierling (Sorbus domestica)
Spirke (Pinus rotundata)
Grundgestein: Karbonat
Wuchsgebiet: 8.1 Pannonisches Tief- und Hügelland

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Douglasie vs. Fichte

Douglasie oder Fichte – welche Baumart hat die Nase vorne? 2016 wurden hier zwei nebeneinanderliegende Probeflächen eingerichtet um die Unterschiede der beiden Baumarten vergleichen zu können.

Die Fichte leidet an vielen Standorten in Österreich zunehmend unter den klimatischen Veränderungen. Trockenheit, Stürme und der Befall von Borkenkäfern setzen der Baumart zu. Forstleute sehen in der Douglasie eine Baumart, die besser mit den prognostizierten Bedingungen zurechtkommen könnte.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Baumart wird schon seit etwa 130 Jahren in Österreich angebaut und ist besser an langanhaltende Trockenheit und Hitze angepasst.

Im Vergleichsversuch wurden die Bäume 2016 und 2019 vermessen. Es hat sich gezeigt, dass die 40-jährigen Douglasien höher und dicker sind als die Fichten im selben Alter. Somit wäre an diesem Standort die Douglasie aus wirtschaftlicher Sicht die bessere Wahl.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 1979
Größe: 0.14 ha
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Größenaufteilung: 2 x 700 m2
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 505
Exposition: O - SO
Neigung: leicht geneigt
Höhenstufe: submontan
Wuchsgebiet: 5.2 Bucklige Welt

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Nachhaltige Waldverjüngung in Hochlagen

Die Fichte spürt den Klimawandel, es wird ihr zu heiß und zu trocken. Welche Baumarten wachsen unter den vorhergesagten Bedingungen und halten unseren Wald gesund und stabil? Das wird hier untersucht.

Die Klimaveränderung bringt die Hauptbaumart Fichte an manchen Standorten im Wechselgebiet sichtbar an ihre Grenzen. Deshalb, aber auch zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt der Wälder, wird der Ruf nach alternativen Baumarten immer lauter.

Im Projekt "Nachhaltige Waldverjüngung in Hochlagen" wurden 29 verschiedene Baumarten angepflanzt. Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit bilden die Grundlage für Empfehlungen von Hochlagenaufforstungen für das ost- und mittelsteirische Bergland und vergleichbare Bergregionen der Ost- und Zentralalpen.

Der Versuch zeigt, wie Baumartenwahl, Baumartenvielfalt und die Wahl des geeigneten Vermehrungsgutes die wichtigsten Waldfunktionen beeinflussen und damit die Anpassung an den Klimawandel unterstützen können.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 2017
Größe: 2 ha
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Bergulme (Ulmus glabra)
Birke (Betula sp.)
Birne (Pyrus sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Drehkiefer (Pinus contorta)
Engelmann-Fichte (Picea engelmannii)
Fichte (Picea abies)
Grauerle (Alnus incana)
Küstentanne (Abies grandis)
Lärche (Larix decidua)
Mehlbeere (Sorbus aria)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Stieleiche (Quercus robur)
Tanne (Abies alba)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weide (Salix sp.)
Winterlinde (Tilia cordata)
Zirbe (Pinus cembra)
Zitterpappel (Populus tremula)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 1320
Exposition: Nordost
Geländeform: Mittelhang
Höhenstufe: hochmontan
Wuchsgebiet: 5.3 Ost- und Mittelsteirisches Bergland

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Vielfalt als Erfolgsrezept

Baumartenvielfalt als Risikovorsorge

Die alten überwiegend ungepflegten Kiefernbestände mit geringer Vitalität und Qualität sind hier sukzessive zusammengebrochen. Das hat rasches und zielgerichtetes Handeln erfordert.

Auf der Demofläche Inzersdorf werden verschiedene Aufforstungsmodelle erforscht, die sich in der Intensität bezüglich Flächenvorbereitung, Pflanzenzahl, Pflanzenschutz und Pflegeaufwand unterscheiden. Das soll möglichst rasch Erkenntnisse für diese problematischen Standorte liefern. Das Ziel sind hier möglichst stabile Mischwälder, die sowohl den ökologischen Erfordernissen als auch (in geringerem Umfang) wirtschaftlichen Bedürfnissen entsprechen sollten. Denn den ungewissen Zukunftsszenarien des Klimawandels begegnet man am besten mit der Begründung gemischter Bestände. Baumartenvielfalt ist eine Versicherung für die Zukunft.

Baumarten mit Superkräften
Jede Baumart hat ihre besondere Fähigkeit – sozusagen ihre spezielle Superkraft. Einige sind sehr resistent gegen Trockenheit, andere besonders sturmfest. Manche entwickeln sich gut auf nährstoffarmen Rohböden und bereiten diese für anspruchsvollere Baumarten vor. Berücksichtigt man die standörtlichen Gegebenheiten im eigenen Wald, kann man sich so die passenden Bäume wählen.

Mit Baumartenvielfalt können wir am ehesten der Unsicherheit begegnen, die vom Klimawandel ausgeht, vor allem dann, wenn Baumarten mit möglichst unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen beteiligt sind.

Eine Verringerung der besonders gefährdeten Baumarten, auch wenn diese häufig die ertragsstärkeren sind, zugunsten klimastabilerer Baumarten kann vor allem das Risiko eines Totalausfalles wesentlich reduzieren. Mischwälder können entscheidend zur Risikominimierung im Klimawandel beitragen, da sie Störungen leichter ausgleichen können und daher gegenüber abiotischen und biotischen Störungen weniger anfällig sind als Reinbestände.

Natürlich ist auch ein Mischwald nicht vor Wildeinfluss gefeit. Auf der Versuchsfläche werden deshalb auch unterschiedliche Wildschutzmaßnahmen, wie Stammschutzsäulen und Schutzzäune, unter die Lupe genommen.

Aufforstungsmodelle im Vergleich
Der Ausgangspunkt auf der Versuchsfläche war ein Kiefernaltbestand mit eingesprengten Laubhölzern aus Naturverjüngung, der im Winter 2005/06 geschlägert worden ist. Der Großteil der Fläche wurde nach der Entfernung der Kiefern gemulcht, lediglich auf der "extensiven Variante" wurden nur die Kiefern geschlägert und vitale Laubhölzer belassen.

Aufgeforstet wurden nicht nur verschiedene Baumarten (Traubeneichen, Hainbuchen, Winterlinden, Vogelkirschen, Spitzahorne, Baumhaseln, Schwarz- und Waldkiefern), sondern auch in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Pflanzabständen.

All das kann sich auf die Stabilität des wachsenden Mischwaldes auswirken und führt zu ungleichhohen Kosten und Pflegeaufwand für die Waldbesitzer*innen.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen helfen neben der geeigneten Mischungsart (welche Baumarten sind beteiligt) und der Mischungsform (wie sind die Baumarten gemischt) auch die Integration der "kostenlos" zu den gepflanzten Baumarten hinzugekommenen Naturverjüngung richtig auszunützen. So können sich im Zeitalter der Klimaerwärmung die Waldbesitzer*innen gut auf die zu erwartenden ökologischen Veränderungen vorbereiten und Risikovorsorge betreiben.

Wo liegen die Probleme bei der Wiederaufforstung
Auf der Versuchsfläche in Inzersdorf sind äußerst labile, kaum durchforstete Kiefernbestände gestanden – mit allen daraus resultierenden Problemen: "Kiefernsterben", Schneebruch, Borkenkäfer, geringe Vitalität.

Der Standort ist teilweise sehr seichtgründig und trocken, so dass die nutzbare Wasserkapazität relativ gering ist. Damit haben nicht nur die Kiefern zu kämpfen gehabt, sondern es hat auch Wasserstress speziell in der Anwuchsphase der neu gepflanzten Baumarten bedeutet.

Eine für diese Standorte typische, stark verdämmende Strauchschicht lässt einen dementsprechenden Kulturpflegeaufwand erwarten. Die wirtschaftlichen Erwartungen können auf solchen Standorten selbst bei optimaler Pflege als eher gering eingestuft werden. Trotzdem kann sich der Aufwand lohnen.

Waldgesellschaften werden sich verändern
Die prognostizierten Änderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden gravierende Auswirkungen auf unsere Wälder haben. Sie sind für die Waldbewirtschaftung eine große Herausforderung, da waldbauliche Entscheidungen (zum Beispiel die Baumartenwahl) sehr langfristig wirken. Dass sich unser Klima im Zeitraum eines Baumwachstums von 80 bis 120 Jahren verändern wird, gilt als gesichert. Die Prognosen zu Ausmaß und Geschwindigkeit der Veränderung sind hingegen noch mit Unsicherheiten behaftet. Diesem Umstand lässt sich mit einer Baumartenwahl entgegenwirken, die möglichst viele verschiedene ökologische Ansprüche berücksichtigt.

Aktuelle Klimaprognosen gehen von einem Anstieg der Temperatur und einem Gleichbleiben oder leichten Absinken der Niederschläge aus, wobei auch mit Veränderung bei der Baumartenzusammensetzung der Waldgesellschaften zu rechnen ist. Durch eine möglichst breite Baumartenwahl und eine große Strukturvielfalt lassen sich diese Risiken der Klimaveränderungen allerdings abschwächen.

Die gewählten Baumarten müssen heute und in Zukunft zu den Standortbedingungen passen. Diese lassen sich allerdings nicht so einfach vorhersagen. Da die Prognosen zu Geschwindigkeit und Intensität der Klimaerwärmung noch sehr vage sind, wäre es also unklug, auf nur eine oder wenige bestimmte Baumarten zu setzen. Viel mehr wird heute eine Baumartenvielfalt gefördert, die in ihren ökologischen Ansprüchen breit aufgestellt ist. Dabei ist nicht wichtig, ob eine Baumart heimisch ist oder nicht, denn wenn sich der Standort verändert, muss sich auch die Baumartenzusammensetzung ändern.

Die Qual der richtigen Baumartenwahl
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer müssen auf den Klimawandel reagieren, um die Gefahr einer Destabilisierung des Waldes abzuwenden. Dies hätte Auswirkungen auf das Ökosystem der Region und brächte enorme Folgekosten mit sich. Die Herausforderung besteht darin, die richtigen Baumarten zu wählen, die auch in Jahrzehnten noch stabil und gesund sind und mit den erwarteten höheren Temperaturen gut zurechtkommen.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 2007
Größe: 1 ha
Baumarten: Andere Baumarten
Hainbuche (Carpinus betulus)
Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Spitzahorn (Acer platanoides)
Traubeneiche (Quercus petraea)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Winterlinde (Tilia cordata)
Baumzahl: Ca. 1800
Grundgestein: Molasse
Seehöhe: 300
Exposition: SO
Geländeform: Mittelhang
Höhenstufe: Kolline Stufe
Wuchsgebiet: 8.1 Pannonisches Tief- und Hügelland
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
9.3
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
550

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Mischwald als Risikovorsorge

Douglasie ist nicht gleich Douglasie

Douglasie ist nicht gleich Douglasie! Unterschiedliche Herkünfte wachsen unterschiedlich gut. Der Herkunftsversuch in Traismauer zeigt diese Unterschiede sehr deutlich.

In Österreich ist die Douglasie eine vielversprechende Alternative zu unserem heimischen Baumartenspektrum: vor allem auf Standorten, an denen das Wachstum der bestehenden Baumarten an seine physiologischen Grenzen stößt kann die Nordamerikanerin eine Bereicherung sein. Dafür müssen aber nicht nur die bodenphysikalischen Eigenschaften passen, sondern auch die richtige Herkunft gewählt werden.

Herkünfte können im Klimawandel den entscheidenden Unterschied machen
Bäume besitzen innerhalb ihrer Art große Unterschiede im Hinblick auf zahlreiche Eigenschaften, zum Beispiel Wuchsleistung, Trockenstressresistenz, Nadelaustrieb und Frosthärte. Viele dieser Eigenschaften sind entscheidend für ihre Klimafitness und können daher aktiv genutzt werden, um den Wald widerstandsfähiger gegen Schäden und anpassungsfähiger an die zukünftigen Bedingungen zu machen.

In Traismauer soll in erster Linie die Wuchsleistung und die Empfindlichkeit gegenüber Früh-, Spät- und Winterfrösten, aber auch das Resistenzverhalten gegenüber verschiedener Schadfaktoren als Kriterium für Herkunftsempfehlungen herangezogen werden.

Gefahren für die Douglasie
Besonders zu beachten ist die Anfälligkeit gegenüber den beiden Krankheitserregern, der Rostigen Douglasienschütte und der Rußigen Douglasienschütte.

Wie sich herausstellt, können Frühfrost-, Winterfrost- und Frosttrocknisschäden in der Jugendphase der Douglasie zum Problem werden – die Anfälligkeit dafür hängt ganz wesentlich von der Wahl des Standortes aber auch von der Wahl der Herkunft ab.

Bei flächiger Naturverjüngung stellt das Wild wenig bis kein Problem dar. Wer jedoch mit Douglasie zu arbeiten beginnt, d.h. in wenigen Stückzahlen Douglasien in seinen Wald einbringt, der wird um einen Flächenschutz nicht herumkommen. Hier ist die Douglasie ähnlich zu sehen wie die Tanne. Einzelne Individuen werden vom Wild gefunden und bearbeitet. Vorausgesetzt, die Wilddichte ist entsprechend hoch.

Sind die Bäume erst mal älter und die Borkenbildung im Gange, beeinträchtigen Schälschäden durch Rotwild und Schwarzwild nur mehr bedingt den Erfolg. Die Douglasie überwallt derartige Schäden sehr gut, ist der Stamm aber einmal geschädigt, ist die Qualität dahin!

Weitere Hemmnisse in der Anwuchsphase stellen der Rüsselkäfer und Hallimasch dar. Trotzdem zeigen Douglasien ein sehr starkes Jugendwachstum und überzeugen auch später durch ein überlegenes Dickenwachstum.

Auch die Holzvermarktung ist abhängig von der richtigen Herkunftswahl
Auf der Versuchsfläche Traismauer werden nicht nur Wuchs-, sondern auch Wertparameter erhoben. Dazu zählen die Stammform, die Ausbildung von Zwieseln und die Steilastigkeit . Solche Sonderformen erschweren die Teilung des Stammes in marktgerechte Stücke, erhöhen den Arbeitsaufwand und somit auch die Kosten. Die Herkünfte unterscheiden sich teilweise deutlich bei der Häufigkeit solcher Wuchsanomalien und wirken sich damit auf den erzielbaren Gewinn aus.

Thema: Herkunftswahl
Anlagejahr: 1976
Größe: 1.18 ha
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Grundgestein: Löss
Seehöhe: 300 m
Exposition: Nord-Ost
Geländeform: Mittelhang
Neigung: Leicht geneigt
Höhenstufe: Submontan
Wuchsgebiet: 8.1 Pannonisches Tief- und Hügelland
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
9.1
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
685

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Zukunft braucht Herkunft!

Wuchsleistung Küstentanne

Die Küstentanne gilt als schnell wachsende Baumart mit hervorragender Wuchsleistung. Eignet sie sich also als Alternative zur Fichte, welche vielerorts unter Druck gerät?

Im Waldviertel rund um Ottenstein haben Fichten sehr hohe Zuwächse, geraten hier aber immer mehr unter Druck. Die Trockenheit in Kombination mit dem Borkenkäfer führt zu großflächigen Ausfällen. Vor rund 30 Jahren wurde daher dieses Waldstück mit der Küstentanne (Abies grandis) bepflanzt und seit 2009 als Versuchsfläche vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) betreut, da die Erfahrungswerte mit dieser Baumart aus Nordamerika noch gering sind.
Wie erwartet wächst sie auch hier sehr rasch. Erfahrungen aus anderen Beständen haben aber gezeigt, dass sie im Alter von rund 40 Jahren sehr oft vom Hallimasch, einem aggressiven, Weißfäule verursachenden Pilz, befallen wird. Reicht die Zeit also um bis dahin kräftiges und wertvolles Holz zu produzieren?

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 2009
Größe: 0.25 ha
Baumarten: Küstentanne (Abies grandis)
Baumzahl: 508/ha und 467/ha
Größenaufteilung: 2 Parzellen, je 30 x 40m
Grundgestein: Rastenberger Granit
Seehöhe: 520m
Exposition: SW
Geländeform: hügelig
Neigung: Leicht geneigt
Höhenstufe: Submontan
Wuchsgebiet: 9.2 Waldviertel
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
7.8
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
696

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Großes Potential - Großes Ausfallsrisiko

Mehr als eine Gartenpflanze

Wer Thuje hört, wird vielleicht automatisch an eine immergrüne Gartenhecke denken.

Der Riesenlebensbaum ist mit der Heckenpflanze eng verwandt, zeichnet sich aber durch ein besseres Höhenwachstum aus. Nicht nur das, auch was das Dickenwachstum anbelangt, ist die Thuja eine interessante fremdländische Baumart. Weil sie die Beschattung von älteren Baumarten gut verträgt, eignet sie sich hervorragend für unsere Mischwälder. Zudem bietet sie Kleinlebewesen einen Lebensraum und dem Wild gute Deckung und trägt somit zu einer Erhöhung der Artenvielfalt bei.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Baumart wird seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Europa angebaut. Diese Versuchsfläche wurde 1971 angelegt und dient der langfristigen Untersuchung des Wachstums und Beurteilung der Anbauwürdigkeit. Nach etwa 50 Jahren Erfahrung mit dieser Baumart lässt sich ein Anbau im Mischbestand empfehlen. Die Nadelstreu ist gut zersetzbar und verbessert den Boden. Eine gute Wasserversorgung und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind aber wichtig, trockene und staunasse Standorte sind nicht geeignet. Für den Aufbau resilienter Waldbestände in der Zukunft ist der Riesenlebensbaum eine gute Alternative.

Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 330 m
Wuchsgebiet: 9.1 Mühlviertel

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Außergewöhnlich gut

Hochwertiges Saatgut von der Samenplantage

Hochwertiges Vermehrungsgut, dass wirtschaftlichen und ökologischen Zielen entspricht, ist eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Zuwachs und Holzqualität sowie genetische Vielfalt, Standortsanpassung und Klimafitness sind entscheidende Faktoren für einen stabilen, gesunden und produktiven Wald.

In Österreich wird ein Großteil des Saatgutes aus zugelassenen Erntebeständen gewonnen, der andere Teil aus dafür speziell angelegten forstlichen Samenplantagen geerntet. Dieses Saatgut dient als wichtige Quelle für die Produktion von forstlichem Vermehrungsgut und stellt einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der genetischen Diversität der betreffenden Baumarten. Plantagen sind zudem einfacher zu beernten und die Erntemengen je Beerntung sind hier wesentlich höher als in Beständen im Wald.

Kein Einfluss von Außen
Der Standort der Plantage ist so gewählt, dass kaum Fremdpolleneinfluss stattfinden kann. Um eine optimale Leistungsfähigkeit der Plantagen zu erreichen, ist eine entsprechende Pflege (Mähen, Düngen, Forstschutz) besonders in der Jugendphase essentiell. Die Bewirtschaftung und Pflege des Plantagenzentrums Feldkirchen wird gemeinsam mit dem Landesforstdienst Oberösterreich durchgeführt. Die Sachkosten der Plantagenbewirtschaftung werden den Bundesländern vom BFW rückerstattet, gleichzeitig kann das Land einen Teil des gewonnenen Saatgutes über ein Vorkaufsrecht erwerben.

Schutz vor negativen Eigenschaften
Die genetische Qualität von Saat- und Pflanzgut kann in der Forstwirtschaft meist erst nach Jahren beurteilt werden. Vermehrt man Bäume, die schlechte Wuchseigenschaften aufweisen oder nicht an die Standorte der Zukunft angepasst sind, werden die Nachkommen ähnliche, unerwünschte Qualitätseigenschaften aufweisen. Das führt einerseits dazu, dass beim Holzverkauf weniger Ertrag erwirtschaftet wird und andererseits reagieren Bäume, die nicht optimal wachsen, wesentlich empfindlicher auf klimatische Veränderungen. Dies gilt sowohl für die Aufforstung als auch bei natürlich verjüngten Beständen.

Die Folge von minderwertigem Vermehrungsgut sind Zuwachsverluste, schlechte Holzqualität, Einbußen in der Stabilität und Vitalität, verbunden mit einer höheren Anfälligkeit gegenüber Schadorganismen. Mit der Wahl von qualitativ hochwertigem Saat- und Pflanzgut investiert der Waldbesitzer in die Zukunft und kann die Leistungsfähigkeit der Wälder nachhaltig steigern. Aus diesen Gründen kommt dem "richtigen" Saat- und Pflanzgut eine sehr hohe Bedeutung zu.

Fichte ist nicht gleich Fichte
Schon im Forstgarten ist ersichtlich, dass zwar jede Fichte grün ist, aber nicht alle Fichten gleich sind. Je nach Herkunft und Höhenlage haben Bäume unterschiedliche Zuwachsleistungen, Trockentoleranz, Austriebs- und Verholzungsverhalten. Um sicherzustellen, dass das passende Material auch wirklich bei der Waldbesitzerin und dem Waldbesitzer ankommt, muss die Herkunft von Beginn an nachvollziehbar sein. Als Ausgangsbasis dient das Stammzertifikat eines anerkannten Erntebestandes.

Kommt das Saatgut in Produktion, sollte eine Referenzprobe zur Überprüfbarkeit abgelegt werden. Danach bedarf es einer durchgehenden Kennzeichnung der Keimlinge. Diese Dokumentation der Herkunft muss, bis die Forstpflanzen dem Kunden übergeben werden, gewährleistet sein. Das österreichische forstliche Vermehrungsgutgesetz setzt im internationalen Vergleich sehr hohe Standards hinsichtlich der Kennzeichnung und Nachvollziehbarkeit von Beerntungen; künftig soll über ein eigenes Zertifizierungssystem sogar noch nachgeschärft werden.

Thema: Baumsamen
Anlagejahr: 1990
Größe: 11 ha
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Hainbuche (Carpinus betulus)
Lärche (Larix decidua)
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Stieleiche (Quercus robur)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Grundgestein: Karbonat
Seehöhe: 280 m
Geländeform: Ebene
Höhenstufe: Kollin
Wuchsgebiet: 7.2 Nördliches Alpenvorland - Ostteil

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Qualitätssaatgut für klimafitte Wälder

Wuchsleistung Tanne Hofkirchen

Die Tanne ist eine vielversprechende Baumart in Zeiten der Klimaerwärmung und der ideale Baum für den Mischwald.

Sie kann im Schatten von Fichten und Buchen wachsen, da sie auch mit wenig Licht auskommen kann. Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem ist sie weniger trockenheitsanfällig und wird nicht so leicht von Stürmen geworfen.

In den 1980-iger Jahren fanden Forscher heraus, dass Tannen aus der Region Kalabrien kräftiger und stabiler wachsen. Diese Eigenschaft will man sich in den heimischen Wäldern zunutze machen, denn die Süditalienerin kommt noch besser mit trockenen Bedingungen zurecht und ist somit eine Hoffnungsträgerin, damit unsere Wälder gesund und stabil bleiben können.

Wuchsvergleich von heimischer und Kalabrischer Tanne
Nach einem Sturmereignis im Jahr 1990 entstand hier eine sieben Hektar große Kahlfläche. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich nutzte die Chance für einen Versuch. Man wollte herausfinden, welche Tannen gute Wuchseigenschaften aufwiesen und gleichzeitig das damals grassierende Tannensterben besser wegstecken konnten. Die Wahl fiel auf zwei oberösterreichische und zwei italienische Tannenherkünfte:
1. Heimische Tanne aus dem Hausruck
2. Heimische Tanne aus Gosau
3. Kalabrische Tanne C 39 aus Serra San Bruno – Monte Pecoraio (1.100 – 1.400 m Seehöhe)
4. Kalabrische Tanne C 120 aus Monte Gariglione (1.400 – 1.700 m Seehöhe)

Warum wächst die kalabrische Tanne besser?
Während der letzten Eiszeit war für Bäume im Alpenraum kein Leben möglich. Sie überdauerten die kalten Jahrtausende in mindestens vier verschiedenen, nicht miteinander verbundenen Refugien. Eines dieser Refugien befand sich in den Pyrenäen, ein weiteres im südlichen Apennin, ein drittes im nördlichen Apennin sowie ein viertes auf der südlichen Balkanhalbinsel. Sie entwickelten dort speziell auf diese Standorte abgestimmte Eigenschaften, die in ihren Genen an die Nachkommen weitergegeben werden.

Nach dem Abschmelzen des Eisschildes wanderte die Tanne vorwiegend aus dem nördlichen Apennin und dem südlichen Balkan in ihr heutiges Verbreitungsgebiet zurück. Die Tannen in den Pyrenäen und dem südlichen Apennin blieben weitgehend isoliert. Insbesondere Herkünfte aus der Region Kalabrien, welche sich im südlichen Apennin befindet, zeigten bereits in früheren genetischen Studien große molekulare, anatomische und physiologische Unterschiede, verglichen mit Tannenpopulationen aus dem zentralen Verbreitungsgebiet.

Auch das oftmals überlegene Höhenwachstum der kalabrischen Herkünfte wurde immer wieder im Zusammenhang mit der Langzeitisolation eines südlichen Refugiums diskutiert, jedoch sind die Daten aus Herkunftsversuchen in Zentral- und Nordeuropa (z.B. Dänemark, Deutschland, Österreich) teilweise widersprüchlich.

Thema: Herkunftswahl
Anlagejahr: 1990
Baumarten: Weißtanne (Abies alba)
Größenaufteilung: Vier Tannenherkünfte, Verband 2 x 2 (= 2.500 Bäume/ha)
Grundgestein: Löß/Lehm-Decke
Seehöhe: 345 m
Geländeform: Ebene
Höhenstufe: planar-collin
Wuchsgebiet: 7.2 Nördliches Alpenvorland - Ostteil
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
9.7
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
1015

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Mehr Mut zur Tanne

Alternativen für den Mischwald

Schon in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde dieses Waldlabor angelegt.

Trocken, sauer, nährstoffarm – diese Eigenschaften zeichnen den Boden hier aus. Perfekt um herauszufinden, welche Baumarten in einer trockeneren Zukunft gut wachsen würden. Denn, was man damals schon wusste und was heute immer deutlicher wird, die Zukunft wird wärmer und damit auch trockener.

Nicht jede Baumart findet das gut. Die heimische Fichte stößt mit ihren flachen Wurzeln schnell an ihre Grenzen und wächst daher auch sehr schwach. Auch dem Riesenlebensbaum wurde es hier zu trocken, deshalb findet man nur noch wenige Exemplare. Doch Douglasie, Küstentanne, Edeltanne und Gelbkiefer wachsen gut und könnten heimische Mischwälder bereichern. Mehr über die Eigenschaften der einzelnen Baumarten erfährst du bald hier!

Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Fichte (Picea abies)
Küstentanne (Abies grandis)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 550 m
Wuchsgebiet: 9.1 Mühlviertel

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Waldlabor für eine trockenere Zukunft

Douglasie – Fit für den heimischen Mischwald

Hier wächst alles, was Rang und Namen hat im Fichten-Tannen-Buchenwald. Doch Moment! Da stehen doch auch riesige Douglasien!

Diese ursprünglich vor über 100 Jahren aus Nordamerika eingeführte Baumart fühlt sich bei uns im Mühlviertel ausgesprochen wohl. Wie man hier sehen kann, ergänzt sie die heimischen Baumarten sehr gut. Sie wächst schnell, aber nicht invasiv und liefert qualitativ hochwertiges Holz.

Bereicherung, nicht Ersatz
Die Klimaerwärmung bringt an vielen Standorten eine Änderung der Baumarten mit sich. So wird der Anteil der Fichte vielerorts zurückgehen, auch hier. Die Douglasie kann diese Lücke schließen. Ihre tief reichende Pfahlwurzel verankert sie stabil im Boden und bringt auch in trockenen Zeiten genügend Wasser aus tieferen Bodenschichten. Dennoch soll die Douglasie die Fichte nicht ersetzen, sondern lediglich diese Waldgesellschaft bereichern.

Vielfalt bringt Stabilität
Der Fichten-Tannen-Buchenwald ist hier die typische Waldgesellschaft und die Bewirtschaftung ist sehr naturnah. Das merkt man daran, dass Bäume aller Altersstufen auf einer Fläche zu finden sind. Diese Eigenschaft macht die Ernte zwar komplizierter, der Wald ist aber stabiler und vielfältiger als ein Reinbestand einer einzigen gleichaltrigen Baumart.

Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Weißtanne (Abies alba)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 600 m
Wuchsgebiet: 9.1 Mühlviertel

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Passt der Standort, geht’s dem Baum gut

Douglasie – Stark auf sauren und trockenen Böden

Die Douglasie bietet sich für Standorte an, die für Fichten zu trocken sind und einen sauren Boden-pH-Wert aufweisen.

Dort wachsen sie stark, wie man an den Baumriesen hier in Klingenberg und an der reichlichen Naturverjüngung sehen kann. Dieser Bestand ist einer der größten in Oberösterreich und wurde schon um 1900 angelegt.

Standort und Herkunft müssen passen
In einem Mischbestand mit anderen Baumarten, die an den Standort passen, so wie hier die Rotbuche, fühlt sich diese Baumart ausgesprochen wohl und trägt zur Bestandesstabilität bei. Die Standorttauglichkeit ist bei der Douglasie besonders wichtig, denn auf Kalk und schweren Böden bildet sie kein gutes Wurzelsystem aus. Ein weiterer Faktor für den Anbauerfolg ist die Wahl der richtigen Herkunft. In Österreich wird hauptsächlich die grüne Küstenform (Pseudotsuga menziesii var. viridis) angebaut.

Gefragtes und vielseitiges Holz
Das Holz der Douglasie ist dem der Lärche ähnlich und wird für stabiles Bau- und Konstruktionsholz genauso gerne verwendet wie für optisch anspruchsvolles Möbelholz. Zudem verfügt es über eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Holz zerstörende Pilze.

Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 670 m
Wuchsgebiet: 9.1 Mühlviertel

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Baumriesen für die Zukunft

Eichenherkunft Wels

2007 fiel der Fichtenvorbestand dem Orkan Kyrill zum Opfer. Zur Wiederaufforstung wurden Eichen verwendet. Die Stiel- und die Traubeneiche sind unsere zwei bedeutendsten heimischen Eichenarten.

Das Welser Umland ist traditionelles Eichenland. Die Fichte kommt hier kaum natürlich vor, dennoch wurde sie in der Vergangenheit aus wirtschaftlichen Überlegungen sehr verbreitet angebaut. 2007 fegte der Orkan Kyrill über das Land, der labile Fichtenvorbestand wurde flächig geworfen.

Zur Wiederaufforstung wurden Eichen verwendet. Die Stiel- und die Traubeneiche sind unsere zwei bedeutendsten heimischen Eichenarten. Im Vergleich zu Fichte wachsen Eichen zwar geringfügig langsamer, durch ihr tiefreichendes Wurzelsystem sind sie jedoch viel besser im Boden verankert und dadurch stabiler gegen Sturmereignisse und deren Folgeerscheinungen.

Was wurde hier gemacht?
Nach dem Windwurf wurde die Fläche mit Eichen verschiedener Herkünfte bepflanzt. Die Eiche war vor der großflächigen Aufforstung ertragsreicher Fichtenwälder eine weit verbreitete Baumart im Alpenvorland. Mit der Pflanzung der Fichten und dem Zurückdrängen der natürlich vorkommenden Wälder ist auch viel Wissen über die tauglichsten Eichenherkünfte für den Anbau in dieser Region verloren gegangen. Durch die Aufforstung der Fläche mit 20 Herkünften aus den unterschiedlichen Eichengebieten Mittel- und Südosteuropas wurde ein Schritt in Richtung naturnahe Waldbewirtschaftung gesetzt.

Ziel der Maßnahmen
Da in dieser Region das ursprüngliche Genmaterial der Eiche weitgehend verloren gegangen ist, will das BFW mit diesem Versuch herausfinden, welche Herkunft an diesem Ort am besten wächst. So lassen sich stabile und gesunde Wälder mit einer hohen Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel etablieren, die außerdem den nachhaltigen Rohstoff Holz in einer hohen Qualität erzeugen können.

Was sieht man auf der Fläche?
Das Austriebsverhalten ist zu einem hohen Maß genetisch fixiert. Über Generationen wurde der Zeitpunkt des Blattaustriebes an die Nachkommen weitergegeben. Im Frühjahr lässt sich dieses Phänomen auf der Versuchsfläche sehr gut beobachten.

Thema: Herkunftswahl
Anlagejahr: 2007
Größe: 1.32 ha
Baumarten: Eiche (Quercus sp.)
Stieleiche (Quercus robur)
Traubeneiche (Quercus petraea)
Baumzahl: Bei Auspflanzung kamen 6.600 Eichen auf die Fläche. Im Endbestand mit Alter 80 – 100 Jahren werden ca. 80 Eichen übrig sein.
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 350 - 360 m
Exposition: NO
Geländeform: Mittelhang
Neigung: leicht geneigt
Höhenstufe: Submontan
Wuchsgebiet: 7.2
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
8.8
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
749

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Eichen auf dem Vormarsch

Was ist ein Herkunftsversuch?

In solchen Freilandversuchen wird untersucht, inwieweit sich Pflanzen derselben Baumart hinsichtlich ihrer Herkunft unterscheiden.

Dabei wachsen alle unter denselben klimatischen und geologischen Bedingungen und werden regelmäßig gemessen. Hier auf der Fläche werden fünf verschiedene Herkünfte verglichen:
• Hybrid Fichtelberg
• P3 Wienerwald
• P11 Feldkichen
• Hochgebirgslärche
• Hybrid Maglehen

Lärche ist nicht gleich Lärche
Wie alle Lebewesen werden auch die Eigenschaften von Bäumen durch ihre Gene bestimmt. Je nachdem, wo die Vorfahren von ihnen über lange Zeit gelebt haben, haben sich auch bestimmte Eigenschaften in den Genen festgeschrieben. Hochgebirgslärchen schließen ihr Wachstum zum Beispiel früher ab als die anderen und treiben später aus, weil sie sich daran gewöhnt haben, dass die Vegetationszeit im Gebirge kürzer ist.

Eignung der Herkunft an den Standort
Die Lärche kommt in Höhenlagen zwischen 250 und 2.100 m Seehöhe vor, kann daher unter sehr unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen wachsen. Jungbäume oder Saatgut müssen für Wuchsgebiet und Höhenstufe geeignet sein, sonst wachsen die Bäume schlecht, was zulasten der Stabilität des Waldes geht. Eine angepasste Herkunftswahl bringt höhere Erträge, weniger Risiko durch Schäden und einen geringeren Pflegeaufwand.

Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Lärche (Larix decidua)
Grundgestein: Staublehmdecke über Kalkschotter
Seehöhe: 410 m
Wuchsgebiet: 7.1 Nördliches Alpenvorland - Westteil

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Genetik – ein Erfolgsfaktor im Wald

Wer hat die besten Gene?

Douglasie ist nicht gleich Douglasie. Wie jedes Lebewesen sind auch Bäume mit genetischen Eigenschaften ausgestattet, die sie besser oder schlechter für bestimmte Standorte eignen.

Herauszufinden, welche die besten Herkünfte für Oberösterreich sind, ist die Aufgabe auf dieser Fläche, die 2015 angelegt wurde. Hier wachsen fünf verschiedene Herkünfte derselben Baumart, genauer gesagt der Variation "Grüne Küstendouglasie" (P. menziesii var. viridis).

Herkünfte:
• Darrington 304
• Darrington Frankreich
• La Luzette
• France 3
• Trout Lake 652

Kriterien für die Auswahl geeigneter Herkünfte:
Höhenwachstum: Bäume, die schnell groß werden, wachsen der Konkurrenz davon.
Dickenwachstum: Dicke Bäume sind stabiler.
Aststärke: Je feiner die Äste, desto besser die Holzqualität
Wuchsform: Ein gerader Stamm ist besser zu verarbeiten. Zudem sollte der Baum keine Wuchsanomalien wie Steiläste oder Zwiesel ausbilden.

Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 470 m
Wuchsgebiet: 7.1 Nördliches Alpenvorland - Westteil

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Oberösterreich sucht den Superstar

Douglasie – Bereicherung für den heimischen Wald

Die Heimat der Douglasie ist Nordamerika. In Österreich wird die vielversprechende Baumart schon seit Anfang des vorigen Jahrhunderts angebaut.

Im Mischwald, zwischen anderen Baumarten, die gut zum Standort passen, ermöglichen kleinflächigere Douglasien-Horste eine effiziente Bewirtschaftung. Wie so etwas aussieht, kann man hier sehen.

Die Klimaänderung bringt es mit sich, dass viele Standorte in Österreich mehr unter Trockenheit zu leiden haben. Wie praktisch, dass die Douglasie besser mit weniger Wasser zurechtkommt als unsere Hauptbaumart, die Fichte. Diese soll zwar nicht durch die Nordamerikanerin ersetzt werden, aber heimische Mischwälder können mit der Douglasie bereichert werden, um die Biodiversität und die Stabilität zu erhöhen.

Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 440 m
Wuchsgebiet: 7.1 Nördliches Alpenvorland - Westteil

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Baumriesen für den Mischwald

Forstgarten St. Martin

In St. Martin im Innkreis befindet sich ein Produktionsbetrieb der Firma LIECO. Hier werden rund zehn Millionen Forst-Containerpflanzen im Jahr produziert.

Die Auswahl des Saat- und Pflanzgutes ist für forstliche Kulturen von größter Bedeutung. Einmal gewählt, bilden die Samen und kleinen Pflänzchen Produktionsgrundlage der Waldbesitzer*innen für viele Jahrzehnte. In der Baumschule werden die Samen zu gesunden Jungbäumen herangezogen. In welcher Form die Waldbesitzer*innen ihre Pflanzen beziehen, hängt davon ab an welchem Standort sich ihr Wald befindet und welche Baumarten sie pflanzen wollen.

Topf- oder Containterpflanzen zeichnen sich durch hohe Überlebensraten speziell im Klimawandel aus. Bei wurzelnackten Pflanzen muss man mit der richtigen Pflanztechnik sehr sorgfältig setzen, damit die Wurzeln nicht beschädigt oder umgebogen werden. Im Forstgarten St. Martin befinden sich rund zehn Millionen Forstpflanzen in Produktion. Hier entstehen die Wälder der Zukunft.

Wie kommen die Bäume in den Wald?
Junge Bäume kommen durch natürliche Verjüngung beziehungsweise Pflanzung in den Wald. Die natürlich aufkommenden Bäume sind meist an die derzeitigen Verhältnisse am Standort gut angepasst. Aufgrund der Klimaerwärmung kann es allerdings notwendig werden, andere Arten in den Bestand zu integrieren. Diese werden durch Pflanzung in den Wald eingebracht.

Qualität von Anfang an
Bäume produzieren nicht jedes Jahr dieselbe Menge Samen. Und nicht immer in derselben Qualität. Baumschulen lagern daher qualitativ hochwertiges Saatgut ein, um jedes Jahr ausreichend Forstpflanzen produzieren zu können. Leider funktioniert das nicht für alle Samen. Die Eicheln der Eichen zum Beispiel, sind leider nicht lange haltbar. Wobei hier die verfügbaren Samen ohnehin meist gleich eingepflanzt werden, um den Bedarf zu erfüllen.

Wie aus Samen kleine Pflanzen werden
Die Aufzucht aus herkunftsgesichertem und qualitativ hochwertigem Saatgut findet zuerst im Gewächshaus statt, wo die Samen in Containern zur Keimung gebracht werden (ca. 4 - 8 Wochen). Danach werden die Pflanzen ins Freiland übersiedelt. Der Forstgarten St. Martin hat dafür 24 Freiflächen. Eine Fläche ist auch mit einem "Blackout-System" ausgestattet, bei dem den Pflanzen kürzere Tage vorgespielt werden – dadurch kommt es zu einer rascheren Verholzung.

Je nach Baumart und Herkunft dauert die Freilandanzucht bis zur verkaufsfähigen Pflanze bis zu zweieinhalb Jahre. Nach ein bis eineinhalb Jahren werden die Pflänzchen in größere Container gesetzt, um besser wachsen zu können. Insgesamt dauert die Aufzucht hier rund vier Jahre.

Thema: Baumschule
Größe: 12 ha
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Eibe (Taxus baccata)
Fichte (Picea abies)
Grauerle (Alnus incana)
Grünerle (Alnus viridis)
Hainbuche (Carpinus betulus)
Küstentanne (Abies grandis)
Lärche (Larix decidua)
Latsche (Pinus mugo)
Pappel (Populus sp.)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Roteiche (Quercus rubra)
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Schwarznuss (Juglans nigra)
Spitzahorn (Acer platanoides)
Stieleiche (Quercus robur)
Traubeneiche (Quercus petraea)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weide (Salix sp.)
Weißtanne (Abies alba)
Zirbe (Pinus cembra)
Baumzahl: 30 verschiedene Baumarten
Seehöhe: 380 m
Wuchsgebiet: 7.1: Nördliches Alpenvorland - Westteil
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
7.9
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
840

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Unsere zukünftigen Wälder

Erziehung für die Bäume

Nachdem im Jahr 1990 der Orkan Wiebke die hier wachsenden Fichten geworfen hatte, wurden vom Waldbesitzer Weißtannen und Riesentannen in Gruppen als Alternative gepflanzt.

Tannen sind aufgrund ihrer Pfahlwurzel sturmfest sowie relativ resistent gegen Trockenheit. Riesentannen sind darüber hinaus sehr raschwüchsig. Ab Anfang der 2000er-Jahre mussten jedoch immer wieder Bäume frühzeitig entfernt werden.

In den entstandenen Lücken wurden Bergulmen gepflanzt und man ließ Eichen, Bergahorne und Vogelkirschen, die von selbst aufkamen, wachsen. Hainbuchen, Fichten und die verbleibenden Riesentannen beschatten nun die Stämme dieser sogenannten Edellaubbäume. Dieses Verfahren wird Wertholzerziehung genannt. Dabei will man qualitativ hochwertige Stämme erzeugen, die möglichst gerade und astfrei wachsen.

Die Kunst dabei ist, die Stämme nicht zu lang werden zu lassen, denn das würde zulasten der Stabilität und der Qualität gehen. Die Krone muss Platz für ausreichend viele Blätter bieten, damit der Baum über die Photosynthese genug Energie für ein gesundes Wachstum erzeugen kann. Die Landwirtschaftskammer Salzburg berät den Waldbesitzer hinsichtlich der Wertholzerziehung.

Auf den Boden kommt es an
Bei der Baumartenzusammensetzung in einem Wald hat der Boden ein wichtiges Wörtchen mitzureden. Hier in Spöcklberg wuchsen lange Zeit Fichten. Diese Baumart liefert einen gefragten Rohstoff, denn das Holz der Fichte ist sehr vielseitig und lässt sich gut bearbeiten. Zudem ist sie sehr raschwüchsig und kommt mit vielen Standortbedingungen zurecht. Mit manchen besser, mit anderen hat sie dann doch zu kämpfen, so wie hier in Spöcklberg. An diesem Standort besteht der Untergrund nämlich aus einem Stauwasserboden mit dem Namen Pseudogley. Durch die Sauerstoffarmut dieses Bodentyps tendieren viele Bäume dazu, dort eher flache Wurzeln auszubilden. Einige Baumarten, wie etwa die Tanne oder die Eiche, haben starke Wurzeln, die auch diese Böden gut erschließen können. Die Fichte gehört als Flachwurzlerin aber nicht dazu und so kommt es, dass sie auf diesem schweren Boden oft nur wenige Zentimeter tief ins Erdreich vordringen kann. In der Jugendphase wächst sie oft noch gut und kräftig, später kommen dann aber durch die mangelhafte Durchwurzelung Stabilitätsprobleme hinzu und der Bestand hält einem Sturm nicht stand.

So geschah es hier auch Anfang der 1990er-Jahre. Nach dem Windwurf wurden Riesentannen (Abies grandis) und Weißtannen (Abies alba) gepflanzt. Die Riesentanne, auch Küsten- oder Dufttanne genannt, kann genauso wie die Weißtanne mit ihrem Pfahlwurzelsystem tiefere Erdschichten erreichen und gilt daher als weniger trockenheits- und windanfällig als die Fichte. Die aus Nordamerika stammende Baumart wächst jedoch deutlich schneller als die heimische Weißtanne. Doch mit diesem Standort scheint auch diese Baumart nicht ganz einverstanden zu sein, denn nach etwa zehn Jahren mehrten sich die Probleme und einzelne Bäume mussten immer wieder frühzeitig entnommen werden.

Arbeiten mit dem, was die Natur hergibt
In den durch die Fällung entstandenen Löchern kamen durch natürliche Verjüngung Eichen auf, die sehr gut mit dem stauwasser-beeinflussten Boden zurechtkommen. Auch Bergahorn und Vogelkirsche etablierte sich. Zusätzlich wurden noch Bergulmen gepflanzt, die eine sehr gute Ergänzung zu den natürlich aufkommenden Baumarten an diesen Standort darstellen. Die noch gesunden Riesentannen sowie die Fichten und Hainbuchen, die ebenfalls noch hier wachsen, wurden zur Erziehung der Laubbäume zu „Wertholz“ stehen gelassen.

Durch die Mischung aus Pflanzung und dem, was in der Naturverjüngung von selbst aufkommt, wird bei der Pflege viel Aufwand eingespart. Die Nebenbaumarten Weißtanne, Riesentanne, Fichte und Hainbuche dienen den geförderten Bäumen als Unterstützung für die Ziele der Wertholzproduktion (gerader Wuchs, astfreier Stamm).

Zudem haben die genannten Laubbäume den Boden wesentlich verbessert. Wo zuvor lediglich eine dicke Schicht aus mehr oder weniger zersetzten Fichtennadeln den Untergrund bildete, dürfen die Pflanzen heute in nährstoffreicher Erde wurzeln. Fichtennadeln in zu großer Zahl versauern den Boden, da sie nicht so schnell zersetzt werden können wie zum Beispiel ein Ahornblatt. Die Blätter der meisten Laubbäume sind sehr effektive Bodenverbesserer.

Klimafitte Alternativen zu Fichtenreinbeständen im Alpenvorland
In Zeiten erhöhter Risiken für Fichten, wie zum Beispiel durch Borkenkäfermassenvermehrungen und Stürme, werden in der Waldbewirtschaftung neue Wege gegangen. Durch die relativ einfache Pflanzung, Pflege und Ernte wäre die Fichten-Reinkultur die gewinnbringendste Variante, aber mit hohem Risiko behaftet. Die zu in den letzten Jahren zunehmend sichtbaren und zukünftig zu erwartenden Klima-Schäden machen dieser Bewirtschaftungsform jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Daher setzt man immer häufiger auf Mischbestände aus Nadel- und Laubbäumen die an die Standortsverhältnisse angepasst sind und auch gut zueinander passen. Die Kosten und der Pflegeaufwand sind im Vergleich mit der Reinkultur höher und es braucht auch spezifisches Wissen, um einen Bestand von der Pflanzung bis zur Ernte gesund und produktiv zu erhalten. Die dadurch erreichte höhere Biodiversität spielt der Gesunderhaltung und der Stabilität des Waldes allerdings sehr in die Hände. Und nicht zuletzt liegt der langfristige Vorteil ganz deutlich in der Minimierung des waldbaulichen Risikos und einer Erhöhung der Wertschöpfung.

Thema: Waldpflege
Anlagejahr: 1999
Größe: 0.3 ha
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Bergulme (Ulmus glabra)
Küstentanne (Abies grandis)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Weißtanne (Abies alba)
Grundgestein: Moräne (Ablagerungen des Salzachgletschers)
Seehöhe: 450 m
Geländeform: Ebene
Wuchsgebiet: 7.1 Nördliches Alpenvorland - Westteil

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Arbeiten mit dem, was die Natur bietet

Landeswald bei Schlins

Auf durch das Eschentriebsterben entstandenen Kahlflächen wurde ein Mischwald aufgeforstet. Das Ziel ist ein stabiler Bestand im Hinblick auf den Klimawandel, der alle Waldfunktionen erfüllen kann.

Die 2,9 ha große Landeswaldfläche wird stark von Erholungssuchenden frequentiert. In Teilflächen wurden die durch das Eschentriebsterben geschädigten Eschen entnommen, wodurch kleinere Kahlflächen endstanden sind. Diese wurden mit Weißtanne, Lärche, Bergahorn Vogelkirsche und Traubeneiche aufgeforstet. Das Ziel ist ein stabiler Mischwald im Hinblick auf den Klimawandel, der alle Waldfunktionen erfüllen kann.

Hintergrund
Vorarlberg hat fast 100.000 ha Wald, von denen ca. die Hälfte Schutzwälder sind. Neben den wichtigen Objektschutzwäldern, sind aber auch die indirekten Schutzwälder von großer Bedeutung. Ein intakter Waldboden hält bei Starkniederschlägen viel Wasser zurück und kann so Hochwasserspitzen vermindern. Daneben erfüllen Wälder wichtige Wohlfahrtswirkungen, dienen der Erholung der Bevölkerung und liefern den nachwachsenden Rohstoff Holz, der nicht nur eine unschlagbare Ökobilanz aufweist, sondern gerade in einem Holzbauland wie Vorarlberg Basis wichtiger Wertschöpfungsketten im Ländlichen Raum ist.

Das Land Vorarlberg bewirtschaftet ca. 56 ha eigene Landeswälder, unter anderem hier am Jagdberg. Vorarlberg hat die naturnächsten Wälder Österreichs, was auf die seit Generationen betriebene nachhaltige und kleinflächige Waldbewirtschaftung zurückzuführen ist. Die Landeswälder sollen Vorbild sein, für multifunktionale Mischwälder, die auch nachfolgenden Generationen einen chancenreichen Lebensraum sichern. Vor dem Hintergrund des Klimawandels stehen wir vor neuen Herausforderungen.

Hier, am Jagdberg, wurde die in Teilflächen dominierende Baumart Esche (Fraxinus excelsior) Opfer des Eschentriebsterbens. Es handelt sich hierbei um einen sehr aggressiven Pilz, der in ganz Europa zum Ausfall ganzer Bestände führt. Daher setzen Forstleute heute sehr auf klimastabile Wälder, was bei der Bestandesbegründung hier am Jagdberg im Mittelpunkt stand.

Da der Landeswald stark von Erholungssuchenden frequentiert wird mussten die Eschen auch aus Verkehrssicherungsgründen entnommen werden. Anschließend wurden die entstandenen Kahlflächen mit verschiedenen Mischbaumarten aufgeforstet. Es wurden Weißtannen (Abies alba), Lärchen (Larix decidua), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) Traubeneichen (Quercus petraea) und als Bienenweise, sowie aus Gründen der Waldästhetik in Nähe der Wege Vogelkirschen (Prunus avium) gepflanzt.

Neben den Eigenschaften der einzelnen Baumarten muss bei Bestandesbegründungen auch auf deren Herkunft geachtet werden, da es innerhalb einer Art ein weites Spektrum an verschiedenen Genotypen gibt. Die Genetik ist entscheidend, wie ein Individuum mit den Umweltfaktoren am Standort, der für einen Baum sehr lange unveränderlich ist, zu Recht kommen kann. Daher schreibt das Forstvermehrungsgutgesetz auch detailliert vor, dass nur Saatgut aus zugelassenen Erntebeständen für die Forstpflanzenanzucht verwendet werden darf.

Im Hinblick auf den Klimawandel ist es von entscheidender Bedeutung, die für einen Standort geeigneten Baumarten und die richtige Herkunft (Genetik) zu wählen. In der Folge muss man den Wald gestalten und durch regelmäßige Pflegeeingriffe gewünschte Arten fördern, den Zuwachs auf stabile und vitale Bestandesglieder lenken und Struktur schaffen.

Thema: Baumartenwahl
Größe: 2.9 ha
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Buche (Fagus sylvatica)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Eiche (Quercus sp.)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Walnuss (Juglans regia)
Weißtanne (Abies alba)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Ein stabiler Mischwald kann alle Waldfunktionen erfüllen

Plenterwald Langenegg

Der Plenterwald ist eine Bewirtschaftungsform, in der Bäume aller Altersklassen und Wuchshöhen nebeneinander wachsen. Plenterwälder kennzeichnen eine sehr naturnahe Form der Bewirtschaftung.

Antwort auf die Klimaerwärmung
Der Plenterwald ist in vielerlei Hinsicht eine Antwort auf die Klimaerwärmung. Er ist stabil gegenüber Schäden und bietet durch seine Vielfältigkeit auch eine Streuung des waldbaulichen Risikos. Ein Merkmal dieser Bewirtschaftungsform ist das gemischte Vorkommen von Baumarten aller Altersstufen und aller Arten am selben Standort. Es ist die Bewirtschaftungsform, die der Natur am nächsten kommt, denn vom Keimling bis zum erntereifen Baum wachsen alle Bäume auf einer Fläche. Dadurch gestaltet sich die Entnahme der "reifen" Stämme natürlich etwas schwieriger als in einem Wald, in dem alle Bäume gleichzeitig gefällt werden.

Der Forstarbeiter muss bei der Ernte sehr sorgfältig sein, um keine anderen Bäume zu verletzen, da diese ja im Bestand stehen bleiben und weiterwachsen sollen. Der Waldboden ist somit immer beschattet und bietet ein ideales Klima für die Keimung der Baumsamen, die zu jungen Bäumen heranwachsen können, ohne von zu viel Konkurrenzvegetation bedrängt zu werden. Dies ist die ideale Voraussetzung, dass der Baum sich optimal im Waldboden verwurzeln und somit gesund und stabil wachsen kann. Die Wurzeln der verschiedenen Baumarten finden in unterschiedlichen Bodentiefen Platz. So wurzelt etwa die Fichte mit ihren eher flachen Wurzeln weiter oben, während die Tanne mit ihrer Pfahlwurzel den Raum in der Tiefe erschließt.

Auch am anderen Ende der Bäume, in den Kronen, ist die Vielschichtigkeit ein entscheidender Faktor für die Stabilität des Bestandes. Die verschieden hohen Bäume bilden ein ungleichförmiges Kronendach, wodurch es selten zu großen Windwürfen kommt, da Sturmböen keine Sogwirkung aufbauen können. Ein weiterer Vorteil der Vielfalt ist die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge. Zum einen, weil der Lebensraum auch für Gegenspieler von Forstschädlingen interessant ist und zum anderen weil durch die ungleichen Entwicklungsstadien und die verschiedenen Baumarten eine Massenvermehrung eines einzigen Schädlings verunmöglicht wird. Auch Wildschäden fallen im Plenterwald weniger heftig aus, da sich die Verjüngung auf der gesamten Fläche verteilt und so nicht konzentriert verbissen wird.

Naturnaher Waldbau
Für gewöhnlich muss in einem Plenterwald keine Pflanze gesetzt werden. Es sei denn, es soll eine Baumart etabliert werden, die noch nicht natürlich vorkommt. Ansonsten darf der Baum dort wachsen, wo der Baumsamen keimen kann. Dann wird regelmäßig nur so viel Holz entnommen, wie nachwächst. Diese nachhaltige Bewirtschaftungsform hört sich einfach an, dahinter steckt jedoch ein ausgeklügeltes System, das sich Plentergleichgewicht nennt.

Dabei werden die Bäume in Durchmesserklassen eingeteilt und es wird darauf geachtet, dass jede Klasse oft genug vorkommt. Sind zum Beispiel zu viele alte Bäume mit großen Kronen im Bestand, fehlt der Jungwuchs, weil zu wenig Licht vorhanden ist, dass er aufkommen kann. Im umgekehrten Fall, wenn zu viel Licht am Boden ankommt, überwachsen Konkurrenzpflanzen wie Brombeeren oder Gräser die Keimlinge und lassen so wieder nicht zu, dass sich der Wald nachhaltig verjüngen kann. Ein Plenterwald ist keine einfache Aufgabe, zahlt sich aber aus, wenn man wertvolle, stabile und gesunde Bäume in seinem Wald haben möchte.

Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Buche (Fagus sylvatica)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Kiefer (Pinus sp.)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weißtanne (Abies alba)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Eichenversuch Rechnitz

Nach Nutzung des Vorbestandes wurden wieder Fichte und Kiefer gepflanzt. Trotzdem entwickelte sich die Eiche hier ganz natürlich und in weiterer Folge verschwand die Fichte komplett und Großteils auch

So wie der Waldbestand derzeit aussieht, so war er eigentlich gar nicht geplant. Denn nach der Nutzung des Waldes an dieser Stelle, wurden wieder Fichten und Kiefern gepflanzt. Zwischen den gepflanzten Bäumchen kamen aber von alleine und ganz natürlich Eichen hoch. Durch die schon stehenden Kiefern sind die Stämme der Eichen dann schön gewachsen und heute steht hier ein toller Eichenbestand mit einer hervorragenden Qualität. Die ursprünglich gesetzten Fichten (und auch ein Großteil der Kiefern) hingegen sind mittlerweile ausgefallen.
2009 hat das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) dann auf der Fläche einen Versuch mit unterschiedlichen Abständen der Z-Bäume angelegt, um deren Einfluss auf Kronenentwicklung, Wachstum und Wertproduktion zu untersuchen.

Thema: Waldpflege
Anlagejahr: 2009
Größe: 1 ha
Baumarten: Eiche (Quercus sp.)
Größenaufteilung: 6 x 1721m² 3 Behandlungsvarianten Variante 0: keine Behandlung, hier 80-150 Vergleichsbäume festgelegt, die aber nicht gefördert werden Variante 1: Auswahl und Förderung von 150 Z-Bäumen/ha Variante 2: Auswahl und Förderung von 70-80 Z-Bäumen/ha
Grundgestein: Schiefer
Seehöhe: 500m
Exposition: Ost
Geländeform: Mittelhang
Neigung: 5%
Höhenstufe: Submontan
Wuchsgebiet: 5.3 Ost- und mittelsteirisches Bergland
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
10.9
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
740

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Eichen auf dem Vormarsch

Kirschherkunft Kumberg

Auf der Versuchsfläche wurden neun verschiedene Kirschherkünfte in drei Wiederholungen im Verband 2 x 8 Meter gepflanzt. Der Nebenbestand wurde auf 2 x 2 Meter mit Eiche, Buche und Linde ergänzt.

Die Baumart Vogelkirsche bekommt mit der Klimaänderung große forstliche Bedeutung. Das wertvolle Holz ist beliebt und wird gerne auf wärmebegünstigten Standorten aufgeforstet. Die Wuchsformen der Vogelkirschen der letzten Jahrzehnte sind leider sehr mangelhaft. Die Geradschaftigkeit und die Astentwicklung zählen dabei zu den wichtigsten Wertfaktoren. Um diese Parameter unter verschiedenen Herkünften zu testen und zu vergleichen, wurde dieser Versuch mit dem vergleichbaren Design auf fünf Standorten in Österreich angelegt. Im Fünfjahresrhythmus wird der Versuch aufgenommen und diese Parameter erhoben.

Ein Jahr nach dem Windwurf Paula wurde im Jahr 2009 vom BFW-Institut für Genetik dieser Kirschenherkunftsversuch angelegt. Auf der Versuchsfläche wurden neun verschiedene Kirschherkünfte in drei Wiederholungen im Verband 2 x 8 Meter gepflanzt. Der Nebenbestand wurde im Verband 2 x 2 Meter mit Stieleiche, Rotbuche und Winterlinde bepflanzt. Die Versuchsfläche wurde eingezäunt.

Die mit eingebrachten Begleitbaumarten kompensieren die z.T. gravierenden Ausfälle bei der Vogelkirsche und lassen so für die Zukunft ein hochinteressantes waldbauliches Betätigungsfeld erwarten. Teilweise zeigen die Eichenpflanzen deutlich höhere Wuchshöhen als die Kirschen. Kleinräumig haben Staunässe und vernässte Standortsbereiche das Kirschwachstum behindert.

Thema: Herkunftswahl
Anlagejahr: 2009
Größe: 1.16 ha
Baumarten: Vogelkirsche (Prunus avium)
Baumzahl: 729 Vogelkirschen, 1526 Rotbuchen, 360 Stieleichen, 288 Winterlinden
Größenaufteilung: 9 Herkünfte mit jeweils drei Wiederholungen zu 27 Stück
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 510 m
Exposition: SW
Geländeform: Unterhang
Neigung: Eben bis leicht geneigt
Höhenstufe: planar - kollin
Wuchsgebiet: 5.3

EXKURSION: Leider derzeit keine Exkursionen auf dieser Demofläche

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Der Standort gibt den Ton an

Stecklingsvermehrung bei Fichte und Lärche

Bei der vegetativen Vermehrung werden mit Stecklingen genetisch idente Nachkommen, also Klone, erzeugt. Dieses Verfahren erlaubt die rasche Nachzucht erwünschter Merkmale.

Die Stecklingsvermehrung ist bei Weide, Pappel und vielen Zierpflanzen schon lange bekannt und relativ einfach durchführbar. Bei unseren Hauptbaumarten ( zB. Fichte und Lärche ) ist dieses Verfahren schwierig und gelingt nur mit technischer Unterstützung im Folien- oder Glashaus. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Stecksubstrat, Lichtverhältnisse, günstige Wetterbedingungen und geeignete Mutterpflanzen sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewurzelung.

Die Gewinnung der Stecklinge erfolgt von ausgesuchten Mutterbäumen, die nach mehrfacher Selektion (=Auslese der Besten) in Hecken zusammengefasst wurden. Gesteckt im Schottersubstrat, bilden sich nach ca. 6 bis 8 Wochen die ersten Wurzeln und nach drei Monaten sind diese so weit ausgebildet, dass die neuen Pflanzen im Freiland verschult werden und dort weiterwachsen bis sie nach zwei bis drei Jahren die versetzfähige Größe erreicht haben.

Der betriebseigene Forstgarten versorgt die eigenen Wälder und umliegende Waldbauern und Forstbetriebe mit Forstpflanzen zur Wiederaufforstung. Für eine nachhaltige, genetisch hochwertige Waldverjüngung und für zukünftige, stabile Waldbestände muss das Pflanzgut den Wuchsbedingungen des jeweiligen Herkunftsgebietes angepasst sein.

Forstpflanzen werden im Forstbetrieb Franz Mayr-Melnhof-Saurau auf zwei Arten vermehrt:

1. Die generative Vermehrung: Ausgangsmaterial ist Saatgut, das aus ausgewählten Samenbeständen oder aus Samenplantagen stammt. Das Forstliche Vermehrungsgutgesetz schreibt vor, daß diese Saatgutquellen vom Bundesamt für Wald (BFW) untersucht, anerkannt und zugelassen sind.

2. Die vegetative Vermehrung: Ausgangsmaterial sind Stecklinge, das sind Pflanzenteile eines Mutterbaumes. Da es bei der vegetativen Vermehrung keine geschlechtliche Fortpflanzung gibt, sind Stecklinge genetisch idente Nachkommen ihrer Mutterpflanze.

Der Grund für den Beginn der Produktion von vegetativ vermehrten Forstpflanzen im Forstbetrieb Mayr-Melnhof-Saurau war die Saatgutknappheit beim "Brotbaum" Fichte in den 1980er Jahren. Derzeit schwinden die Saatgutvorräte österreichweit bei der Lärche recht dramatisch.

Weitere Ziele sind die Vermehrung von Mutterpflanzen die eine überdurchschnittliche Wuchsleistung aufweisen oder eine erhöhte Resistenz gegenüber Trockenheit ( klimafitter Wald ) zeigen.

Thema: Baumschule
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Seehöhe: 430 m
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
9.4
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
800

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Alternative für die Pflanzenzucht

Douglasienaltbestand Hofwald

Die Douglasie zählt zu den großen Hoffnungen als Alternative für Standorte, wo die Fichte aufgrund der Klimaveränderungen Probleme bekommen wird. Nahe Graz wurde diese Baumart schon 1935 gepflanzt.

Im Forstbetrieb Franz Mayr-Melnhof-Saurau wurden in den letzten Jahrzehnten immer wieder Versuchsanpflanzungen mit Douglasie durchgeführt. Die älteste und zugleich beeindruckendste Fläche befindet sich im Hofwald des Revieres Gams. Die Bäume wurden 1935 aufgeforstet. Die beiden stärksten Stämme haben 84-jährig einen Brusthöhendurchmesser (gemessen 1,30 m über Stammfuß) von 96 Zentimetern und eine Baumhöhe von 52 Metern. Das Volumen des stärksten Stammes beträgt ca. 16 Festmeter Holz, das sind ca. 1 ½ Fuhren eines Holz-LKW.

Auf Grund der hervorragenden Wuchseigenschaften wurde dieser Bestand vom Bundesamt für Wald (BFW) behördlich anerkannt und als Saatgutquelle freigegeben. In Samenjahren können zukünftig Zapfen geerntet, Samen gewonnen und daraus Pflanzen nachgezogen werden.

Die Douglasie ist im westlichen Nordamerika zuhause. Ihr Vorkommen erstreckt sich von der sehr feuchten, niederschlagsreichen Pazifikküste bis in gebirgige, trockene Lagen der Rocky Mountains. Pollenfunde belegen, dass sie auch in Europa heimisch war, während der Eiszeiten aber ausgestorben ist.

Sie weist eine große Anpassungsfähigkeit an verschiedene Böden- und Klimaverhältnisse auf und kannn auch bei uns bei geeigneter Herkunftswahl hervorragende Leistungen und Wuchsergebnisse zeigen. Vor allem auf Standorten an denen die Fichte auf Grund des Klimawandels mit Trockenstress und Ausfällen kämpft, kann die tiefwurzelnde Douglasie zur Stabilität von Waldbeständen beitragen. Das Holz ist wertvoll und widerstandsfähig und kann vielseitig verarbeitet werden. Im Aussehen ähnelt es dem der Lärche.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 1935
Größe: 0.84 ha
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Baumzahl: 46
Grundgestein: Kalk
Seehöhe: 470 m
Exposition: NW
Geländeform: Unterhang
Neigung: 21 °
Höhenstufe: submontan
Wuchsgebiet: 5.3
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
9.4
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
800

EXKURSION: Leider derzeit keine Exkursionen auf dieser Demofläche

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Leistungsfähige Baumriesen

Fichtensamenplantage Hausebner

Hier werden wertvolle Fichtensamen produziert. Um die Bäume einfach zu beernten, werden sie jedes Jahr kräftig zurückgeschnitten. Das verleiht ihnen ihr charakteristisches Aussehen.

Die Fichtensamenplantage Hausebner ist eine Plusbaum-Samenplantage. Auf vielen tausend Hektar einer bestimmten Höhenstufe wurden 50 hervorragende Bäume (Mutterbäume) ausgewählt. Von diesen besten Bäumen wurden Zweige entnommen und auf Unterlagen aufgepropft. Das bedeutet, dass diese Zweige so behandelt wurden, dass sie Wurzeln ausgebildet haben. Diese kleinen Bäumchen waren Klone der Mutterbäume und wurden hier gepflanzt. In der Samenplantage stehen diese Elitebäume so dicht, dass sie sich zu 95 Prozent gegenseitig bestäuben. So geben sie ihre genetisch wertvollen Informationen an ihre Nachkommenschaft weiter.

Saatguternten sind in Samenplantagen leichter durchführbar als Beerntungen im Bestand, da man durch ständigen Rückschnitt die Bäume niedrig hält und dadurch leichter an die zu erntenden Zapfen kommt.

Samenplantagen sind gezielt zusammengestellte Zuchtpopulationen von Waldbäumen, die der Erzeugung von hochwertigem Saatgut dienen. Die Anlage von Plantagen soll derart erfolgen, dass eine von außerhalb der Anpflanzung kommende Fremdbestäubung vermieden oder zumindest in Grenzen gehalten wird. Hier in der Samenplantage Hausebner werden die Bäume nachweislich nur zu fünf Prozent von Fichten aus der Umgebung bestäubt.

Je nach Zielsetzung wird zwischen Erhaltungs-Samenplantagen und Plusbaum-Samenplantagen unterschieden:

* Erhaltungs-Samenplantagen dienen der Erzeugung von Saatgut, das von Bäumen stammt, die selten oder bereits vom Aussterben bedroht sind.

* Plusbaum-Samenplantagen dienen der Erzeugung von Saatgut, das von sogenannten Auslese- oder Plusbäumen stammt. Diese besonderen Bäume sind in mehreren Merkmalen überdurchschnittlich. Die Auswahl der Plusbäume erfolgt nach diesen Merkmalen. Insbesondere Massenleistung, Güte des Holzes, Form, Gesundheitszustandes und Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen fallen dabei ins Gewicht.

Thema: Baumsamen
Anlagejahr: 1996
Größe: 1.44 ha
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Baumzahl: 50 Klone (Mutterbäume) in mehrfacher Wiederholung = 393 Pflanzen
Grundgestein: Kalk
Seehöhe: 966 m
Exposition: NO
Geländeform: leicht geneigter Hang
Neigung: 15°
Höhenstufe: mittelmontan
Wuchsgebiet: 5.3
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
6.6
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
980

EXKURSION: Leider derzeit keine Exkursionen auf dieser Demofläche

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Die Besten der Besten

Waldheimat Kapellenriegel

Die Vorgänge, die dazu führen, dass unser Klima trockener und wärmer wird, sind komplex. Das Ökosystem Wald hat jedenfalls sehr großen Einfluss auf die Erderwärmung.

Holznutzung ist Klimaschutz

Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald bindet CO2 im Waldboden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff. Dieser bleibt im Holz und den Produkten die daraus entstehen gespeichert.

Ungenutzte Wälder sind CO2-neutral. Während junge Bäume wachsen und CO2 binden, verrotten tote Bäume und setzen wieder Kohlenstoff frei. In bewirtschafteten Wäldern werden Bäume geerntet bevor sie sich zersetzen um daraus zum Beispiel langlebige Holzprodukte herzustellen. Dadurch wird auch wieder Platz für neue Bäume frei.

Mehr Platz pro Baum bedeutet auch mehr Licht, mehr Wasser und mehr Nährstoffe pro Baum. Die Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre Ökosystemfunktionen besser erfüllen.

Risikostreuung im Mischwald

Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Früher war die Fichte aufgrund ihrer Wuchsleistung die erste Wahl. Heute setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, deren Stärken und Schwächen sich gut ergänzen. Ist eine Baumart in Schwierigkeiten, besteht der Wald immer noch auch zahlreichen anderen Baumarten, die deren Wegfall kompensieren können.

Der Klimawandel verändert die Wuchsbedingungen und dadurch wird auch die Baumartenzusammensetzung eine andere sein. Bäume, die heute gepflanzt werden beziehungsweise in der Naturverjüngung aufkommen, sollten die nächsten 80 bis 150 Jahre gesund bleiben und stabil wachsen können.

In den meisten Fichtenwäldern werden daher zusätzlich andere Baumarten gepflanzt. Ein Mischwald erhöht in vielen Fällen mehr Biodiversität und verringert die Gefahr von Waldschäden.

Waldpflege für gesunde Wälder

Einige Baumarten wachsen schnell und stellen ihre Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im wahrsten Sinne in den Schatten. Um die Baumartenvielfalt auch mit Naturverjüngung zu erhöhen kann man gezielt Bäume aus dem Bestand entfernen und damit ausgewählten Bäumen mehr Platz geben.

Zusätzlich kann Pflanzung in vielen Wäldern eine sinnvolle Ergänzung zur Naturverjüngung sein. So kann man die Baumartenvielfalt erhöhen indem man Bäume pflanzt, die mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen werden und gut zum Standort passen. Zudem werden auch heimische Baumarten gepflanzt, die genetisch besser an die zukünftigen Bedingungen angepasst sind.

Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Forstgarten Kalwang

In Kalwang in der Obersteiermark befindet sich die LIECO-Unternehmenszentrale. Hier werden rund zehn Millionen Forst-Containerpflanzen im Jahr produziert.

Junge Bäume kommen durch natürliche Verjüngung beziehungsweise Pflanzung in den Wald. Die natürlich aufkommenden Bäume sind meist an die derzeitigen Verhältnisse am Standort gut angepasst. Aufgrund der Klimaerwärmung kann es allerdings notwendig werden, andere Arten in den Bestand zu integrieren. Diese werden durch Pflanzung in den Wald eingebracht.

Die Pflanzen werden in sogenannten Forst-Baumschulen herangezogen. Dabei ist die Auswahl des Saatgutes besonders entscheidend. Hier sollte auf regional gut angepasste Herkünfte geachtet werden.

Die Waldbesitzer können die ein bis vier Jahre alten Pflanzen im Container beziehen. Je nach Baumart, Standort und Zustand der Pflanze muss dann die geeignete Technik beim Einpflanzen angewendet werden, damit aus den kleinen Pflänzchen auch gesunde und stabile Bäume werden.

Die Aufzucht der Jungpflanzen muss gut geplant sein
Vorbestellungen erleichtern dem Forstgarten die jährliche Einsaatplanung. Wenn die passende Herkunft nicht verfügbar ist, dann sollten Waldbesitzer mit der Aufforstung lieber noch warten. Das zahlt sich aus, weil dadurch auf lange Sicht gesehen der Wald stabiler und gesünder wächst, als wenn man gleich eine unpassende Herkunft setzt.

Die Aufzucht aus herkunftsgesichertem und qualitativ hochwertigem Saatgut findet zuerst im Gewächshaus statt, wo die Samen in Containern zur Keimung gebracht werden (ca. 4 - 8 Wochen). Danach werden die Pflanzen ins Freiland übersiedelt. Der Forstgarten Kalwang hat dafür 19 Freiflächen. Je nach Baumart und Herkunft dauert die Freilandanzucht bis zur verkaufsfähigen Pflanze bis zu vier Jahre. Nach 1-1,5 Jahren werden die Pflänzchen in größere Container gesetzt, um besser wachsen zu können.

Woher bekommt man die richtigen Pflanzen?
Die Forstpflanzen können direkt aus einem Forstgarten bezogen oder im Rahmen einer Gemeinschaftsauslieferung über Bezirksbauernkammer oder Bezirksforstinspektion bestellt werden. Im Forstgarten werden auch Lohnanzuchten durchgeführt. Das bedeutet, dass hier das Saatgut von Waldbesitzer*innen unter professioneller Aufsicht zu gesunden kleinen Bäumchen herangezogen wird.
Beim Kauf von Pflanzmaterial ist auf die passende Herkunft besonders zu achten. Forstpflanzen, deren Mutterbäume aus einem vergleichbaren Herkunftsgebiet (Wuchsgebiet, Seehöhe) stammen, bringen die genetischen Voraussetzungen mit, um am neuen Standort vitale und leistungsfähige Bestände aufzubauen.

In Österreich unterliegen die Baumschulen dem Forstlichem Vermehrungsgutgesetz. Die Zielsetzung dabei ist die eindeutige und nachvollziehbare Sicherung und Kennzeichnung der Identität von forstlichem Vermehrungsgut (vom Samen bis zur kleinen Pflanze), das gewerbsmäßig in den Handel kommt.
Da die Erbanlagen des Saat- und Pflanzgutes für die Konsument*innen nicht erkennbar sind, erfolgt bei heimischem Vermehrungsgut eine Kennzeichnung dessen Herkunft durch ein Zulassungszeichen. Auf der Rechnung beim Kauf von Forstpflanzen oder auch Saatgut muss dieses Zeichen, das als Herkunftszertifikat gilt, angeführt sein.

Thema: Baumschule
Anlagejahr: 1985
Größe: 9.5 ha
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Eibe (Taxus baccata)
Fichte (Picea abies)
Grauerle (Alnus incana)
Grünerle (Alnus viridis)
Hainbuche (Carpinus betulus)
Küstentanne (Abies grandis)
Lärche (Larix decidua)
Latsche (Pinus mugo)
Pappel (Populus sp.)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Roteiche (Quercus rubra)
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Schwarznuss (Juglans nigra)
Spitzahorn (Acer platanoides)
Stieleiche (Quercus robur)
Traubeneiche (Quercus petraea)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weide (Salix sp.)
Weißtanne (Abies alba)
Zirbe (Pinus cembra)
Baumzahl: Ca. 10 Millionen
Seehöhe: 750 m
Wuchsgebiet: 3.1: Östliche Zwischenalpen - Nordteil
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
6.2
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
1077

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Unsere zukünftigen Wälder

Baumartenvielfalt rettet den Wald

Früher wuchsen hier in Maria Saal nur Fichten und Kiefern. Der Boden war schlecht und den Bäumen ging es nicht gut.

Schon Mitte der Achtzigerjahre entschied man sich, die Nadelbäume mit Laubbäumen zu mischen, um die Gesundheit des Waldes zu fördern. Stieleichen und Hainbuchen sollten den Bestand ergänzen. Gewünschte Baumarten wurden gepflanzt, Naturverjüngung ließ man aufkommen. Das bedeutet, dass man das wachsen ließ, was die Natur einbrachte.

Es wurden auch Lupinen gepflanzt. Das sind Blumen, die Stickstoff im Boden binden, wodurch dieser verbessert wird. Da zeigte sich, welche Vielfalt an diesem Standort möglich ist. Anstatt nun die vielen natürlich aufkommenden Baumarten wegzuschneiden, um die gewünschten zu erhalten, förderte man die Mischung aus Pflanzung und Naturverjüngung.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 1984
Baumarten: Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Roteiche (Quercus rubra)
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Stieleiche (Quercus robur)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weymouth-Kiefer (Pinus strobus)
Zitterpappel (Populus tremula)
Grundgestein: Karbonat
Seehöhe: 590
Wuchsgebiet: 6.2 Klagenfurter Becken

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Die Natur als Vorbild

Die Natur als Partnerin

Anfang der 2000er-Jahre wurden die Fichten, die hier wuchsen, vom Borkenkäfer befallen und mussten gefällt werden.

Die Stadtgemeine entschloss sich, einen Waldbestand zu etablieren, der an den Standort angepasst ist und der mit klimafitten Baumarten die Herausforderungen der Zukunft meistern soll.

Es wurden Bergahorn und Schwarzerle für die Wertholzproduktion gepflanzt. Daneben nutzte man das, was die Natur einbrachte: Kiefer, Pappel, Hasel, Birke, Weide und Esche kamen von selbst auf und ergänzen die von Menschenhand gewählten Baumarten optimal.

Thema: Baumartenwahl
Anlagejahr: 2000
Größe: 0.2 ha
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 500
Wuchsgebiet: 6.2 Klagenfurter Becken

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Passender Standort – klimafitte Bäume

Wo kommen die fittesten Eichen her?

Orkanartige Stürme brachten die Fichten, die hier früher wuchsen, zu einem großen Teil zu Fall. In den Windwurflöchern wurden Stieleichen gepflanzt.

. Diese Baumart gilt als Hoffnung für die Zukunft, da sie gut auf die zu erwartenden Klimaveränderungen angepasst ist. Doch nicht nur deren Klimafitness war der Grund der Wahl. Das Bundesforschungszentrum für Wald hat gemeinsam mit der Stadtgemeinde Völkermarkt auch eine Herkunfts-Versuchsfläche angelegt.

Die hier gepflanzten Eichen unterscheiden sich nämlich genetisch voneinander. Genauer gesagt stammen sie aus 13 verschiedenen Gebieten aus Österreich, Kroatien, Tschechien und Slowenien. Regelmäßige Messungen liefern Hinweise, welche Herkünfte besonders stabil und gesund wachsen und gut für die Zukunft geeignet sein könnten.

Thema: Herkunftswahl
Anlagejahr: 2010
Größe: 0.2 ha
Baumarten: Stieleiche (Quercus robur)
Grundgestein: Karbonat
Seehöhe: 490
Wuchsgebiet: 6.2 Klagenfurter Becken

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Kernbotschaft:

Kärnten sucht die klimafittesten Eichen

Standraum Fichte Ossiach

Der Ossiacher Tauern bietet beste Voraussetzungen um die Auswirkungen von Durchforstungsmaßnahmen in einem Fichtenbestand zu untersuchen.

Das Exkursionsgebiet Revier "Ossiacher Tauern" gehört zum Betreuungsbreich des Försterdienstbezirkes Ossiach der Forstverwaltung Millstatt der ÖBf AG. Es ist außerdem ein wichtiges Naherholungsgebiet für Ballungszentren und Touristen, daher wird einer naturnahen Bewirtschaftung des Waldes besonders hohe Bedeutung zugemessen. Am Nordabhang des Ossiacher Tauern, zwischen 500 und 1000 m Seehöhe, bestehen mehrere Versuche. Dies ist Versuch Nummer 330 zum Thema Durchforstung bei der Fichte.

Bei dieser Bestandesbegründung wurde die erste Winkelpflanzung Kärntens durchgeführt. Die Einrichtung des Versuches erfolgte durch Adaptierung eines von der Forstlichen Ausbildungsstätte (FAST) Ossiach 1978 eingerichteten Durchforstungsversuches in Fichte. Durch die FAST Ossiach wurden bis dahin periodische Messungen (Durchmesser in Brustöhe, Höhen) auf zwei etwa 1.000 Quadratmeter großen und verpflockten Parzellen durchgeführt, wobei eine Parzelle durchforstet wurde und die zweite als Vergleichsparzelle (Nullfläche) unbehandelt blieb.

Eine dauerhafte Nummerierung der Probebäume erfolgte nur bei den ausgewählten Z-Bäumen auf der durchforsteten Parzelle. Laut Aufzeichnungen wurden auf der durchforsteten Parzelle bis 2006 insgesamt 420 Vfm Schaftholz mit Rinde an Vornutzungsmasse bei vier Durchforstungen entnommen.

Die Neueinrichtung des Versuches durch das Institut für Waldwachstum und Waldbau des BFW wurde im Sommer 2006 durchgeführt. Die Lage der durchforsteten Parzelle (Parzelle Nr. 1) wurde beibehalten (1.000 m2), wobei die ursprünglich ausgewählten und markierten Z-Bäume in das Versuchsdesign übernommen wurden. Die Vergleichsparzelle (Parz-Nr. 2) wurde auf 840 m2 etwas verkleinert, weil im Randbereich der ursprünglichen Parzelle eine 5m breite Rückegasse verläuft, wodurch es bei Beibehaltung der ursprünglichen Lage und Parzellengröße zu Unterschätzungen bei Berechnungen der Hektarleistungen gekommen wäre.

Der Ossiacher Tauern:
Die Natürliche Waldgesellschaft ist hier ein Fichten-Tannen-Buchenwald. In mittleren und tieferen Lagen sind die Bestände laubbaumreicher, auf Oberhängen und Kuppenlagen dominieren Nadelbäume. Im mäßig niederschlagreichen, mäßig subkontinentalen Großklima herrschen folgende Temperatur- und Niederschlag-Kenndaten vor:

Jahresmitteltemperatur 7 - 8 °C
Jahresniederschlag 1.000 - 1.100 mm
Winter 150 - 200 mm
Frühling 200 - 250 mm
Sommer 350 - 400 mm
Herbst 300 - 350 mm

Im Winter kann Nassschnee zum Problem werden.

Auf 77 Prozent der Fläche finden sich frische, nährstoffreiche Braunerdeböden, die in Oberhangbereichen oft podsolige Dynamik annehmen. In diesem Sauerklee-Schattenblümchentyp herrschen sehr günstige Voraussetzungen für die natürliche Verjüngung und eine üppige Schlagvegetation vor. Damit leistet der Bestand einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt und Äsungsverbesserung.

Baumartenverteilung im gesamten Exkursionsgebeiet Ossiacher Tauern:
65 % Fichte
30 % Buche
5 % Tanne, vereinzelt Lärche und Kiefer

Leistungsfähigkeit: in Hang- und Unterhanglagen sehr wüchsige Standortseinheiten
Fichte und Tanne dGZ 100 = 10 - 14 (16)
Buche dGZ 100 = 7 - 9

Thema: Waldpflege
Anlagejahr: 1960
Größe: 0.18 ha
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Baumzahl: 3.420 Pflanzen / ha bei Bestandesbegründung
Größenaufteilung: 1.000 m2 durchforstete Fläche, 840 m2 Nullfläche
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 900 m
Exposition: NW
Geländeform: Oberhang
Neigung: 20°
Höhenstufe: Tiefmontan
Wuchsgebiet: 6.2 Klagenfurter Becken
Temperatur in °C:
(Jahresmittelwert)
7.5
Niederschlag in mm:
(Jahresmittelwert)
1.500

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Detailinfo

>> PDF-Download

Der Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume

Auch wenn jedes Stück Wald jemandem gehört, von seiner Wirkung bekommen wir alle etwas ab.

Er filtert Schadstoffe aus dem Trinkwasser und der Luft. Über die Photosynthese entnimmt er der Atmosphäre CO2 und bindet den Kohlenstoff in Blättern, Ästen, Stamm und Boden. Obendrein versorgt er uns mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz. Er schützt den Boden, auf dem er steht, vor Austrocknung und Erosion oder Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren. Tiere und Pflanzen finden in ihm Lebensraum und zu guter Letzt hat er auf uns Menschen einen erholsamen Effekt.

Der Mensch muss im Gegenzug dafür sorgen, dass der Wald gesund und stabil bleibt, damit er diese Ökosystemleistungen voll und ganz erfüllen kann. Mit einer klimafitten und nachhaltigen Bewirtschaftung unterstützt er jeden einzelnen Baum im Wachstum. Gesunde Bäume, die an den Standort angepasst sind, wachsen wesentlich gesünder, sind widerstandsfähiger gegen Schäden und können so ihre Ökosystemleistungen besser erfüllen.

Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Grundgestein: Silikat
Seehöhe: 900
Wuchsgebiet: 1.3 Subkontinentale Innenalpen – Ostteil / 3.3 Südliche Zwischenalpen

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Kernbotschaft:

Gesunde Bäume, stabiler Wald

Ein klimafitter Wald für Martinsberg

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldverjüngung
58 m

2. Station

Thema: Holzernte
29 m

3. Station

Thema: Baumsamen
1632 m

4. Station

Thema: Waldpflege
0 m

5. Station

Thema: Baumartenwahl
1629 m

6. Station

Thema: Waldpflege
5 m

Ziel des Wanderweges

Fichten haben es heutzutage schwer im Waldviertel. Die Klimaerwärmung macht ihnen zu schaffen, Trockenheit mögen sie gar nicht, sie werden kränklich und haben weniger Abwehrkräfte. Davon profitiert ihr Hauptschädling, der Borkenkäfer.

Gesunde Fichten können sich sehr gut mit Harzfluss gegen die Insekten zur Wehr setzen, aber eine Fichte, die unter Trockenheit leidet, schafft das nicht. Darum werden landauf – landab klimafitte Baumarten im Wald gepflanzt. Nicht um die Fichte komplett zu ersetzen, sie wird eine wichtige Wirtschaftsbaumart bleiben.

Länge der Route:
Dauer der Route:
0,5 Stunden
Grundgestein: Silikat
Seehöhe:
Wuchsgebiet: 9.2 Waldviertel m

1. Station


Naturverjüngung hat den großen Vorteil, dass der Baum mit großer Wahrscheinlichkeit an den Standort passt, an dem er steht. Kann der Samen im Waldboden keimen und sich dort gut verwurzeln, ist die ideale Voraussetzung für ein gesundes und stabiles Wachstum geschaffen.

Der Wald profitiert von verschiedenen Baum- und Gehölzarten allen Alters auf derselben Fläche. Die Vielschichtigkeit ist ein entscheidender Faktor für die Stabilität des Bestandes. Ungleich hohe Bäume bilden ein strukturiertes Kronendach, wodurch es seltener zu großen Windwürfen kommt.

Ein weiterer Vorteil der Vielfalt ist die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge. Zum einen, weil der Lebensraum auch für Gegenspieler von Forstschädlingen interessant ist, und zum anderen, weil durch die ungleichen Entwicklungsstadien und die verschiedenen Baumarten eine Massenvermehrung eines einzigen Schädlings verunmöglicht wird. Auch Wildschäden fallen weniger heftig aus, da sich die Verjüngung auf der gesamten Fläche verteilt und so nicht konzentriert verbissen wird.

Name: Zukunftsbäume für den Wald der Zukunft
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Andere Baumarten
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

2. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald bindet CO2 im Waldboden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff. Dieser bleibt im Holz und in den daraus entstehenden Produkten gespeichert.

Ungenutzte Wälder sind CO2-neutral. Während junge Bäume wachsen und CO2 binden, verrotten tote Bäume und setzen wieder Kohlenstoff frei.

In bewirtschafteten Wäldern werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen, um daraus zum Beispiel langlebige Holzprodukte herzustellen. Dadurch wird auch wieder Platz für neue Bäume frei.

Mehr Platz pro Baum bedeutet auch mehr Licht, mehr Wasser und mehr Nährstoffe pro Baum. Die
Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre
Ökosystemleistungen besser erfüllen.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)

3. Station


Die Europäische Lärche ist ein sogenannter Rohbodenkeimer. Das bedeutet, dass der Keimling auf einer humusreichen Schicht nicht ordentlich Wurzeln schlagen kann.

Sie bevorzugt Rohboden, also zum Beispiel schottrige Untergründe. Außerdem mag sie es als Lichtbaumart gerne hell und luftig, wenn sie heranwächst.

Deshalb stehen an diesem Standort in so großer Zahl lauter junge Lärchen. Früher war hier nämlich eine kleine Schottergrube, auf der keine Bäume gewachsen sind. Da hatte die Lärche ideale Bedingungen für ihre Entwicklung. Aufgrund dieser Eigenschaften ist sie als Pionierbaumart bekannt, die sehr schnell kahle Flächen wieder bewalden kann

Name: Lärchen lieben Licht
Thema: Baumsamen
Baumarten: Lärche (Larix decidua)

4. Station


Je höher die Biodiversität, desto gesünder und damit auch stabiler ist ein Wald. Darum werden hier spezielle Plätze geschaffen, damit sich Arten ansiedeln, die bei der Schädlingsbekämpfung helfen. Das sind zum Beispiel Nistkästen für Singvögel, Käuze und Fledermäuse.

Baumstümpfe oder ganze abgestorbene Bäume, die im Wald stehen oder liegen, sind die Lebensgrundlage für viele Organismen im Wald. Für einen Gutteil der im Wald lebenden Moose, Pilze, Insekten und Pflanzen sowie vielen Fledermaus- und Vogelarten bedeutet Totholz Nahrung und Lebensraum. Je nachdem, ob das Holz frisch oder vermodert, stehend oder liegend ist, zieht es verschiedene Lebewesen an.

Name: Vielfalt g’fallt dem Wald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Andere Baumarten
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Tanne (Abies alba)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

5. Station


Im Winter 2014/15 wurden viele der hier wachsenden Fichten durch Eisbruch geschädigt. Ende 2019 hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, eine Mischung aus heimischen, klimafitten Baumarten zu setzen.

Im Projekt „Wald der Zukunft“ wurde gemeinsam mit der NMS Martinsberg am Umbau des Waldstückes gearbeitet.

Bergahorn, Stieleiche, Rotbuche und Tanne ergänzen nun eine natürliche Verjüngung aus Fichte, Lärche und Eberesche. Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Daher setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, die sich gut ergänzen. Als Teil eines Mischwaldes können sie entscheidend zur Klimafitness des Waldes beitragen

Name: Klimafitte Bäume für Martinsberg
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)

6. Station


In der klimafitten Waldbewirtschaftung wird auf die ökologische Gestaltung des Waldrandes besonderes Augenmerk gelegt, denn ein reich strukturierter Waldrand bietet auf kleinstem Raum
zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum.

Hier haben Pflanzen Platz, die im Wald wenig Chance auf Wachstum haben, wie Sträucher und krautige Pflanzen. Unzählige tierische Nützlinge für den Wald und angrenzende landwirtschaftliche Flächen profitieren von den vielfältigen Strukturen. Auch Totholz ist ein wesentliches Element für den Artenreichtum.

Ein gestufter Waldrand kann die Gefahr von Windwurf und Bruch wesentlich reduzieren, weil er dem Sturm quasi den Wind aus den Segeln nimmt. Die Luftströmung wird durch die sanft ansteigende Struktur abgelenkt und Turbulenzen am Kronendach gemildert. Bei wenig Wind verhindert eine dichte Vegetation am Rand, dass die durch strömende Luft den Wald austrocknet.

Name: Der Waldrand – ein unterschätzter Lebensraum
Thema: Waldpflege
Baumarten: Eberesche (Sorbus aucuparia)
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Entlang des Quellenweges durch den klimafitten Wald

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Baumartenwahl
300 m

2. Station

Thema: Waldverjüngung
271 m

3. Station

Thema: Baumsamen
195 m

4. Station

Thema: Baumartenwahl
55 m

5. Station

Thema: Baumartenwahl
168 m

6. Station

Thema: Holzernte
443 m

7. Station

Thema: Waldpflege
573 m

8. Station

Thema: Holzernte
404 m

Ziel des Wanderweges

Ausgehend vom CurCafe in St. Radegund können die acht NETGEN-Stationen entlang des Quellenweges im Erhohlungswald auf einem entspannenden Spaziergang entdeckt werden.

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat gemeinsam mit dem Waldverband Steiermark und dem Waldbesitzer Pensionsversicherungsanstalt (PVA) einen informativen Rundwanderweg geschaffen, auf dem sich die Waldbesucherinnen und Spaziergänger über den Wald und seine vielfältigen und wichtigen Rollen in Zeiten der Klimaerwärmung informieren können.

Länge der Route:
Dauer der Route:
ca. eine Stunde
Seehöhe:
Bergauf: 136 m
Bergab: 82 m
Einkehrmöglichkeiten: CurCafe St. Radegund

1. Station


Der Mischwald ist in vielerlei Hinsicht eine gute Antwort auf die Klimaerwärmung. Er ist stabil gegenüber Schäden und bietet durch seine Vielfalt auch eine Streuung des waldbaulichen Risikos.

Das bedeutet, falls eine Baumart in Schwierigkeiten ist – etwa durch einen weit verbreiteten Schädlingsbefall – können die zahlreichen anderen Baumarten deren Wegfall kompensieren.

Klimafitter Waldbau setzt daher auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und einer ökologisch nachhaltigen Waldnutzung um die Auswirkungen der Klimaerwärmung abzumildern. Neben einer hohen Baumartenvielfalt wird auch dafür gesorgt, dass viele andere Lebewesen das Ökosystem Wald bereichern.

Name: Vielfalt vs. Eintönigkeit
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Eiche (Quercus sp.)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)
Kiefer (Pinus sp.)

2. Station


Auf dieser Fläche sind fast alle Bäume einem Sturm zum Opfer gefallen. Damit hier wieder ein stabiler Waldbestand entstehen kann, der zum Standort passt und gesund wächst, wurden verschiedene neue Baumarten gepflanzt.

Zusätzlich konnten Lärchen, Fichten und Kiefern dank der vielen Samenbäume rundherum natürlich aufkommen. Bäume, die heute gepflanzt werden oder in der Naturverjüngung aufkommen, sollten die nächsten 80 bis 150 Jahre gesund bleiben und stabil wachsen können. Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Daher setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, deren Stärken und Schwächen sich gut ergänzen. Als Teil eines Mischwaldes können sie entscheidend zur Klimafitness des Waldes beitragen.

Name: Neuer Wald für St.Radegund
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Eiche (Quercus sp.)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Kiefer (Pinus sp.)

3. Station


Auf manchen Verjüngungsflächen fallen besonders große Bäume auf, die älter sind als die umliegenden Pflanzen. Es handelt sich um Samenbäume, auch Überhälter genannt.

Sie dienen einerseits der Verbreitung von Samen, später werden sie auch gerne als Bauholz benutzt. Überhälter sind Bäume, die sehr gut an die Verhältnisse auf ihrem Standort angepasst sind. Sie geben diese Anpassung mit ihren Genen an ihre Nachkommen weiter.

Name: Angepasste Lärchen
Thema: Baumsamen
Baumarten: Lärche (Larix decidua)

4. Station


Auf diesem trockenen und warmen Standort wachsen viel mehr Kiefern als im restlichen Wald rundherum.

Baumarten wie zum Beispiel die Fichte oder die Buche mögen die Sonne zwar auch recht gerne, aber das ist ihnen dann doch wieder zu viel. Der Kiefer hingegen macht das weniger aus, sie findet hier optimale Bedingungen. Ihre Toleranz gegenüber Trockenheit und kargen Standorten macht Kiefernarten zu einer vielversprechenden Alternative in Zeiten der Klimaerwärmung. Die Kiefernart, die hier wächst, ist die Waldkiefer Pinus sylvestris.

Name: Manche mögen’s heiß
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Waldkiefer (Pinus sylvestris)

5. Station


Die Weißtanne ist die ideale Baumart für den Mischwald. Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem ist sie weniger trockenheitsanfällig und gleichzeitig sturmfester als die Fichte. Sie kann langsam im Schatten von Fichten wachsen, da sie auch mit wenig Licht auskommen kann.

Hier wurden vor einiger Zeit ein paar Fichten entfernt und dadurch mehr Licht auf den Boden gelassen. Die kleinen Tannen, die bis dahin im Dunkel des Waldbodens hockten, erkannten ihre Chance und wachsen seitdem um die Wette. Der Konkurrenzkampf um Wasser, Nährstoffe und Licht ist groß. Während sie den Wurzelraum mit den Konkurrenten teilen müssen, liefern sie sich im Höhenwachstum einen Wettlauf zum Licht.

Name: Wettkampf der Tannen
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Tanne (Abies alba)

6. Station


Wenn Bäume aus dem Wald entnommen werden, haben die übrig Gebliebenen einen Konkurrenzvorteil.

Sie werden besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt und haben bessere Lichtverhältnisse zur Verfügung. Die Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre Ökosystemfunktionen – wie Rohstoffproduktion für die Bioökonomie, Schutz von Boden, Wasser und Luft oder die Bindung von Kohlenstoff – besser erfüllen.

Name: Waldpflege für aktiven Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)
Kiefer (Pinus sp.)

7. Station


Stehen zu viele Bäume zu dicht gedrängt auf der für sie vorhandenen Fläche, so können sie nicht gesund und stabil wachsen.

Im Wurzelraum herrscht ein Konkurrenzkampf um Wasser und Nährstoffe und im Höhenwachstum geht’s um den besten Platz an der Sonne. Das führt dazu, dass die Stämme lang und dünn werden und die Kronen erst weit oben ansetzen. Die Bäume werden somit anfällig für Sturmschäden und Schneebruch.

Wachsen hingegen weniger Bäume auf der vorhandenen Fläche, können sie sich besser entwickeln. Sie bilden starke Stämme und breite Kronen aus. Zu viel Platz sollte auch wieder nicht zwischen den einzelnen Bäumen sein, da sie dann auch schon weiter unten am Stamm Äste zu bilden, was sie für die Verarbeitung zu Holzprodukten weniger attraktiv macht. In der klimafitten Waldbewirtschaftung versucht man, das richtige Gleichgewicht bei der Bestandesdichte zu finden, um die Erziehung von stabilen Bäumen mit entsprechender Holzqualität zu gewährleisten.

Name: Gesunde Bäume für einen stabilen Wald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)

8. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald bindet CO2 im Waldboden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff.

Dieser bleibt im Holz und den Produkten, die daraus entstehen, gespeichert. Ungenutzte Wälder sind CO2-neutral. Während junge Bäume wachsen und CO2 binden, verrotten tote Bäume und setzen wieder Kohlenstoff frei. In bewirtschafteten Wäldern werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen, um daraus zum Beispiel langlebige Holzprodukte herzustellen. Dadurch wird auch wieder Platz für neue Bäume frei.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Vom Scheiklhof zum Novystein durch einen klimafitten Wald

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldpflege
698 m

2. Station

Thema: Waldverjüngung
111 m

3. Station

Thema: Baumartenwahl
191 m

Ziel des Wanderweges

Vom beliebten Heurigen Scheiklhof in Rinnegg kann man in einer Stunde eine kurze Wanderung auf den Novystein unternehmen und dabei mehr über den klimafitten Wald erfahren.

In drei Stationen erfährt der interessierte Waldbesucher warum ein bewirtschafteter Wald für den Klimaschutz besser ist als ein Urwald und welche Rolle die Biodiversität in der Gesunderhaltung des Waldes spielt. Nach etwa einer dreiviertel Stunde erreicht man den Novystein von wo aus man eine tolle Aussicht auf den Schöckl und seine Umgebung genießen kann. Der Weg führt anschließend nach Osten wieder bergab und zurück zum Ausgangspunkt.

Länge der Route:
Dauer der Route:
Ca. eine Stunde
Seehöhe:
Bergauf: 177 hm
Bergab: 177 hm
Wuchsgebiet: 5.3: Ost- und Mittelsteirisches Bergland m
Einkehrmöglichkeiten: Heuriger Scheiklhof in Rinnegg

1. Station


Der Mischwald ist in vielerlei Hinsicht eine gute Antwort auf die Klimaerwärmung. Er ist stabiler gegenüber Schäden als Reinkulturen und bietet durch seine Vielfalt auch eine Streuung des waldbaulichen Risikos.

Im Mischwald kommen Baumarten aller Altersstufen und aller Arten am selben Standort vor. Dadurch gestaltet sich die Entnahme der „reifen“ Stämme natürlich etwas schwieriger als in einem Wald, in dem alle Bäume gleichzeitig gefällt werden. Der Forstarbeiter muss bei der Ernte sehr sorgfältig sein, um keine anderen Bäume zu verletzen, da diese ja im Bestand stehen bleiben und weiter wachsen sollen.

Der Wald ist Hauptbetroffener des Klimawandels und zugleich Teil der Lösung im Umgang mit den vorhergesagten Auswirkungen. Um die Bestände gesund, stabil und somit auch ertragsfähig zu erhalten ist eine klimafitte Waldpflege notwendig, die besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit und die Biodiversität legt.

Ist ein Urwald nicht das Allerbeste für den Klimaschutz?
Bäume nehmen während ihres Wachstums das klimaschädliche Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre auf und geben dieses wieder ab, wenn sie verrotten. Erntet man die Bäume aber bevor sie sich zersetzen und stellt daraus zum Beispiel Möbel oder Häuser her, bleibt das CO2 so lange in diesem Holz gebunden, so lange das Holzprodukt existiert. Dort wo Holz geerntet wurde, wachsen wieder neue Bäume, die weiter CO2 aus der Atmosphäre binden.

Totholz ist voller Leben
Einen Teil des toten Holzes im Wald zu belassen ist sehr wichtig für ein gut funktionierendes Ökosystem. Tote, aber noch stehende Bäume, dürre Asthaufen, Baumstümpfe oder frisch abgestorbene Stämme – sie alle bieten einer Vielzahl von Tieren, Pflanzen, Moosen, Flechten und Pilzen mannigfaltige Lebensräume. Je mehr verschiedene Lebewesen ein Ökosystem besiedeln, desto höher ist die Artenvielfalt, ein wichtiger Faktor für die Gesundheit eines Waldes.

Name: Gesunde und stabile Bäume im Mischwald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Eiche (Quercus sp.)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Lärche (Larix decidua)
Mehlbeere (Sorbus aria)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Spitzahorn (Acer platanoides)
Stieleiche (Quercus robur)
Tanne (Abies alba)
Traubenkirsche (Prunus padus)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weißtanne (Abies alba)
Kiefer (Pinus sp.)
Buche (Fagus sylvatica)

2. Station


Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Früher war die Fichte aufgrund ihrer Wuchsleistung die erste Wahl. Heute setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, deren Stärken und Schwächen sich gut ergänzen.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Baumkarriere
Ist eine Baumart in Schwierigkeiten, besteht der Wald immer noch aus zahlreichen anderen Baumarten, die deren Wegfall kompensieren können. Um das Risiko, das eine Baumart ausfällt, zu verteilen, wird in Zeiten des Klimawandels stärker auf eine vielfältige und standortangepasste Baumartenmischung gesetzt.

Naturverjüngung hat den großen Vorteil, dass der Baum mit großer Wahrscheinlichkeit an den Standort passt, an dem er steht. Kann der Samen im Waldboden keimen und sich dort gut verwurzeln, ist die ideale Voraussetzung für ein gesundes und stabiles Wachstum geschaffen.

Risikostreuung durch Vielfalt
Der Wald profitiert in jedem Fall von verschiedenen Baum- und Gehölzarten allen Alters auf der selben Fläche. Die Vielschichtigkeit ist ein entscheidender Faktor für die Stabilität des Bestandes. Ungleich hohe Bäume bilden ein strukturiertes Kronendach, wodurch es selten zu großen Windwürfen kommt.

Ein weiterer Vorteil der Vielfalt ist die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge. Zum einen, weil der Lebensraum auch für Gegenspieler von Forstschädlingen interessant ist und zum anderen weil durch die ungleichen Entwicklungsstadien und die verschiedenen Baumarten eine Massenvermehrung eines einzigen Schädlings verunmöglicht wird. Auch Wildschäden fallen weniger heftig aus, da sich die Verjüngung auf der gesamten Fläche verteilt und so nicht konzentriert verbissen wird.

Name: Mischwald, naturnah und klimafit
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Lärche (Larix decidua)
Mehlbeere (Sorbus aria)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Spitzahorn (Acer platanoides)
Traubenkirsche (Prunus padus)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Walnuss (Juglans regia)
Kiefer (Pinus sp.)
Buche (Fagus sylvatica)

3. Station


Bäume, die an das heutige wie an das zukünftige Klima angepasst sind, können gesund und stabil wachsen und ihre Ökosystemfunktionen erfüllen. Klimafitter Waldbau setzt daher auf den Erhalt der biologischen Vielfalt (=Biodiversität) und einer ökologisch nachhaltigen Waldnutzung um die Auswirkungen der Veränderungen abzumildern.

Waldbau unterstützt Anpassung
Eine dieser Veränderungen sind andere Wachstumsbedingungen in der nahen und fernen Zukunft. Dadurch wird auch die Baumartenzusammensetzung eine andere sein. Bäume, die heute keimen, werden in den nächsten 80 bis 150 Jahren sehr wahrscheinlich wärmere Bedingungen vorfinden.

Deshalb wurden hier Baumarten gepflanzt, die bis jetzt noch nicht vorkommen, die aber an die zukünftigen Verhältnisse besser angepasst sind. Winterlinde, Spitzahorn, Bergahorn und die Douglasie bereichern den vorhandenen Bestand und vertragen Wärme und Trockenheit.

Neben einer hohen Baumartenvielfalt wird auch dafür gesorgt, dass viele andere Lebewesen das Ökosystem Wald bereichern. Denn je höher die Biodiversität, desto gesünder und damit auch stabiler ist ein Wald. Darum werden zusätzlich spezielle Plätze geschaffen, damit sich Arten ansiedeln, die bei der Schädlingsbekämpfung helfen. Das sind zum Beispiel Nistkästen für Singvögel, Käuze und Fledermäuse oder Spechthöhlenbäume. Das Feuchtbiotop zieht Amphibien und wasserliebende Insekten an. Zudem erfüllt es die wichtige Funktion einer natürlichen Wasserbezugsstelle für die Tiere im Wald.

Name: Biodiversität für den Forstschutz
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Elsbeere (Sorbus torminalis)
Esche (Fraxinus sp.)
Feldahorn (Acer campestre)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Mehlbeere (Sorbus aria)
Tanne (Abies alba)
Traubenkirsche (Prunus padus)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Walnuss (Juglans regia)
Buche (Fagus sylvatica)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Rund um Übelbach durch den klimafitten Wald

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldverjüngung
192 m

2. Station

Thema: Baumartenwahl
241 m

3. Station

Thema: Holzernte
95 m

4. Station

Thema: Waldpflege
229 m

5. Station

Thema: Baumartenwahl
175 m

6. Station

Thema: Baumartenwahl
184 m

7. Station

Thema: Waldpflege
291 m

8. Station

Thema: Baumartenwahl
1845 m

9. Station

Thema: Holzernte
1535 m

10. Station

Thema: Baumsamen
1346 m

11. Station

Thema: Holzernte
992 m

12. Station

Thema: Waldpflege
684 m

13. Station

Thema: Waldpflege
231 m

14. Station

Thema: Waldpflege
344 m

15. Station

Thema: Baumartenwahl
1796 m

16. Station

Thema: Baumartenwahl
329 m

17. Station

Thema: Waldpflege
451 m

18. Station

Thema: Waldpflege
684 m

Ziel des Wanderweges

Ein Wald hat viele Aufgaben zu erfüllen. Er soll zur Erholung dienen, Lieferant von nachhaltigem Rohstoff sein, das Wasser filtern, die Luft reinigen, Lebensraum bereitstellen, vor Naturgefahren schützen und den Boden erhalten. Ein echter Tausendsassa ist der Wald!

Was der Wald alles für die Gesellschaft macht und was die Bevölkerung für den Wald tun kann, erfährst du auf dem 8,5 km langen Übelbacher Silberweg an 18 Stationen.

Länge der Route:
Dauer der Route:
ca. 2 Stunden
Grundgestein: Karbonat / Silikat
Seehöhe:
Bergauf: 273 hm
Bergab: 271 hm
Wuchsgebiet: 5.3 Ost- und Mittelsteirisches Bergland m
Einkehrmöglichkeiten: Vinothek-Cafe Monte Vino

1. Station


Als im Jänner 2008 der Sturm Paula über weite Landesteile hinwegfegte, blieben auch die Wälder rund um Übelbach nicht verschont. Für die betroffenen Waldbesitzer*innen bedeutete diese Katastrophe einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Für das Ökosystem Wald ist so ein Sturm natürlich auch nicht „angenehm“, doch die Natur kommt damit auf ihre Weise zurecht.

 

Innerhalb kurzer Zeit wachsen wieder Pflanzen. Samen umliegender Bäume finden Flächen, um zu keimen. Oft kommen völlig andere Baumarten auf, als vorher hier gewachsen sind. Für die Bewirtschafter*innen dieser Bestände ist es eine Chance, die Baumartenzusammensetzung mit Hilfe der Sukzession zu ändern und so klimafitte Wälder zu schaffen.

Name: Ein Sturm als Chance für den Wald
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Andere Baumarten

2. Station


Nicht jede Baumart wächst gleich gut auf allen Waldböden. Für die Standortwahl sind unter anderem pH-Wert, Dichte, Wasserhaushalt und Nährstoffgehalt wichtig. Fichten und Buchen wachsen zum Beispiel nicht so gerne auf schweren Böden, da sie diese nicht gut durchwurzeln können. Tannen und Eichen hingegen können solche Untergründe mit ihrem starken Wurzelwachstum sehr gut erschließen. Douglasien mögen Kalk nicht so gerne und Kiefern kommen mit sauren Böden gut zurecht.

 

Im Gemeindegebiet von Übelbach treten die geologischen Großeinheiten Grazer Paläozoikum und das Gleinalmkristallin auf. Das bedeutet, dass sowohl basische, kalkhaltige Böden (Karbonat) als auch saure Silikatböden (Urgestein) in der Region vorhanden sind. Das hat einen sehr großen Einfluss auf die Vegetation.

Name: Der Boden ist die Grundlage für die Baumartenwahl
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten

3. Station


Die Palette an Dingen, die man aus Holz herstellen kann, ist breit: Gebäude, Böden, Möbel, Spielzeug, Musikinstrumente und ähnliches sind gängige Produkte. Auch in Sportgeräten wie Ski, Snowboards und Fahrrädern kommt es zum Einsatz. Wird es zu Zellulose weiterverarbeitet, werden daraus WC-Papier, Schreibpapier, Karton und sogar Stoffe für Bekleidung hergestellt. Und wer hätte gedacht, dass sich Bäume in unserer Nahrung wiederfinden? Denn Birkenzucker kann ebenfalls aus Holz gewonnen werden.

 

Weil die Holzart sehr viel Einfluss auf den Klang des Instrumentes hat, werden für Musikinstrumente nur die edelsten und besten Hölzer verbaut. Diese werden auch Klangholz genannt. Langsam und regelmäßig gewachsenes Holz eignet sich dafür am besten, außerdem sollte der Baum möglichst gerade gewachsen sein und kaum Äste am Stamm haben. Bevor man dem Holz den ersten Klang entlocken kann, muss es vor der Verarbeitung aber noch über mehrere Jahre getrocknet werden.

Name: Was wird alles aus Holz gemacht?
Thema: Holzernte
Baumarten: Andere Baumarten

4. Station


Wer einen Habitatbaum im Wald stehen hat, hat Glück! Diese meist sehr alten Bäume sind als Rohstofflieferanten aufgrund ihrer Wuchsform ungeeignet und werden daher nicht geerntet. Das ist auch gut so, denn für das Leben im Wald sind sie von großer Bedeutung.

 

Sie bieten vielen Tieren, Pflanzen, Pilzen oder Mikroorganismen einen Lebensraum. Diese wohnen zum Beispiel in Baumhöhlen, die ein Specht mal hineingeklopft hat oder auch im Holz eines absterbenden Astes. Manche ernähren sich auch davon. Die meisten Bewohner solcher auch Biotopbäume genannten Riesen sind natürliche Feinde vieler Waldschädlinge und helfen, deren massenhafte Ausbreitung zu verhindern.

Name: Wie ein alter Baum beim Waldschutz hilft
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

5. Station


Klimafitter Waldbau setzt auf Vielfalt. Dabei wachsen verschiedene Baumarten, die an den Standort angepasst und unterschiedlich alt sind, auf einer Fläche. Bäume, die heute noch jung sind, sollten die nächsten 80 bis 150 Jahre gesund bleiben und stabil wachsen können.

 

Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Daher setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, die sich gut ergänzen. Als Teil eines Mischwaldes können sie entscheidend zur Klimafitness des Waldes beitragen.

Name: Wie wirkt Vielfalt im Wald?
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten

6. Station


Klimafitter Waldbau setzt auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und eine ökologisch nachhaltige Waldnutzung, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung abzumildern. Je höher die Biodiversität, desto gesünder und damit auch stabiler ist ein Wald. Je gesünder der Wald wiederum ist, desto mehr Tier- und Pflanzenarten finden sich ein.

 

Ein vielfältiger Mischwald ist in vielerlei Hinsicht eine gute Antwort auf die Klimaerwärmung, da er sehr widerstandsfähig ist. Die vielen unterschiedlichen Lebensräume, vom tiefen Boden über morsches Totholz bis zur lebendigen Baumkrone, ergänzen einander zu einem wertvollen Ökosystem, in dem auch der Mensch eine verantwortungsvolle Rolle spielt.

Name: Vielfalt g’fallt dem Wald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten

7. Station


Knapp ein Fünftel der Wälder in Österreich sind Schutzwälder. Sie verhindern zum Beispiel Steinschläge und Hangrutschungen, so wie hier. Aber auch die Vermeidung von Lawinenabgängen und der Erhalt des Bodens zählen zu den Aufgaben eines Schutzwaldes.

 

Nur ein stabiler und gesunder Wald kann seine Funktion voll und ganz erfüllen. So ein klimafitter Wald besteht aus vitalen Bäumen aller Altersstufen und auch die abgestorbenen Bäume erfüllen wichtige Zwecke. Deshalb kommt der Waldpflege in solchen Wäldern große Bedeutung zu.

Name: Der Wald schützt uns – schützen wir den Wald!
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

8. Station


Bis zu 500 Jahre alt, bis zu 65 m hoch und bis zu 3,8 m breit kann eine Weißtanne bei guten Bedingungen werden. Sie ist damit die größte heimische Baumart, die auch noch im Alter gute Zuwächse erzielen kann. Sie fühlt sich in den Alpen und den höheren Mittelgebirgen sehr wohl und ist an die Klimaverhältnisse in Österreich sehr gut angepasst.

 

Die Weißtanne kann langsam im Schatten von Fichten und anderen Bäumen wachsen, da sie auch mit wenig Licht auskommen kann. Sie kommt mit trockenen Bedingungen besser zurecht als die Fichte, einfach weil sie in Bereiche im Boden vordringen kann, an die die Fichte mit ihrer oberflächlichen Wurzelausbreitung nie hinkommt. Das macht sie zudem relativ sturmfest. Auch ihr Holz ist ein vielseitig einsetzbarer Rohstoff. Daher gilt diese Baumart als Hoffnungsträgerin in Regionen, in denen die Wuchsbedingungen für die Fichte immer schlechter, weil trockener, werden.

Name: Tannen für den klimafitten Wald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Weißtanne (Abies alba)

9. Station


Wenn Bäume aus dem Wald entnommen werden, haben die übrig gebliebenen einen Vorteil. Sie werden besser mit Wasser und Nähstoffen versorgt und haben optimalere Lichtverhältnisse zur Verfügung. Die Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre Ökosystemleistungen besser erfüllen. Die Voraussetzung für den positiven Effekt der Waldbewirtschaftung ist eine standortangepasste und nachhaltige Herangehensweise.

 

Wälder, die nicht genutzt werden, sind trotzdem sehr wichtig. So kann in Nationalparks und Naturwaldreservaten die natürliche Entwicklung des Waldes beobachtet werden, wenn forstliche Nutzung und menschliche Einflussnahme ausbleiben. Diese Flächen dienen der Forschung als wertvolle Referenzflächen, um die Vorgänge in dem komplexen Ökosystem Wald zu verstehen und daraus wichtige Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaerwärmung ableiten zu können.

Name: Warum werden Bäume aus dem Wald entfernt?
Thema: Holzernte
Baumarten: Andere Baumarten

10. Station


Auf manchen Verjüngungsflächen stechen besonders große Bäume hervor, die älter sind als die umliegenden Pflanzen. Es handelt sich um Samenbäume, auch Überhälter genannt. Diese dienen der Fortpflanzung der Bäume und zur Verbreitung der Samen, später werden sie auch gerne als Bauholz genutzt.

 

Überhälter sind Bäume, die sehr gut an die Verhältnisse auf ihrem Standort angepasst sind, Sie geben diese Anpassung mit ihren Genen an ihre Nachkommen weiter.

Name: Angepasste Lärchen
Thema: Baumsamen
Baumarten: Lärche (Larix decidua)

11. Station


Holz hat als nachwachsender Rohstoff eine große Bedeutung als Energieträger und kann energieintensive und fossile Rohstoffe wie Öl oder Erdgas ersetzen. Global und auch österreichweit steigt der Anteil an erneuerbaren Energien, wie etwa Bioenergie, Wasserkraft oder Solarenergie.

Name: Die Verwendung von Holz hilft dem Klima
Thema: Holzernte
Baumarten: Andere Baumarten

12. Station


Waldböden wirken als Schadstofffilter und sorgen für sauberes Trinkwasser. Dort, wo Wald wächst, werden keine Düngemittel, Schadstoffe oder Pflanzenschutzmittel in den Boden eingebracht, somit ist die Belastung des Grundwassers gering.

 

Die hohe Reinigungswirkung des Waldbodens rührt daher, dass die Bodenbearbeitung fehlt, der Boden mit Wurzeln durchzogen ist und der Humusgehalt sowie die biologische Aktivität hoch sind. Klimafitte Waldbewirtschaftung hat entscheidenden Einfluss auf die Bodengesundheit und somit auch auf die Wasserqualität.

Name: G’sunder Wald und gutes Wasser
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

13. Station


Holz mit besonders schönem Wuchs wird als Wertholz bezeichnet. Damit der Stamm gerade und mit so wenigen Ästen wie möglich wachsen kann, braucht er besondere Pflege, die man Wertholzerziehung nennt. Die Herausforderung dabei ist, dass der Baum wenige Äste entlang des Stammes ausbildet, aber dennoch eine große Krone hat, um sich ernähren zu können. Dabei soll er nicht zu hoch werden, da dies wieder zulasten seiner Stabilität ginge.

 

Die Person, die einen kleinen Baum in den Boden pflanzt, um ihn zu Wertholz zu erziehen, tut dies aber nicht für sich selbst, sondern für ihre Nachkommen. Denn bis zur Ernte vergehen je nach Baumart und Standort zwischen 80 und 150 Jahre.

Name: Auch Bäume brauchen Erziehung
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

14. Station


Pflanzen betreiben mit ihren Blättern und Nadeln Photosynthese, um Nährstoffe zu gewinnen. Dabei wird das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) aufgenommen. Die Pflanze löst das Kohlenstoff-Atom und lagert es als Traubenzucker in den Blättern, im Stamm und im Boden ein. Die Sauerstoff-Atome werden dabei wieder an die Atmosphäre abgegeben.

 

Erst, wenn ein Baum verrottet oder verbrannt wird, gelangt der Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre, er bleibt also im Holz gebunden, so lange das Holz bzw. ein Produkt daraus existiert. Zeitgleich wachsen anstelle eines geernteten Baumes wieder neue Bäume nach, die weiter fleißig CO2 reduzieren. Die nachhaltige Nutzung von Holz ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz.

Name: Wie der Wald CO2 in der Atmosphäre reduziert
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

15. Station


Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist in den Wäldern Mitteleuropas häufig anzutreffen und wird gerne als Mischbaumart eingesetzt. Sie verschmerzt Schneebruch relativ gut und bleibt auch bei Sturm stabil. Selbst auf nährstoffarmen Standorten zeigt sie ein gutes Wachstum, lange Dürreperioden und extreme Hitze verträgt sie aber weniger gut.

 

Steht die Buche auf einem Standort, der ihren Ansprüchen gerecht wird, kann sie bis zu 40 Meter hoch wachsen und 300, selten sogar bis zu 500 Jahre alt werden. Fast zehn Prozent der österreichischen Waldfläche besteht aus Buchen, sie ist damit die häufigste Laubbaumart und kommt in jedem Bundesland vor. In Zeiten der Klimaerwärmung spielt sie beim Umbau von reinen Fichtenwäldern zu klimafitten Mischwäldern eine große Rolle.

Name: Die Buche ist die „Mutter des Waldes“
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Rotbuche (Fagus sylvatica)

16. Station


Vielfalt ist die beste Antwort auf die Klimaerwärmung. Je mehr unterschiedliche Baumarten im Wald wachsen, desto geringer ist das waldbauliche Risiko. Das bedeutet, falls eine Baumart in Schwierigkeiten ist – etwa durch Schädlingsbefall –, können die zahlreichen anderen Baumarten deren Wegfall kompensieren.

 

Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen, besitzt eine charakteristische Krone und durchwurzelt unterschiedliche Bereiche im Boden. Durch diese Vielfalt entsteht eine große Bandbreite an Räumen für andere Lebewesen und die Stabilität des gesamten Waldes wird erhöht. Der einzelne Baum trägt als Teil eines gut an den Standort angepassten Mischwaldes entscheidend zu seiner Klimafitness bei.

Die Baumarten, die hier wachsen, wurden entweder gepflanzt oder haben sich auch natürliche Weise verjüngt:

 

Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Eiche (Quercus)

Fichte (Picea abies)

Linde (Tilia)

Nussbaum (Juglans regia)

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Tanne (Abies alba)

Vogelkirsche (Prunus avium)

Waldkiefer (Pinus sylvestris)

 

Auch strauchförmige Gehölze, die für die Vielfalt im Wald von Bedeutung sind, findet man hier:

Holunder (Sambucus nigra)

Weide (Salix)

Name: Erkennst du die klimafitte Vielfalt?
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Eiche (Quercus sp.)
Fichte (Picea abies)
Linde (Tilia sp.)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Walnuss (Juglans regia)
Weide (Salix sp.)

17. Station


Für viele Menschen ist der Wald ein Ort der Erholung und ein wichtiger Raum für viele Freizeitaktivitäten. Jung und Alt finden unter den wogenden Wipfeln Entspannung und Ruhe, das lässt sich nicht nur hier mit dem schönen Ausblick auf Übelbach und dem zur Rast einladenden Bankerl nachvollziehen.

 

Dabei darf man nicht vergessen, dass jedes Stück Wald jemandem gehört. 82 % der Wälder sind in privatem Besitz, 18 % teilen sich die Bundesforste, Länder und Gemeinden. Und die eigentlichen Bewohner des Waldes – die Tiere, Pflanzen, Moose, Flechten und Pilze? Die profitieren von den Besucherinnen und Besuchern, weil diese Menschen ein höheres Bewusstsein für den Wald und seine Bedürfnisse entwickeln, was sehr zu seinem Schutz beiträgt.

Name: Der Wald als Erholungsoase
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

18. Station


Auch wenn jedes Stück Wald jemandem gehört, von seiner Wirkung bekommen wir alle etwas ab. Ein gesunder Wald filtert Schadstoffe aus dem Trinkwasser und aus der Luft. Über die Photosynthese entnimmt er der Atmosphäre CO2 und bindet den Kohlenstoff in Blattmasse, Stamm und Boden. Obendrein versorgt er uns mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz. Er schützt den Boden, auf dem er steht, vor Austrocknung und Erosion oder Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren.

 

Tiere und Pflanzen finden im Wald Lebensraum und zu guter Letzt haben seine Wirkstoffe auf uns Menschen einen erholsamen Effekt. Das ist nachgewiesen. Das Rauschen der Blätter, die zwitschernden Vögel, der plätschernde Bach und seine Luft wirken entspannend und beruhigend.  Ein regelmäßiger Aufenthalt im Wald hilft beim Stressabbau und stärkt das Immunsystem.

Name: So tut der Wald den Menschen gut
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Ein klimafitter Waldspaziergang bei Frohnleiten

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldpflege
111 m

2. Station

Thema: Baumartenwahl
111 m

3. Station

Thema: Waldpflege
525 m

4. Station

Thema: Waldverjüngung
575 m

5. Station

Thema: Baumartenwahl
208 m

6. Station

Thema: Waldpflege
228 m

7. Station

Thema: Holzernte
298 m

8. Station

Thema: Holzernte
160 m

9. Station

Thema: Herkunftswahl
209 m

10. Station

Thema: Baumschule
1117 m

11. Station

Thema: Baumartenwahl
515 m

12. Station

Thema: Waldpflege
438 m

13. Station

Thema: Waldpflege
93 m

14. Station

Thema: Waldverjüngung
108 m

15. Station

Thema: Waldpflege
295 m

Ziel des Wanderweges

Was macht einen Wald klimafit? Welche Rolle spielen die Forstwirtschaft, die Jagd und die Bioenergie in diesem Wald? Welche Baumarten sind für die Klimaerwärmung gerüstet?

Die Antworten darauf erfährt man in 15 Stationen auf dem knapp fünf Kilometer langen NETGEN-Wanderweg in Frohnleiten. In etwa 1,5 Stunden lässt sich der Weg gemütlich erwandern.

Länge der Route:
Dauer der Route:
1,5 Stunden
Grundgestein: Karbonat, Silikat
Seehöhe:
Wuchsgebiet: 5.3 Ost- und Mittelsteirisches Bergland m

1. Station


Die prächtigen Eschen, die hier einst dem Spazierweg Schatten spendeten, wurden von einem heimtückischen Triebsterben befallen, ausgelöst durch den Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus). Die wundervollen Bäume wurden zur Gefahr und so blieb der Gemeinde blieb nichts anderes übrig, als sie zu fällen.

Doch aus der Not wurde eine Tugend gemacht und nun wachsen hier viele verschiedene Baumarten zu einem klimafitten Wald heran. Die Vielfalt erhöht auch die Stabilität und die Gesundheit jedes einzelnen Baumes. Davon profitieren Mensch, Tier und Umwelt.

Name: Klimafitte Baumartenvielfalt
Thema: Waldpflege
Baumarten: Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

2. Station


Der Mischwald ist in vielerlei Hinsicht eine gute Antwort auf die Klimaerwärmung. Er ist stabil gegenüber Schäden und minimiert durch seine Vielfalt auch das waldbauliche Risiko. Das bedeutet, falls eine Baumart in Schwierigkeiten ist – etwa durch einen weit verbreiteten Schädlingsbefall wie im Fall der Esche hier – können die zahlreichen anderen Baumarten deren Wegfall kompensieren.

Klimafitter Waldbau setzt daher auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und einer ökologisch nachhaltigen Waldnutzung, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung abzumildern. Neben einer hohen Baumartenvielfalt wird auch dafür gesorgt, dass viele andere Lebewesen das Ökosystem Wald bereichern.

Name: Risikominimierung im Mischwald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

3. Station


Waldböden wirken als Schadstofffilter und sorgen für sauberes Trinkwasser. Dort, wo Wald wächst, werden keine Düngemittel, Schadstoffe oder Pflanzenschutzmittel in den Boden eingebracht, somit ist die Belastung des Grundwassers gering.

Die hohe Reinigungswirkung des Waldbodens rührt daher, dass die Bodenbearbeitung fehlt, der Boden mit Wurzeln durchzogen ist und der Humusgehalt sowie die biologische Aktivität hoch sind. Klimafitte Waldbewirtschaftung hat entscheidenden Einfluss auf die Bodengesundheit und somit auch auf die Wasserqualität.

Name: G’sunder Wald und gutes Wasser
Thema: Waldpflege
Baumarten: Rotbuche (Fagus sylvatica)

4. Station


Damit ein Baum keimen kann, braucht er von Anfang an Licht, Wasser und Nährstoffe. Das Sonnenlicht wird von den jungen Pflanzen zur Photosynthese benötigt. Außerdem bringt es Wärme in den Boden, wodurch die Bodenlebewesen aktiver sind und mehr Nährstoffe erzeugen können.

Wachsen allerdings die älteren Bäume zu dicht, kann kein Licht auf den Boden dringen. Dadurch werden weniger Nährstoffe frei, das macht es dem Baumnachwuchs schwer. Damit auch immer wieder neue Bäume nachwachsen können, werden in klimafitten Wäldern regelmäßig Bäume aus dem Wald entfernt.

Name: Mehr Licht für neue Bäume
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

5. Station


Klimafitter Waldbau setzt auf Vielfalt. Dabei wachsen verschiedene Baumarten, die an den Standort angepasst und unterschiedlich alt sind, auf einer Fläche. Bäume, die heute noch jung sind, sollten die nächsten 80 bis 150 Jahre gesund bleiben und stabil wachsen können.

Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Daher setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, die sich gut ergänzen. Als Teil eines Mischwaldes können sie entscheidend zur Klimafitness des Waldes beitragen.

Name: Wie wirkt Vielfalt im Wald?
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Schwarzkiefer (Pinus nigra)
Stieleiche (Quercus robur)

6. Station


Stehen zu viele Bäume zu dicht gedrängt auf der für sie vorhandenen Fläche, so können sie nicht gesund und stabil wachsen. Im Wurzelraum herrscht ein Konkurrenzkampf um Wasser und Nährstoffe und im Höhenwachstum geht’s um den besten Platz an der Sonne. Das führt dazu, dass die Stämme lang und dünn werden und die Kronen erst weit oben ansetzen. Die Bäume werden somit anfällig für Sturmschäden und Schneebruch.

Jede Baumart hat ihren individuellen Platzbedarf, manche kommen mit weniger Platz zurecht, andere vertragen den Dichtstand schlechter. In der klimafitten Waldbewirtschaftung versucht man, das richtige Gleichgewicht bei der Bestandesdichte zu finden, um die Erziehung von stabilen Bäumen mit entsprechender Holzqualität zu gewährleisten.

Name: Gesunde Bäume für einen stabilen Wald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Rotbuche (Fagus sylvatica)

7. Station


Wenn Bäume aus dem Wald entnommen werden, haben die übrig gebliebenen einen Vorteil. Sie werden besser mit Wasser und Nähstoffen versorgt und haben optimalere Lichtverhältnisse zur Verfügung. Die Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre Ökosystemleistungen besser erfüllen.

Das entnommene Holz hat als nachwachsender Rohstoff eine große Bedeutung als Energieträger und kann energieintensive und fossile Rohstoffe wie Öl oder Erdgas ersetzen. Global und auch österreichweit steigt der Anteil an erneuerbaren Energien, wie etwa Bioenergie, Wasserkraft oder Solarenergie.

Name: Warum werden Bäume aus dem Wald entfernt?
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

8. Station


Holz ist ein extrem vielseitiger Werkstoff. Neben seiner Bedeutung als Energieträger hat es noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. Und das ist gut für unser Klima, denn der Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid (CO2), den die Bäume in der Biomasse einlagern, bleibt so lange im Holz gebunden, so lange das Produkt existiert und ist daher nicht mehr als Treibhausgas in der Atmosphäre schädlich.

Die Palette an Dingen, die man aus Holz herstellen kann, ist breit: Gebäude, Böden, Möbel, Spielzeug, Musikinstrumente und ähnliches sind gängige Produkte. Auch in Sportgeräten wie Ski, Snowboards und Fahrrädern kommt es zum Einsatz. Wird es zur Zellulose weiterverarbeitet, werden daraus WC-Papier, Schreibpapier, Karton und sogar Stoffe für Bekleidung hergestellt. Und wer hätte gedacht, dass sich Bäume in unserer Nahrung wiederfinden? Denn Birkenzucker kann ebenfalls aus Holz gewonnen werden.

Name: Was wird aus Holz gemacht?
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

9. Station


Die Douglasie ist im westlichen Nordamerika zuhause. Pollenfunde belegen, dass sie auch in Europa heimisch war, während der Eiszeiten aber ausgestorben ist. Auf Standorten an denen die Fichte auf Grund der Klimaerwärmung mit der Trockenheit kämpft, kann die tiefwurzelnde Douglasie zur Stabilität von Waldbeständen beitragen.

Das Holz ist wertvoll und widerstandsfähig und kann vielseitig verarbeitet werden. Im Aussehen ähnelt es dem der Lärche. Eine 84-jährige Douglasie im Hofwald kann bis zu 16 Festmeter Holz liefern, das sind 1,5 Fuhren eines Holz-LKW.

Name: Douglasien-Altbestand Hofwald
Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

10. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald kann CO2 im Boden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff binden. Dieser bleibt dann im Holz und den daraus entstehenden Produkten gespeichert, so lange diese existieren.

In ungenutzten Wäldern wird durch den Prozess der Verrottung toter Bäume in etwa so viel CO2 freigesetzt, wie durch das Wachstum der Bäume gebunden werden. Im bewirtschafteten Wald werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen. Daraus können langlebige Holzprodukte hergestellt werden, der Kohlenstoff bleibt darin gespeichert. Zugleich wachsen im Wald wieder junge Bäume nach, die fleißig weiteres CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Baumschule
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

11. Station


Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt. Das Wort beschreibt erstens die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Tier- und Pflanzenarten, zweitens die Vielfalt dieser Arten in einem Ökosystem und drittens die Vielfalt der Ökosysteme. Generell führt eine hohe Biodiversität zu einer höheren Stabilität und Gesundheit eines Waldökosystems, indem sich diverse Schädigungen meist in Grenzen halten.

Auch wirtschaftlich genutzte Wälder profitieren von einer möglichst hohen Vielfalt an Baumarten, Tieren, Pflanzen und anderen Organismen, weil diese zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels beitragen.

Name: Vielfalt, soweit das Auge blickt
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Bergulme (Ulmus glabra)
Eiche (Quercus sp.)
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Weißtanne (Abies alba)
Kiefer (Pinus sp.)

12. Station


Für viele Menschen ist der Wald ein Ort der Erholung und ein wichtiger Raum für viele Freizeitaktivitäten. Jung und Alt finden unter den wogenden Wipfeln Entspannung und Ruhe, das lässt sich nicht nur hier auf der Antonienhöhe, mit dem schönen Ausblick auf Adriach und dem zur Rast einladenden Bankerl, nachvollziehen.

Dabei darf man nicht vergessen, dass jedes Stück Wald jemandem gehört. 82 % der Wälder sind in privatem Besitz, 18 % teilen sich die Bundesforste, Länder und Gemeinden. Und die eigentlichen Bewohner des Waldes – die Tiere, Pflanzen, Moose, Flechten und Pilze? Die profitieren von den Besucherinnen und Besuchern, weil diese Menschen ein höheres Bewusstsein für den Wald und seine Bedürfnisse entwickeln, was sehr zu seinem Schutz beiträgt.

Name: Der Wald als Erholungsoase
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

13. Station


Knapp ein Fünftel der Wälder in Österreich sind Schutzwälder. Sie verhindern zum Beispiel Steinschläge, so wie hier. Aber auch die Vermeidung von Lawinenabgängen und Hangrutschungen oder der Erhalt des Bodens zählen zu den Aufgaben eines Schutzwaldes.

Nur ein stabiler und gesunder Wald kann seine Funktion voll und ganz erfüllen. So ein klimafitter Wald besteht aus vitalen Bäumen aller Altersstufen und auch die abgestorbenen Bäume erfüllen wichtige Zwecke. Deshalb kommt der Waldpflege in solchen Wäldern große Bedeutung zu.

Name: Der Wald schützt uns – schützen wir den Wald!
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Weißtanne (Abies alba)

14. Station


Zu einem gesunden und klimafitten Wald gehört auch die Jagd. Jägerinnen und Jäger setzen eine Reihe lebensraumverbessernder Maßnahmen, wie etwa die Anlage von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, und tragen damit zur Erhöhung der Artenvielfalt bei.

Zu viele Wildtiere können zu einem Rückgang der Biodiversität führen. Sind zum Beispiel zu viele Rehe im Wald, werden mehr junge Bäume verbissen, was dazu führt, dass der Wald sich nicht verjüngen kann oder bestimmte Baumarten in der Verjüngung fehlen. Die Aufgabe der Jagd ist es unter anderem, für einen angepassten Wildbestand zu sorgen, der die Stabilität und die Gesundheit des Waldes nicht beeinträchtigt.

Name: Wie die Jagd die Klimafitness fördert
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Weißtanne (Abies alba)

15. Station


Baumstümpfe oder ganze abgestorbene Bäume, die im Wald stehen oder liegen, sind die Lebensgrundlage für viele Organismen im Wald. Für einen Gutteil der im Wald lebenden Moose, Pilze, Insekten und Pflanzen sowie vielen Fledermaus- und Vogelarten bedeutet Totholz Nahrung und Lebensraum. Je nachdem, ob das Holz frisch oder vermodert, stehend oder liegend ist, zieht es verschiedene Lebewesen an.

Bis zu zehn Prozent aller Bäume können abgestorben sein, damit der Wald davon profitieren und unsere multifunktionalen Anforderungen bestmöglich erfüllen kann. Seit einigen Jahren steigt der Totholzanteil und damit die Biodiversität in den österreichischen Wäldern an.

Name: Tote Bäume fördern die Biodiversität
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Weißtanne (Abies alba)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Ein klimafitter Waldspaziergang bei Hitzendorf

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Baumartenwahl
475 m

2. Station

Thema: Waldpflege
136 m

3. Station

Thema: Baumschule
280 m

4. Station

Thema: Baumsamen
292 m

5. Station

Thema: Herkunftswahl
540 m

6. Station

Thema: Waldpflege
131 m

7. Station

Thema: Holzernte
109 m

8. Station

Thema: Waldverjüngung
299 m

Ziel des Wanderweges

Was macht einen Wald klimafit? Die Antworten darauf erfährt man in acht Stationen auf dem knapp drei Kilometer langen NETGEN-Wanderweg.

In einer guten Stunde lässt sich der Weg gemütlich erwandern. Entlang von schmalen Pfaden, über Forstwege und einsame Straßen erfährt man, worauf es im klimafitten Wald ankommt.

Länge der Route:
Dauer der Route:
Eine Stunde
Seehöhe:
Bergauf: 138 hm
Bergab: 68 hm
Einkehrmöglichkeiten: Kirchenwirt Hitzendorf

1. Station


Der Mischwald ist in vielerlei Hinsicht eine gute Antwort auf die Klimaerwärmung. Er ist stabiler gegenüber Schäden als Reinkulturen und bietet durch seine Vielfalt auch eine Streuung des waldbaulichen Risikos.

Es kommen Baumarten aller Altersstufen und aller Arten am selben Standort vor. Dadurch gestaltet sich die Entnahme von erntereifen Stämmen etwas schwieriger, denn bei der Holzernte sollen keine Bäume verletzt werden, die erst in einigen Jahrzehnten ihr Erntealter erreichen. Zudem soll der wertvolle Jungwuchs erhalten bleiben, damit die freiwerdenden Waldflächen rasch wieder zuwachsen können. Der Forstarbeiter muss bei der Ernte sehr sorgfältig sein, um keine anderen Bäume zu verletzen, da diese ja im Bestand stehen bleiben und weiterwachsen sollen.

Name: Risikostreuung im Mischwald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weißtanne (Abies alba)
Buche (Fagus sylvatica)

2. Station


Stehen viele Bäume zu dicht gedrängt auf der für sie vorhandenen Fläche, so können sie nicht gesund und stabil wachsen. Im Wurzelraum herrscht ein Konkurrenzkampf um Wasser und Nährstoffe und im Höhenwachstum geht’s um den besten Platz an der Sonne.

Das führt dazu, dass die Stämme lang und dünn werden und die Kronen erst weit oben ansetzen. Die Bäume werden somit anfällig für Sturmschäden und Schneebruch. Wachsen hingegen weniger Bäume auf der vorhandenen Fläche, können sie sich besser entwickeln. Sie bilden starke Stämme und breite Kronen aus. Zu viel Platz sollte aber auch nicht zwischen den einzelnen Bäumen sein, da sich dann schon weiter unten am Stamm Äste bilden, was sie für die Verarbeitung zu Holzprodukten weniger attraktiv macht. In der klimafitten Waldbewirtschaftung versucht man, das richtige Gleichgewicht bei der Bestandesdichte zu finden, um die Erziehung von stabilen Bäumen mit entsprechender Holzqualität zu gewährleisten.

Name: Bäume brauchen Platz
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)

3. Station


Im Idealfall vermehren sich Bäume ganz von selbst. Viele Bäume blühen aber nur alle paar Jahre und dann fehlt die natürliche Verjüngung.

Pflanzung kann in vielen Wäldern aber eine sinnvolle Ergänzung zur Naturverjüngung sein. So kann man die Baumartenvielfalt erhöhen, indem man Bäume setzt, die bisher nicht vorgekommen sind, aber dennoch zum Standort passen oder die sich in der Naturverjüngung schwer tun, weil sie häufiger vom Wild verbissen werden.

Name: Klimafitness will gelernt sein
Thema: Baumschule
Baumarten: Weißtanne (Abies alba)

4. Station


Ein Baumsamen fällt auf den Waldboden um zu keimen und zu wachsen. Dabei hat er viele Konkurrenten um Licht, Wasser und Nähstoffe.

Wenn er Glück hat, fällt er auf einen Standort, an dem die Versorgung besser ist als an den umliegenden Plätzen. Dann kann er die Konkurrenten hinter sich lassen und zu einem stattlichen Baum heranwachsen. Deshalb ist es wichtig, dass alte Bäume absterben oder der Mensch sie zuvor entnimmt. So kommt wieder mehr Licht auf den Boden und den jungen Bäumen stehen mehr Nährstoffe und Wasser zur Verfügung.

Name: Mehr Licht für neue Bäume
Thema: Baumsamen
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)
Buche (Fagus sylvatica)

5. Station


Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Als Teil eines Mischwaldes können sie entscheidend zu seiner Klimafitness beitragen. Dabei ist es unerheblich, ob diese Bäume heimisch sind oder nicht, denn wenn sich der Standort ändert, ändern sich auch die Baumarten.

Die Edelkastanien in diesem Wald haben die adeligen Schlossbewohner früherer Zeiten für ihre Gärten aus dem Mittelmeerraum importiert. Die Bäume ließen sich natürlich nicht von Grundgrenzen aufhalten und verwilderten. Die heute hier wachsenden Kastanien passen aber gut auf diesen Standort und bereichern die Waldgesellschaft ökologisch.

Name: Andere Länder, andere Bäume
Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Edelkastanie (Castanea sativa)

6. Station


Klimafitter Waldbau setzt auf eine Baumartenvielfalt. Dabei wachsen verschiedene Baumarten in unterschiedlichen Altersstufen auf einer Fläche.

Fällt eine Baumart aufgrund eines spezialisierten Schadfaktors aus, so bleibt der Wald bestehen, weil noch genügend andere Bäume vorhanden sind. Reinkulturen sind zwar praktisch, wenn es um die Ernte geht, aber auf Veränderungen in Zeiten der Klimaerwärmung reagieren diese Systeme zu unflexibel. Ist nur eine Baumart vorhanden und diese fällt aufgrund eines Problems weg, steht auf der gesamten Waldfläche kein Baum mehr. Hat man hingegen mehrere Baumarten, wird der Ausfall einer Art von den anderen Bäumen kompensiert und der Wald bleibt erhalten.

Name: Eintönigkeit vs. Vielfalt
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)

7. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald bindet CO2 im Waldboden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff. Dieser bleibt im Holz und den Produkten, die daraus entstehen, gespeichert.

 

Ungenutzte Wälder sind CO2-neutral. Während junge Bäume wachsen und CO2 binden, verrotten tote Bäume und setzen wieder Kohlenstoff frei. In bewirtschafteten Wäldern werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen, um daraus zum Beispiel langlebige Holzprodukte herzustellen. Dadurch wird auch wieder Platz für neue Bäume frei. Mehr Platz pro Baum bedeutet auch mehr Licht, mehr Wasser und mehr Nährstoffe pro Baum. Die Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre Ökosystemleistungen besser erfüllen. Das sind zum Beispiel Schutzwirkung vor Naturgefahren, nachhaltige Rohstoffproduktion, Erholungsraum für Mensch und Tier, Schutz von Boden, Wasser und Luft oder die Kohlenstoffspeicherung.

 

Name: Nachhaltige Forstwirtschaft ist aktiver Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Weißtanne (Abies alba)
Buche (Fagus sylvatica)

8. Station


Die Weißtanne ist die ideale Baumart für den klimafitten Mischwald. Sie kann langsam im Schatten von Fichten und anderen Bäumen wachsen, da sie auch mit wenig Licht auskommen kann.

Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem ist sie weniger trockenheitsanfällig und gleichzeitig sehr sturmfest. Sie fühlt sich in den Alpen und den höheren Mittelgebirgen sehr wohl und ist an die Klimaverhältnisse in Österreich sehr gut angepasst. Die Erderwärmung wird zwar einige Standorte für die Tanne unbrauchbar machen, ausreichend gute Wuchsbedingungen werden dennoch in weiten Teilen des Landes erhalten bleiben.

Name: Tanne gut, alles gut
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Weißtanne (Abies alba)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Die klimafitten Fichten vom Bründlweg

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Holzernte
795 m

2. Station

Thema: Baumartenwahl
327 m

3. Station

Thema: Waldverjüngung
1345 m

4. Station

Thema: Waldpflege
1305 m

5. Station

Thema: Waldpflege
940 m

6. Station

Thema: Herkunftswahl
1177 m

7. Station

Thema: Waldpflege
530 m

8. Station

Thema: Waldpflege
802 m

9. Station

Thema: Baumsamen
309 m

Ziel des Wanderweges

Der Bründlweg führt über 11,4 Kilometer durch eine romantische Landschaft. Aussichtsreiche Plätze laden zum Verweilen ein und lassen den Blick in das satte Grün des steirischen Waldes eintauchen. Entlang des Weges verraten uns die Bäume das Geheimnis ihrer Fitness und wie der Wald in Zukunft den Auswirkungen der Klimaerwärmung trotzen kann.

Der romantische Bründlweg am Pogusch lädt Groß und Klein zu einem Spaziergang durch den Wald und über Almen ein. Der Weg verläuft ständig in einer Seehöhe von etwa 1.000 bis 1.2oo Metern und befindet sich damit in einer Lage, die im Sommer kühles Klima verspricht. Das mögen auch die Fichten sehr gerne, weshalb sie hier noch nicht zu den Todgesagten zählen. Doch die Klimaerwärmung macht auch vor der Hochsteiermark nicht halt und so wird sich auch der Wald an die Veränderungen anpassen.

Länge der Route:
Dauer der Route:
3,5 Stunden
Grundgestein: Silikat
Seehöhe:
Wuchsgebiet: 3.1 Östliche Zwischenalpen - Nordteil m
Einkehrmöglichkeiten: Wirtshaus Steirereck, Friedmanner, Schäffer Huber, Hocheggerhof, Rührer Hof, Herrbauer, Himmelreichbauer, Stieglitz Hütte

1. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald kann CO2 im Boden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff binden. Dieser bleibt dann im Holz und den daraus entstehenden Produkten gespeichert, so lange diese existieren.

In ungenutzten Wäldern wird durch den Prozess der Verrottung toter Bäume in etwa so viel CO2 freigesetzt, wie durch das Wachstum der Bäume gebunden werden. Im bewirtschafteten Wald werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen. Daraus können langlebige Holzprodukte hergestellt werden, der Kohlenstoff bleibt darin gespeichert. Zugleich wachsen im Wald wieder junge Bäume nach, die fleißig weiteres CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Name: Nachhaltige Holznutzung ist aktiver Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Vogelkirsche (Prunus avium)

2. Station


Es gibt wohl keine andere Baumart, die in den letzten Jahren derart ins Gerede gekommen ist, wie die Fichte: Die Klimaerwärmung macht ihr zu schaffen, Trockenheit mag sie gar nicht, sie wird kränklich und hat weniger Abwehrkräfte. Davon profitiert ihr Hauptschädling, der Borkenkäfer. Gesunde Fichten können sich nämlich sehr gut mit Harzfluss gegen die Insekten zur Wehr setzen, aber eine Fichte, die unter Trockenheit leidet, schafft das nicht.

Zum Glück befinden sich die Fichten hier im Optimum! Das bedeutet, dass die Seehöhe und das Klima perfekt für diese Baumart passen. Natürlich wird sich das Klima auch hier verändern, darum werden zusätzlich klimafitte Baumarten gepflanzt. Aber nicht um die Fichte komplett zu ersetzen, sie wird weiterhin die steirischen Wälder dominieren.

Name: Wie klimafit ist die Fichte?
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Fichte (Picea abies)

3. Station


Nachdem ein Sturm 2018 hier die alten Fichten geworfen hatte, saß der Schock zunächst tief. Allmählich wurden die Möglichkeiten hinter der Zerstörung erkannt und klimafitte Baumarten wie Bergulme, Bergahorn, Vogelkirsche und Birke gepflanzt. Fichte, Lärche, Tanne und Buche haben nun auch bessere Chancen in der natürlichen Verjüngung aufzukommen.

Dass die Fichte hier wieder wächst, ist gut und wichtig, denn sie passt hier her und wird auch in Zukunft in weiten Teilen der Steiermark einen hohen Stellenwert haben. Weil aber die Klimaerwärmung die Wuchsbedingungen auch in höheren Lagen verändern wird, ist es wichtig, den Wald vorzubereiten. Einerseits durch die Verwendung von heimischen Bäumen, die genetisch an die Veränderungen angepasst sind. Andererseits durch die verstärkte Einbringung weiterer klimafitter Baumarten.

Name: Wie eine Katastrophe neue Chancen bringt
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Bergulme (Ulmus glabra)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)

4. Station


Damit der Wald gesund und stabil wächst, also klimafit sein kann, muss er vom Menschen gepflegt werden. Denn nur dann kann er seine Ökosystemleistungen voll und ganz erfüllen und ist obendrein gegen Schäden besser gewappnet.

Der Wald würde natürlich auch ohne Zutun des Menschen wachsen, keine Frage. Aber er wäre den natürlichen Prozessen unterworfen, wie zum Beispiel der Konkurrenz. Im Kampf um Licht, Wasser und Nährstoffe wachsen Bäume manchmal sehr hoch und dünn. Das verringert aber die Vitalität jedes einzelnen Baumes. Bei der Waldpflege greift der Mensch in diesen Konkurrenzkampf ein, entnimmt gezielt Pflanzen und unterstützt dabei ausgewählte Bäume. Diese haben dann mehr Platz und können gesünder und stabiler wachsen. Das ist nur ein Beispiel, warum eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unsere Wälder fit für den Klimawandel macht.

Name: So tut der Mensch dem Wald gut
Thema: Waldpflege
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)

5. Station


Auch wenn jedes Stück Wald jemandem gehört, von seiner Wirkung bekommen wir alle etwas ab. Ein gesunder Wald filtert Schadstoffe aus dem Trinkwasser und aus der Luft. Über die Photosynthese entnimmt er der Atmosphäre CO2 und bindet den Kohlenstoff in Blattmasse, Stamm und Boden. Obendrein versorgt er uns mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz. Er schützt den Boden, auf dem er steht, vor Austrocknung und Erosion oder Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren.

Tiere und Pflanzen finden im Wald Lebensraum und zu guter Letzt haben seine Wirkstoffe auf uns Menschen einen erholsamen Effekt. Das ist nachgewiesen. Das Rauschen der Blätter, die zwitschernden Vögel, der plätschernde Bach und seine Luft wirken entspannend und beruhigend.  Ein regelmäßiger Aufenthalt im Wald hilft beim Stressabbau und stärkt das Immunsystem.

Name: So tut der Wald den Menschen gut
Thema: Waldpflege
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Traubenkirsche (Prunus padus)

6. Station


Bäume besitzen innerhalb ihrer Art große Unterschiede im Hinblick auf zahlreiche Eigenschaften. Deshalb achtet man bei der Aufforstung auf die passende Herkunft eines Baumes. Wie bei allen Lebewesen vererben auch Bäumen ihre Eigenschaften an die Nachkommen weiter. Die einen bilden zum Beispiel einen besonders geraden Stamm aus, andere sind resistenter gegen trockene Zeiten oder treiben später aus, was sie weniger anfällig gegen Spätfrost macht.

Viele dieser Eigenschaften sind entscheidend für ihre Klimafitness und können daher aktiv genutzt werden, um den Wald widerstandsfähiger gegen Schäden und anpassungsfähiger an die zukünftigen Bedingungen zu machen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Klimaveränderungen kann es auch notwendig sein, Herkünfte aus wärmeren Ländern hier zu setzen. Denn die heute gepflanzten Bäume müssen bis zu ihrer Ernte in 70 bis 120 Jahren an den Standort passen.

Name: Fichte ist nicht gleich Fichte
Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Fichte (Picea abies)

7. Station


Wer einen Veteranenbaum im Wald stehen hat, hat Glück! Diese meist sehr alten Bäume sind als Rohstofflieferanten aufgrund ihrer Wuchsform oft ungeeignet und werden daher nicht geerntet. Das ist auch gut so, denn für das Leben im Wald sind sie von großer Bedeutung.

Sie bieten vielen Tieren, Pflanzen, Pilzen oder Mikroorganismen einen wichtigen Lebensraum. Diese wohnen zum Beispiel in Baumhöhlen, die ein Specht mal hineingeklopft hat, oder auch im Holz eines absterbenden Astes. Manche ernähren sich auch davon. Die meisten Bewohner solcher auch Biotopbäume genannten Riesen sind natürliche Feinde vieler Waldschädlinge und helfen, deren massenhafte Ausbreitung zu verhindern.

Name: Wie alte Riesen bei der Waldpflege helfen
Thema: Waldpflege
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)

8. Station


Waldböden wirken als Schadstofffilter und sorgen für sauberes Trinkwasser. Dort, wo Wald wächst, werden keine Düngemittel, Schadstoffe oder Pflanzenschutzmittel in den Boden eingebracht, somit ist die Belastung des Grundwassers gering.

Die hohe Reinigungswirkung des Waldbodens rührt daher, dass die Bodenbearbeitung fehlt, der Boden mit den Wurzeln durchzogen ist und der Humusgehalt, sowie die biologische Aktivität hoch sind. Klimafitte Waldbewirtschaftung hat entscheidenden Einfluss auf die Bodengesundheit und somit auch auf die Wasserqualität.

Name: G'sunder Wald und gutes Wasser
Thema: Waldpflege
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Fichte (Picea abies)

9. Station


Genau wie der Himmelreichbauernhof ist auch diese Weißtanne (Abies alba) eine echte Rarität. Ganz so alt wie das Gehöft ist sie zwar noch nicht, aber einige Jahre hat sie schon auf dem Buckel. Sie hat hier einen guten Platz erwischt, an dem sie immer genügend Wasser und Nährstoffe zur Verfügung hatte, um zu so einem stattlichen Baum heranzuwachsen. Im Laufe der Jahrzehnte sind aus ihren Samen unzählige Nachkommen herangewachsen.

Die Weißtanne ist die ideale Baumart für den klimafitten Mischwald. Sie kann langsam im Schatten von Fichten und anderen Bäumen wachsen, da sie auch mit wenig Licht auskommen kann. Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem ist sie weniger trockenheitsanfällig und gleichzeitig sehr sturmfest. Sie fühlt sich in den Alpen und den höheren Mittelgebirgen sehr wohl und ist an die Klimaverhältnisse in Österreich sehr gut angepasst.

Name: Eine Tanne wie keine andere
Thema: Baumsamen
Baumarten: Tanne (Abies alba)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Ein klimafitter Waldspaziergang bei Turnau

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldpflege

2. Station

Thema: Baumartenwahl
217 m

3. Station

Thema: Waldpflege
85 m

4. Station

Thema: Waldpflege
69 m

5. Station

Thema: Waldpflege
81 m

6. Station

Thema: Holzernte
153 m

7. Station

Thema: Baumartenwahl
170 m

8. Station

Thema: Waldpflege
103 m

9. Station

Thema: Waldpflege
200 m

10. Station

Thema: Waldpflege
161 m

Ziel des Wanderweges

Was macht einen Wald klimafit? Welche Rolle spielen die Biodiversität, die Holznutzung und der Mensch in diesem Wald? Welche Baumarten sind für die Klimaerwärmung gerüstet?

Die Antworten darauf erfährt man in 10 Stationen auf dem drei Kilometer langen NETGEN-Wanderweg in Turnau. In einer knappen Stunde lässt sich der Weg gemütlich erwandern.

Länge der Route:
Dauer der Route:
Etwa eine Stunde
Grundgestein: Silikat
Seehöhe:
Bergauf: 85
Bergab: 78
Wuchsgebiet: 3.1 Östliche Zwischenalpen - Nordteil m

1. Station


Klimafitter Waldbau setzt auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und einer ökologisch nachhaltigen Waldnutzung, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung abzumildern. Je höher die Biodiversität, desto gesünder und damit auch stabiler ist ein Wald. Je gesünder der Wald wiederum ist, desto mehr Tier- und Pflanzenarten finden sich ein.

 

Neben einer hohen Baumartenvielfalt wird auch dafür gesorgt, dass viele andere Lebewesen das Ökosystem Wald bereichern. Wie zum Beispiel die Waldameise, die aufgrund ihrer Bedeutung für den Waldschutz oft auch als Polizei des Waldes bezeichnet wird.

Name: Vielfalt g’fallt dem Wald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Eiche (Quercus sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Weide (Salix sp.)
Buche (Fagus sylvatica)

2. Station


Die prognostizierte Klimaveränderung bringt nicht nur einen Wandel der einzelnen Klimakomponenten wie Temperatur und Niederschlag. Auch die Lebensbedingungen werden sich ändern. Das bedeutet, dass Bäume, die heute als klimafit gelten, vielleicht im Laufe ihres Lebens trotzdem Probleme mit steigenden Temperaturen bekommen könnten. Daher ist es ratsam, Baumarten zu fördern, die jetzt und auch in Zukunft an den Standort angepasst sind.

 

Das geschieht entweder durch gezielte Pflanzung von klimafitten Baumarten, die jetzt noch nicht hier vorkommen. Oder durch die gezielte Förderung jeder Baumarten, die in der Naturverjüngung von selbst aufkommen und denen in Zukunft gute Chancen eingeräumt werden.

Name: Angepasste Bäume haben’s leichter
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

3. Station


Vielfalt ist die beste Antwort auf die Klimaerwärmung. Je mehr unterschiedliche Baumarten im Wald wachsen, desto geringer ist das waldbauliche Risiko. Das bedeutet, falls eine Baumart in Schwierigkeiten ist – etwa durch Schädlingsbefall – können die zahlreichen anderen Baumarten deren Wegfall kompensieren.

 

Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen, besitzt eine charakteristische Krone und durchwurzelt unterschiedliche Bereiche im Boden. Durch diese Vielfalt entsteht eine große Bandbreite an Räumen für andere Lebewesen und die Stabilität des gesamten Waldes wird erhöht. Der einzelne Baum trägt als Teil eines gut an den Standort angepassten Mischwaldes entscheidend zu seiner Klimafitness bei.

Name: Klimafitte Baumartenvielfalt
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Eiche (Quercus sp.)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Tanne (Abies alba)
Kiefer (Pinus sp.)
Buche (Fagus sylvatica)

4. Station


Die Baumarten, die hier wachsen, wurden entweder gepflanzt oder haben sich auch natürliche Weise verjüngt. Zwischen der Station 3 und dieser Tafel hier wachsen:

Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Birke (Betula pendula)

Eberesche (Sorbus aucuparia)

Esche (Fraxinus excelsior)

Fichte (Picea abies)

Lärche (Larix decidua)

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Schwarzpappel (populus nigra)

Tanne (Abies alba)

Vogelkirsche (Prunus avium)

Waldkiefer (Pinus sylvestris)

 

Auch strauchförmige Gehölze, die für die Vielfalt im Wald von Bedeutung sind, findet man hier:

Haselnuss (Corylus avellana)

Weide (Salix)

Holunder (Sambucus nigra)

Name: Klimafitte Baumartenvielfalt
Thema: Waldpflege
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Schwarzpappel (Populus nigra)
Tanne (Abies alba)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Waldkiefer (Pinus sylvestris)

5. Station


Stehen zu viele Bäume zu dicht gedrängt auf der für sie vorhandenen Fläche, so können sie nicht gesund und stabil wachsen. Im Wurzelraum herrscht ein Konkurrenzkampf um Wasser und Nährstoffe und im Höhenwachstum geht’s um den besten Platz an der Sonne. Das führt dazu, dass die Stämme lang und dünn werden und die Kronen erst weit oben ansetzen. Die Bäume werden somit anfällig für Sturmschäden und Schneebruch.

 

Jede Baumart hat ihren individuellen Platzbedarf, manche kommen mit weniger Platz zurecht, andere vertragen den Dichtstand schlechter. In der klimafitten Waldbewirtschaftung versucht man, das richtige Gleichgewicht bei der Bestandesdichte zu finden, um die Erziehung von stabilen Bäumen mit entsprechender Holzqualität zu gewährleisten.

Name: Gesunde Bäume für einen stabilen Wald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)

6. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Klimaerwärmung. Der Wald kann CO2 im Boden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff binden. Dieser bleibt dann im Holz und in den daraus entstehenden Produkten gespeichert, so lange sie existieren.

 

In ungenutzten Wäldern wird durch den Prozess der Verrottung toter Bäume in etwa so viel CO2 freigesetzt, wie durch das Wachstum der Bäume gebunden wird. Im bewirtschafteten Wald werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen. Daraus können langlebige Holzprodukte hergestellt werden, der Kohlenstoff bleibt darin gespeichert. Zugleich wachsen im Wald wieder junge Bäume nach, die fleißig weiteres CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Andere Baumarten
Fichte (Picea abies)
Tanne (Abies alba)
Buche (Fagus sylvatica)

7. Station


Es gibt wohl keine andere Baumart, die in den letzten Jahren derart ins Gerede gekommen ist, wie die Fichte: Die Klimaerwärmung macht ihr zu schaffen, Trockenheit mag sie gar nicht, sie wird kränklich und hat weniger Abwehrkräfte. Davon profitiert ihr Hauptschädling, der Borkenkäfer. Gesunde Fichten können sich nämlich sehr gut mit Harzfluss gegen die Insekten zur Wehr setzen, aber eine Fichte, die unter Trockenheit leidet, schafft das nicht.

 

Zum Glück befinden sich die Fichten hier im Optimum! Das bedeutet, dass die Seehöhe und das Klima perfekt für diese Baumart passen. Natürlich wird sich das Klima auch hier verändern, darum werden zusätzlich klimafitte Baumarten gepflanzt. Aber nicht um die Fichte komplett zu ersetzen, sie wird weiterhin die steirischen Wälder dominieren.

Name: Wie klimafit ist die Fichte?
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Fichte (Picea abies)

8. Station


So tut der Mensch dem Wald gut

Damit der Wald gesund und stabil wächst, also klimafit sein kann, muss er vom Menschen gepflegt werden. Denn nur dann kann er seine Ökosystemleistungen voll und ganz erfüllen und ist obendrein gegen Schäden besser gewappnet.

Der Wald würde natürlich auch ohne Zutun des Menschen wachsen, keine Frage. Aber er wäre den natürlichen Prozessen unterworfen, wie zum Beispiel der Konkurrenz. Im Kampf um Licht, Wasser und Nährstoffe wachsen Bäume manchmal sehr hoch und dünn. Das verringert aber die Vitalität jedes einzelnen Baumes. Bei der Waldpflege greift der Mensch in diesen Konkurrenzkampf ein, entnimmt gezielt Pflanzen und unterstützt dabei ausgewählte Bäume. Diese haben dann mehr Platz und können gesünder und stabiler wachsen. Das ist nur ein Beispiel, warum eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unsere Wälder fit für den Klimawandel macht.

 

So tut der Wald den Menschen gut

Auch wenn jedes Stück Wald jemandem gehört, von seiner Wirkung bekommen wir alle etwas ab. Ein gesunder Wald filtert Schadstoffe aus dem Trinkwasser und aus der Luft. Über die Photosynthese entnimmt er der Atmosphäre CO2 und bindet den Kohlenstoff in Blattmasse, Stamm und Boden. Obendrein versorgt er uns mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz. Er schützt den Boden, auf dem er steht, vor Austrocknung und Erosion oder Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren.

 

Tiere und Pflanzen finden im Wald Lebensraum und zu guter Letzt haben seine Wirkstoffe auf uns Menschen einen erholsamen Effekt. Das ist nachgewiesen. Das Rauschen der Blätter, die zwitschernden Vögel, der plätschernde Bach und seine Luft wirken entspannend und beruhigend.  Ein regelmäßiger Aufenthalt im Wald hilft beim Stressabbau und stärkt das Immunsystem.

Name: Mensch und Wald
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

9. Station


Baumstümpfe oder ganze abgestorbene Bäume, die im Wald stehen oder liegen, sind die Lebensgrundlage für viele Organismen im Wald. Für einen Gutteil der im Wald lebenden Moose, Pilze, Insekten und Pflanzen sowie vielen Fledermaus- und Vogelarten bedeutet Totholz Nahrung und Lebensraum. Je nachdem, ob das Holz frisch oder vermodert, stehend oder liegend ist, zieht es verschiedene Lebewesen an.

 

Bis zu zehn Prozent aller Bäume können abgestorben sein, damit der Wald davon profitieren und unsere multifunktionalen Anforderungen bestmöglich erfüllen kann. Seit einigen Jahren steigt der Totholzanteil und damit die Biodiversität in den österreichischen Wäldern an.

Name: Tote Bäume fördern die Biodiversität
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

10. Station


Der Wald als Erholungsoase

Für viele Menschen ist der Wald ein Ort der Erholung und ein wichtiger Raum für viele Freizeitaktivitäten. Jung und Alt finden unter den wogenden Wipfeln Entspannung und Ruhe, das lässt sich nicht nur hier mit dem schönen Ausblick Richtung Turnau nachvollziehen.

Dabei darf man nicht vergessen, dass jedes Stück Wald jemandem gehört. 82 % der Wälder sind in privatem Besitz, 18 % teilen sich die Bundesforste, Länder und Gemeinden. Und die eigentlichen Bewohner des Waldes – die Tiere, Pflanzen, Moose, Flechten und Pilze? Die profitieren von den Besucherinnen und Besuchern, weil diese Menschen ein höheres Bewusstsein für den Wald und seine Bedürfnisse entwickeln, was sehr zu seinem Schutz beiträgt.

 

Der Wald schützt uns – schützen wir den Wald!

Knapp ein Fünftel der Wälder in Österreich sind Schutzwälder. Sie verhindern zum Beispiel Steinschläge. Aber auch die Vermeidung von Lawinenabgängen und Hangrutschungen oder der Erhalt des Bodens zählen zu den Aufgaben eines Schutzwaldes.

 

Nur ein stabiler und gesunder Wald kann seine Funktion voll und ganz erfüllen. So ein klimafitter Wald besteht aus vitalen Bäumen aller Altersstufen und auch die abgestorbenen Bäume erfüllen wichtige Zwecke. Deshalb kommt der Waldpflege in solchen Wäldern große Bedeutung zu.

Name: Der Wald schützt uns
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten
Eiche (Quercus sp.)
Fichte (Picea abies)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Weide (Salix sp.)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Roseggers klimafitte Waldheimat

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Holzernte
316 m

2. Station

Thema: Waldpflege
764 m

3. Station

Thema: Waldverjüngung
340 m

4. Station

Thema: Waldpflege
363 m

5. Station

Thema: Herkunftswahl
290 m

6. Station

Thema: Baumartenwahl
798 m

7. Station

Thema: Waldpflege
792 m

8. Station

Thema: Baumschule
271 m

9. Station

Thema: Baumartenwahl
709 m

10. Station

Thema: Baumsamen
1310 m

Ziel des Wanderweges

Die Waldheimat am Alpl ist ein Anziehungspunkt für Schulen und Freizeitsportler. Sanfte Hügel laden zu Wanderungen ein, zahlreiche Einkehrmöglichkeiten locken auch gemütliche Genießer der Natur. Neuerdings kann man bei einer zweistündigen Rundtour auch einiges über den klimafitten Wald erfahren.

Der Waldverband Steiermark hat hier gemeinsam mit dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) und den Waldbesitzern der Region einen informativen Rundwanderweg geschaffen. Die Waldschule dient dabei als zentraler Ausgangspunkt. Der 6,7 Kilometer lange Rundwanderweg führt über 240 Höhenmeter durch den steirischen Bauernwald. Elf Stationen geben Auskunft über den Wald und seine vielfältigen und wichtigen Rollen in Zeiten der Klimaerwärmung.

Länge der Route:
Dauer der Route:
gemütlich 2 Stunden
Seehöhe:
Bergauf: 240 m
Bergab: 240 m
Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Schlagobersbauer (www.schlagobersbauer.at)

1. Station


Ist es nicht besser für das Klima, den Wald unberührt zu lassen?
Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald bindet CO2 im Waldboden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff. Dieser bleibt im Holz und den Produkten, die daraus entstehen, gespeichert.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Andere Baumarten
Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

2. Station


Wie können wir auf den Klimawandel reagieren, um eine Destabilisierung des Waldes abzuwenden?
Jede Baumart hat ihre Stärken und Schwächen. Früher war die Fichte aufgrund ihrer Wuchsleistung die erste Wahl. Heute setzt man auf eine Mischung aus Baumarten, deren Stärken und Schwächen sich gut ergänzen. Ist eine Baumart in Schwierigkeiten, besteht der Wald immer noch aus zahlreichen anderen Baumarten, die deren Wegfall kompensieren können.

Name: Vielfalt vs. Eintönigkeit
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

3. Station


Wächst der Wald nicht von alleine?
Einige Baumarten wachsen schnell und stellen ihre Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im wahrsten Sinne in den Schatten. Um die Baumartenvielfalt in der Naturverjüngung zu erhöhen, kann man gezielt seltene und gewünschte Baumarten fördern indem man ihre stärksten Konkurrenten aus dem Bestand entfernt.

Name: Wie viel Natur steck in der Verjüngung?
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

4. Station


Ist ein Urwald nicht das Allerbeste für den Klimaschutz?
Ungenutzte Wälder sind CO2-neutral. Während junge Bäume wachsen und CO2
binden, verrotten tote Bäume und setzen wieder Kohlenstoff frei. In bewirtschafteten Wäldern werden Bäume geerntet bevor sie sich zersetzen, um daraus zum Beispiel langlebige Holzprodukte herzustellen. Dadurch wird auch Platz für neue Bäume frei, die wiederum CO2 aus der Atmosphäre binden.

Mehr Platz pro Baum bedeutet auch mehr Licht, mehr Wasser und mehr Nährstoffe pro Baum. Die Bäume werden dicker, haben mehr Blätter oder Nadeln und können auch den Wurzelraum besser erschließen. Dadurch wird der gesamte Bestand stabiler.

Name: Der Urwald als Klimaschützer?
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)

5. Station


Welche Baumarten sind fit für den Klimawandel?
Der Klimawandel verändert die Wuchsbedingungen und dadurch wird auch die Baumartenzusammensetzung eine andere sein. Bäume, die heute gepflanzt werden oder in der Naturverjüngung aufkommen, sollten die nächsten 80 bis 150 Jahre gesund bleiben und stabil wachsen können.

In den meisten Fichtenwäldern werden daher zusätzlich andere Baumarten gepflanzt. Ein Mischwald erhöht in vielen Fällen die Biodiversität und verringert die Gefahr von Waldschäden.

Name: Des Waldbauern Bauernwald
Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Birke (Betula sp.)
Fichte (Picea abies)

6. Station


Welchen Einfluss haben die Gene auf unsere Waldbäume?
Bäume besitzen innerhalb ihrer Art große Unterschiede im Hinblick auf zahlreiche Eigenschaften, zum Beispiel Wuchsleistung, Trockenstressresistenz, Nadelaustrieb und Frosthärte.

Viele dieser Eigenschaften sind entscheidend für ihre Klimafitness und können daher aktiv genutzt werden, um den Wald widerstandsfähiger gegen Schäden und anpassungsfähiger an die zukünftigen Bedingungen zu machen.

Name: Baumartenwahl im Kontext der Zeit
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

7. Station


Warum werden Bäume aus dem Wald entfernt?
Wenn Bäume aus dem Wald entnommen werden, haben die übrig Gebliebenen einen Konkurrenzvorteil. Sie werden besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt und haben bessere Lichtverhältnisse zur Verfügung. Die Baumstämme werden dicker und der Wurzelraum kann besser erschlossen werden. Dadurch wachsen sie gesünder und stabiler und können ihre Ökosystemfunktionen (z.B.: Schutzfunktion, nachhaltige Rohstoffproduktion für die Bioökonomie, Schutz von Boden, Wasser und Luft, Kohlenstoffspeicherung, …) besser erfüllen.

Name: Waldpflege ist aktiver Klimaschutz
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

8. Station


Wozu muss man zusätzlich Bäume pflanzen?
Im Idealfall vermehren sich Bäume ganz von selbst. Viele Bäume blühen aber nur alle paar Jahre und dann fehlt die natürliche Verjüngung. Pflanzung kann in vielen Wäldern aber eine sinnvolle Ergänzung zur Naturverjüngung sein. So kann man die Baumartenvielfalt erhöhen, indem man Bäume setzt, die bisher nicht vorgekommen sind, aber dennoch zum Standort passen.

Es werden heimische Baumarten gepflanzt, die genetisch besser an die zukünftigen Bedingungen angepasst sind und es werden neue Baumarten gepflanzt, die mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen werden.

Name: Vielfalt gewinnt
Thema: Baumschule
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

9. Station


Sind Tannen ein Ersatz für Fichten?
Der Dichter Peter Rosegger schreibt in der Einleitung seines Buches „Waldheimat“: „Es ist ja ein wunderliches Seelenleben, welches sich Manchen in dem Schatten der Tannenwälder, in den thauigen Wiesenthälern und auf den stillen Hochmatten entwickelt“.

Die Weißtanne ist der ideale Baum für den Mischwald. Sie kann im Schatten von Fichten wachsen, da sie auch mit wenig Licht auskommen kann. Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem ist sie weniger trockenheitsanfällig und gleichzeitig sturmfester als die Fichte.

Name: Des Dichters Tannenwald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Weißtanne (Abies alba)

10. Station


Was ist ein Überhälter?
Auf manchen Verjüngungsflächen fallen besonders große Bäume auf, die älter sind als die umliegenden Pflanzen. Es handelt sich um Samenbäume, auch Überhälter genannt. Die dienen einerseits der Verbreitung von Samen, später werden sie auch gerne als Bauholz genutzt.

Überhälter sind Bäume, die sehr gut an die Verhältnisse auf ihrem Standort angepasst sind. Sie geben diese Anpassung mit ihren Genen an ihre Nachkommen weiter.

Name: Was ist ein Überhälter?
Thema: Baumsamen
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Der klimafitte Stadtwald von Judenburg

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldpflege
257 m

2. Station

Thema: Baumartenwahl
198 m

3. Station

Thema: Baumartenwahl
322 m

4. Station

Thema: Waldverjüngung
300 m

5. Station

Thema: Holzernte
201 m

6. Station

Thema: Baumsamen
241 m

7. Station

Thema: Waldpflege
29 m

8. Station

Thema: Baumartenwahl
132 m

9. Station

Thema: Herkunftswahl
90 m

10. Station

Thema: Waldverjüngung
143 m

11. Station

Thema: Herkunftswahl
174 m

12. Station

Thema: Waldverjüngung
215 m

13. Station

Thema: Waldpflege
114 m

14. Station

Thema: Waldpflege
84 m

Ziel des Wanderweges

Der Stadtwald von Judenburg hat viele Aufgaben. Er soll zur Erholung dienen, Lieferant von nachhaltigem Rohstoff sein, das Wasser filtern, die Luft reinigen, Lebensraum bereitstellen, vor Naturgefahren schützen und den Boden erhalten. Ein echter Tausendsassa ist der Wald! Damit das auch in Zeiten der Klimaerwärmung so bleiben kann, unterstützen ihn die Forstleute dabei. Wie genau sie das machen, erfährst du hier auf 14 Stationen!

Komm mit uns in den Stadtwald von Judenburg und schau dir an, wie die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dafür sorgen, dass der Wald in Zeiten der Klimaerwärmung seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann.

Länge der Route:
Seehöhe:
Wuchsgebiet: 3.2: Östliche Zwischenalpen – Südteil m

1. Station


Auch wenn jedes Stück Wald jemandem gehört, von seiner Wirkung bekommen wir alle etwas ab. Er filtert Schadstoffe aus dem Trinkwasser und aus der Luft. Über die Photosynthese entnimmt er der Atmosphäre CO2 und bindet den Kohlenstoff in Blattmasse, Stamm und Boden. Obendrein versorgt er uns mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz. Er schützt den Boden, auf dem er steht, vor Austrocknung und Erosion oder Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren. Tiere und Pflanzen finden in ihm Lebensraum und zu guter Letzt hat er auf uns Menschen einen erholsamen Effekt.

Der Mensch muss im Gegenzug dafür sorgen, dass der Wald gesund und stabil bleibt. Denn nur dann kann er seine Ökosystemleistungen voll und ganz erfüllen und ist obendrein gegen Schäden besser gewappnet.

Name: Der Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume
Thema: Waldpflege
Baumarten: Eberesche (Sorbus aucuparia)
Esche (Fraxinus sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Traubenkirsche (Prunus padus)

2. Station


Die Gemeinde Judenburg ist bemüht, den Wald um die Stadt an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Langsam und Schritt für Schritt wird aus einem Fichten-dominierten Hochwald ein klimafitter Mischwald.

Dieser ist in vielerlei Hinsicht eine gute Antwort auf die Klimaerwärmung. Die Vielfalt der Baumarten erhöht die Stabilität des gesamten Bestandes und die Gesundheit jedes einzelnen Baumes. Davon profitieren Mensch, Tier und Umwelt.

Name: Klimafitte Baumartenvielfalt
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Tanne (Abies alba)

3. Station


Je höher die Baumartenvielfalt im Wald ist, desto geringer ist auch das waldbauliche Risiko. Das bedeutet, falls eine Baumart in Schwierigkeiten ist – etwa durch Schädlingsbefall – können die zahlreichen anderen Baumarten deren Wegfall kompensieren.

Klimafitter Waldbau setzt daher auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und einer ökologisch nachhaltigen Waldnutzung, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung
abzumildern. Neben einer hohen Baumartenvielfalt wird auch dafür gesorgt, dass viele andere Lebewesen das Ökosystem Wald bereichern.

Name: Risikostreuung im Mischwald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)

4. Station


Damit ein Baum keimen kann, braucht er von Anfang an Licht, Wasser und Nährstoffe. Das Sonnenlicht wird von den jungen Pflanzen zur Photosynthese benötigt. Außerdem bringt es Wärme in den Boden, wodurch die Bodenlebewesen aktiver sind und mehr Nährstoffe erzeugen können.

Wachsen allerdings die älteren Bäume zu dicht, kann kein Licht auf den Boden dringen. Dadurch werden weniger Nährstoffe frei, das macht es dem Baumnachwuchs schwer. Damit auch immer wieder neue Bäume nachwachsen können, werden in klimafitten Wäldern regelmäßig Bäume aus dem Wald entfernt.

Name: Mehr Licht für neue Bäume
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Buche (Fagus sylvatica)

5. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung. Der Wald kann CO2 im Boden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff binden. Dieser bleibt dann im Holz und den daraus entstehenden Produkten gespeichert, so lange diese existieren.

In ungenutzten Wäldern wird durch den Prozess der Verrottung toter Bäume in etwa so viel CO2 freigesetzt, wie durch das Wachstum der Bäume gebunden wird. Im bewirtschafteten Wald werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen. Daraus können langlebige Holzprodukte hergestellt werden, der Kohlenstoff bleibt darin gespeichert. Zugleich wachsen im Wald wieder junge Bäume nach, die fleißig weiteres CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Fichte (Picea abies)

6. Station


Auf manchen Verjüngungsflächen stechen besonders große Bäume hervor, die älter sind als die umliegenden Pflanzen. Es handelt sich um Samenbäume, auch Überhälter genannt. Diese dienen der Fortpflanzung der Bäume und zur Verbreitung der Samen, später werden sie auch gerne als Bauholz genutzt.

Überhälter sind Bäume, die sehr gut an die Verhältnisse auf ihrem Standort angepasst sind. Sie geben diese Anpassung mit ihren Genen an ihre Nachkommen weiter.

Name: Was ist ein Überhälter?
Thema: Baumsamen
Baumarten: Lärche (Larix decidua)

7. Station


Wer einen Habitatbaum im Wald stehen hat, hat Glück! Diese meist sehr alten Bäume sind als Rohstofflieferanten aufgrund ihrer Wuchsform ungeeignet und werden daher nicht geerntet. Das ist auch gut so, denn für das Leben im Wald sind sie von großer Bedeutung.

Sie bieten vielen Tieren, Pflanzen, Pilzen oder Mikroorganismen einen Lebensraum. Diese wohnen zum Beispiel in Baumhöhlen, die ein Specht mal hineingeklopft hat, oder auch im Holz eines absterbenden Astes. Manche ernähren sich auch davon. Die meisten Bewohner solcher auch Biotopbäume genannten Riesen sind natürliche Feinde vieler Waldschädlinge und helfen, deren massenhafte Ausbreitung zu verhindern.

Name: Wie ein alter Baum bei der Waldpflege hilft
Thema: Waldpflege
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

8. Station


Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt. Das Wort beschreibt erstens die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Tier- und Pflanzenarten, zweitens die Vielfalt dieser Arten in einem Ökosystem und drittens die Vielfalt der Ökosysteme. Generell führt eine hohe Biodiversität zu einer höheren Stabilität und Gesundheit eines Waldökosystems, indem sich diverse Schädigungen meist in Grenzen halten.

Auch wirtschaftlich genutzte Wälder profitieren von einer möglichst hohen Vielfalt an Baumarten, Tieren, Pflanzen und anderen Organismen, weil diese zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels beiträgt.

Name: Vielfalt, soweit das Auge blickt
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Tanne (Abies alba)
Buche (Fagus sylvatica)

9. Station


Bäume besitzen innerhalb ihrer Art große Unterschiede im Hinblick auf zahlreiche Eigenschaften. Die einen wachsen zum Beispiel schneller als andere oder bilden einen besonders geraden Stamm aus. Andere wieder sind resistenter gegen Trockenzeiten oder treiben später aus, was sie weniger anfällig gegen Spätfrost macht.

Viele dieser Eigenschaften sind entscheidend für ihre Klimafitness und können daher aktiv genutzt werden, um den Wald widerstandsfähiger gegen Schäden und anpassungsfähiger an die zukünftigen Bedingungen zu machen.

Name: Fichte ist nicht gleich Fichte
Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Fichte (Picea abies)

10. Station


Nachdem ein Sturm hier alle Fichten geworfen hat, werden wieder Bäume nachwachsen – so viel ist sicher. Die Fichte wird auch auf natürlichem Weg wieder hier ankommen und bleiben, sie passt hier her. Doch die Klimaerwärmung verändert die Wuchsbedingungen auch in höheren Lagen. Deshalb ist es wichtig, den Wald durch eine Mischung von verschiedenen Baumarten auf die Zukunft vorzubereiten.

Waldbauliche Entscheidungen von heute sollten dem Wald eine möglichst hohe Flexibilität in der Zukunft ermöglichen. Man setzt daher auf eine Mischung aus Baumarten, deren Stärken und Schwächen sich gut ergänzen und gut an den Standort passen.

Name: Wie eine Katastrophe neue Chancen eröffnet
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Fichte (Picea abies)

11. Station


Der Klimawandel wirft nun die Frage auf, ob man lokale und bereits angepasste Herkünfte nun durch solche ersetzen solle, die aus wärmeren Regionen stammen und besser an Trockenzeiten angepasst sind.

Über genetische Prozesse wie Genfluss, Migration und natürliche Auslese passen sich Waldbäume für gewöhnlich an neue Bedingungen an. In Zeiten der Klimaerwärmung ist die entscheidende Frage, wie rasch diese Entwicklungen ablaufen können.

Der Mensch kann dem Wald durch die Wahl der richtigen Herkunft bei der Anpassung helfen. Er kann zum Beispiel Herkünfte auswählen, die erst später austreiben, um die Bäume gegen Spätfrost zu wappnen, und er kann darauf achten, dass seine Jungpflanzen eine gute Trockentoleranz aufweisen.

Name: Wo komm‘ ich her, wo geh‘ ich hin?
Thema: Herkunftswahl
Baumarten: Fichte (Picea abies)

12. Station


Zu einem gesunden und klimafitten Wald gehört auch die Jagd. Jägerinnen und Jäger setzen eine Reihe lebensraumverbessernder Maßnahmen, wie etwa die Anlage von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, und tragen damit zur Erhöhung der Artenvielfalt bei.

Zu viele Wildtiere können zu einem Rückgang der Biodiversität führen. Sind zum Beispiel zu viele Rehe im Wald, werden mehr junge Bäume verbissen, was dazu führt, dass der Wald sich nicht verjüngen kann oder bestimmte Baumarten in der Verjüngung fehlen. Die Aufgabe der Jagd ist es unter anderem, für einen angepassten Wildbestand zu sorgen, der die Stabilität und die Gesundheit des Waldes nicht beeinträchtigt.

Name: Wie die Jagd die Klimafittness fördert
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Tanne (Abies alba)

13. Station


Waldböden wirken als Schadstofffilter und sorgen für sauberes Trinkwasser. Dort, wo Wald wächst, werden keine Düngemittel, Schadstoffe oder Pflanzenschutzmittel in den Boden eingebracht, somit wird das Grundwasser nicht belastet.

Die hohe Reinigungswirkung des Waldbodens rührt daher, dass die Bodenbearbeitung fehlt, der Boden mit Wurzeln durchzogen ist und der Humusgehalt sowie die biologische Aktivität hoch sind. Klimafitte Waldbewirtschaftung hat entscheidenden Einfluss auf die Bodengesundheit und
somit auch auf die Wasserqualität.

Name: G’sunder Wald und gutes Wasser
Thema: Waldpflege
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Fichte (Picea abies)
Tanne (Abies alba)
Buche (Fagus sylvatica)

14. Station


Knapp ein Fünftel der Wälder in Österreich sind Schutzwälder. Sie verhindern zum Beispiel Hangrutschungen und Steinschläge. Aber auch die Vermeidung von Lawinenabgängen oder der Erhalt des Bodens zählen zu den Aufgaben eines Schutzwaldes.

Nur ein stabiler und gesunder Wald kann seine Funktion voll und ganz erfüllen. So ein klimafitter Wald besteht aus vitalen Bäumen aller Altersstufen und auch die abgestorbenen Bäume erfüllen wichtige Zwecke. Deshalb kommt der Waldpflege in solchen Wäldern große Bedeutung zu.

Name: Der Wald schützt uns – schützen wir den Wald!
Thema: Waldpflege
Baumarten: Grünerle (Alnus viridis)

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Ein klimafittes Waldstück entlang der Salza

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldpflege

2. Station

Thema: Baumartenwahl
128 m

3. Station

Thema: Holzernte
207 m

4. Station

Thema: Baumartenwahl
163 m

5. Station

Thema: Waldpflege
251 m

6. Station

Thema: Waldverjüngung
213 m

Ziel des Wanderweges

Auf einem kurzen Stück des Gasteiger Rundweges im Naturpark Eisenwurzen finden Sie sechs NETGEN-Stationen.

Der Weg beginnt beim Kaiserbauer westlich von Gams und endet bei einem Bankerl mit wunderbarem Ausblick auf die Salza.

Länge der Route:
Dauer der Route:
Etwa eine halbe Stunde
Grundgestein: Karbonat
Seehöhe:
Bergauf: 4
Bergab: 56
Wuchsgebiet: 4.2 Nördliche Randalpen - Ostteil m

1. Station


In weiten Teilen Österreichs macht unter anderem die Klimaerwärmung eine Massenvermehrung der zwei Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher möglich.

Diese sind auf Fichten spezialisiert, die als Flachwurzler nicht sehr trockenheitstolerant sind. Daher versagt auch ihr natürliches Abwehrsystem, der Harzfluss, sobald sie zu wenig Wasser bekommen. Sehr zum Gefallen der Käfer, denn diese können sich dann ungehindert in den Baum einbohren und für Nachwuchs sorgen. Die Larven nagen dann im Reifungsfraß so lange unter der Rinde herum, bis der Baum überhaupt kein Wasser mehr zu den Nadeln transportieren kann und er schließlich abstirbt.

Die sogenannten Schädlinge sind ja eigentlich natürliche Bestandteile eines jeden Ökosystems, daher gehören auch die Borkenkäferarten in einen Wald. Nur eben nicht in diesen Ausmaßen, die uns seit mehreren Jahren hierzulande Sorgen bereiten. Der beste Weg, Massenvermehrungen dieser Insekten zu verhindern, ist ein gesunder, artenreicher Mischwald, regelmäßige Kontrollen und schneller Abtransport von befallenen Bäumen.

Name: Artenreichtum hält den Wald gesund
Thema: Waldpflege
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Erle (Alnus sp.)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Mehlbeere (Sorbus aria)
Tanne (Abies alba)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

2. Station


Die Eibe (Taxus baccata) ist wohl die außergewöhnlichste unter den europäischen Baumarten.

Anders als die anderen Nadelbäume hierzulande ist sie zweihäusig, das heißt, es gibt männliche und weibliche Bäume. Die markanten roten Beeren tragen nur die weiblichen Pflanzen. Wer die verführerisch roten Beeren naschen möchte, sollte den Kern keinesfalls verschlucken! Denn bis auf den rot gefärbten Samenmantel, den Arillus, sind alle Pflanzenteile – Nadeln, Holz und Samen – extrem giftig.

Sie ist außerdem die schattentoleranteste Baumart Europas, junge Eiben können gar nicht ohne den Schatten anderer Bäume gedeihen. Am besten wachsen sie in lichten Mischwaldbeständen unter Buchen, Tannen, Lärchen, Fichten, Ebereschen, Bergahorn und Mehlbeere – so wie hier.

Früher wurde die Eibe vielerorts als heiliger Baum verehrt und ihr Holz war Rohstoff für Bögen und Speere. Heute hat die Eibe nur noch wenig forstliche Bedeutung, ihr elastisches, hartes und dauerhaftes Holz wird hauptsächlich für künstlerische Zwecke sehr geschätzt.

Name: Eine außergewöhnliche Heiligkeit
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Eibe (Taxus baccata)

3. Station


Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft ist ein Hauptgrund für die Erderwärmung.

Der Wald kann CO2 im Boden und im Holz der Bäume langfristig in Form von Kohlenstoff binden. Dieser bleibt dann im Holz und den daraus entstehenden Produkten gespeichert, so lange diese existieren.

In ungenutzten Wäldern wird durch den Prozess der Verrottung toter Bäume in etwa so viel CO2 freigesetzt, wie durch das Wachstum der Bäume gebunden wird. Im bewirtschafteten Wald werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen. Daraus können langlebige Holzprodukte hergestellt werden, der Kohlenstoff bleibt darin gespeichert. Zugleich wachsen im Wald wieder junge Bäume nach, die fleißig weiteres CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Name: Holznutzung ist Klimaschutz
Thema: Holzernte
Baumarten: Ahorn (Acer sp.)
Andere Baumarten
Fichte (Picea abies)
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Tanne (Abies alba)

4. Station


Je vielfältiger der Lebensraum, desto mehr Orte sind vorhanden, an denen sich Arten ansiedeln, die zum Beispiel bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung helfen.

Das sind zum Beispiel hohle Bäume für Singvögel, Käuze und Fledermäuse. Auch wirtschaftlich genutzte Wälder profitieren von einer möglichst hohen Vielfalt an Baumarten, Tieren, Pflanzen und anderen Organismen, weil diese zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels beitragen.

Baumstümpfe oder ganze abgestorbene Bäume, die im Wald stehen oder liegen, sind die Lebensgrundlage für viele Organismen im Wald. Für einen Gutteil der im Wald lebenden Moose, Pilze, Insekten und Pflanzen sowie vielen Fledermaus- und Vogelarten bedeutet Totholz Nahrung und Lebensraum. Je nachdem, ob das Holz frisch oder vermodert, stehend oder liegend ist, zieht es verschiedene Lebewesen an.

Name: Vielfalt g’fallt dem Wald
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten

5. Station


Knapp 30 Prozent der Wälder in Österreich sind Schutzwälder. Sie verhindern zum Beispiel Hangrutschungen und Steinschläge.

Aber auch die Vermeidung von Lawinenabgängen oder der Erhalt des Bodens zählen zu den Aufgaben eines Schutzwaldes.

Nur ein stabiler und gesunder Wald kann seine Funktion voll und ganz erfüllen. Die Bäume benötigen ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe für ihr Wachstum. Mit nachhaltigen Waldpflegemaßnahmen werden ausgewählte Bäume gefördert und ein stabiler Mischwald erhalten.

So ein klimafitter Wald besteht aus vitalen Bäumen aller Altersstufen und auch die abgestorbenen Bäume erfüllen wichtige Zwecke. Welche das sind, erfährst du auf einer anderen Tafel…

Name: Der Wald schützt uns – schützen wir den Wald!
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

6. Station


Zu einem gesunden und klimafitten Wald gehört auch die Jagd.

Jägerinnen und Jäger setzen eine Reihe lebensraumverbessernder Maßnahmen, wie etwa die Anlage von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, und tragen damit zur Erhöhung der Artenvielfalt bei. Zu viele Wildtiere können zu einem Rückgang der Biodiversität führen. Sind zum Beispiel zu viele Rehe im Wald, werden mehr junge Bäume verbissen, was dazu führt, dass der Wald sich nicht verjüngen kann oder bestimmte Baumarten in der Verjüngung fehlen. Die Aufgabe der Jagd ist es unter anderem, für einen angepassten Wildbestand zu sorgen, der die Stabilität und die Gesundheit des Waldes nicht beeinträchtigt.

Name: Wie die Jagd die Klimafitness fördert
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Andere Baumarten

EXKURSION: Derzeit leider keine!

Nach dem Sturm kommt der klimafitte Wald ins Sölktal

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldpflege

2. Station

Thema: Waldverjüngung
814 m

3. Station

Thema: Waldpflege
2578 m

Ziel des Wanderweges

Nach einer Windwurfkatastrophe muss das forstliche Leben weitergehen. Der Wald kommt auf natürliche Weise zurück. Waldbesitzer, die einen Teil ihres Einkommens aus dem Verkauf von Holz beziehen, tun gut daran, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften.

So wurde es auch hier im Sölktal gemacht. Die Samen der umliegenden Bäume konnten auf der Windwurffläche auf der Grafenalm keimen. Dort, wo das nicht so recht gelingen wollte, wurde mit Pflanzungen nachgeholfen.

Gleichzeitig wird hier im Tal das Rotwild gefüttert. Das ist ein Schutz, damit die Tiere die jungen Bäume nicht anknabbern und es dem Wald so unmöglich machen, sich zu verjüngen. Denn das ist wichtig für einen gesunden und stabilen Wald.

Länge der Route:
Seehöhe:
Bergauf: 140
Bergab: 140
Einkehrmöglichkeiten: Breitlahnhütte (www.breitlahn-huette.net)

1. Station


Name: Breitlahnhütte
Thema: Waldpflege
Baumarten: Andere Baumarten

2. Station


Tourismus, Kulturlandschaft und Siedlungsgebiete drängen das Wild immer weiter zurück. Wird im Winter das Futterangebot knapp, können sie daher nicht in Tallagen ziehen, wo sie noch ausreichend Nahrung fänden. Also fressen sie im Bergwald die Spitzen (Verbiss) oder die Rinde (Schälen) junger Bäume. Durch die Fütterung lassen sich Schäden in schwierig zugänglichen Gebirgswäldern vermeiden.

Störungen während der Futteraufnahme können dazu führen, dass die Tiere sich nicht mehr zur Futterstelle trauen und sich wieder in den Wald zurückziehen. Die Klimaveränderungen sind eine große Herausforderung für Natur und Mensch. Damit der Wald seine Ökosystemfunktionen erfüllen kann, muss er einen gesunden und stabilen Baumbestand aufweisen. Je vitaler die Bäume sind, desto höher ist deren Fähigkeit, Starkwindereignisse, Insektenbefall oder Krankheiten unbeschadet zu überstehen.

Kleines Wörterbuch
Jägerlatein – Deutsch
Hirsch – männliches Rotwild
Hirschkuh – weibliches Rotwild
Kalb – Jungtier
Decke – Fell
Lichter – Augen
Lauscher – Ohren
Windfang – Nase
Äser – Maul
Wedel – Schwanz

Name: Mauthäuschen
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Andere Baumarten

3. Station


Im Dezember 2017 wurden die umliegenden Wälder von einer Sturmkatastrophe schwer getroffen. In einer einzigen Nacht zerstörte der Föhnsturm unter anderem 15 Hektar hier auf der Grafenalm.

Für den Forstbetrieb Colloredo-Mannsfeld war damit die Ernte von zehn Jahren vernichtet. Mitte Jänner 2018 begannen die Aufräumarbeiten. Binnen weniger Monate konnte das gesamte Schadholz von 11.000 Festmetern – das entspricht 370 LKW-Zügen – beseitigt werden. Damit hier wieder ein stabiler Waldbestand entstehen kann, der zum Standort passt und gesund wächst, setzt der Forstbetrieb auf Naturverjüngung. Das bedeutet, dass die Samen der umliegenden Bäume von selbst aufkeimen und die jungen Pflanzen auf ganz natürliche Weise anwachsen können. Hauptsächlich sind dies Fichte, Lärche, Bergahorn, Bergulme, Birke und Grauerle. Die kahl gebliebenen Flächen werden durch Aufforstungen nachgebessert. Durch die Klimaerwärmung verändern sich auch in höheren Lagen die Wuchsbedingungen. Deshalb ist es wichtig, den Wald durch eine Mischung von verschiedenen Baumarten auf die Zukunft vorzubereiten.

Name: Grafenalm
Thema: Waldpflege
Baumarten: Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)

Klimafitte Wiederbewaldung im Sattental

Stationen

Start des Wanderweges

1. Station

Thema: Waldverjüngung
372 m

2. Station

Thema: Baumartenwahl

Ziel des Wanderweges

Im November 2002 zog ein schwerer Föhnsturm durch das Ennstal. Die größte Gefahr nach Windwürfen ist die Vermehrung von Schädlingen wie zum Beispiel dem Borkenkäfer. Darum müssen die kaputten Bäume rasch entfernt werden. Nach der Entfernung der kaputten Bäume beginnt die künstliche Wiederbewaldung.

Zwischen Jungbäumen aus der Naturverjüngung werden auch Bäume gepflanzt. 2004 bis 2015 wurden hier Fichten, Lärchen, Tannen, Zirben und Douglasien angepflanzt. Die natürlich gewachsenen Birken wurden zur Stabilisierung des Bestandes stehen gelassen. Als Naturverjüngung werden die natürlich anwachsenden Nachkommen der umliegenden Bäume bezeichnet. Der Gegensatz dazu ist die forstliche Kultur durch künstliche Pflanzung. Im klimafitten Wald werden beide Verfahren miteinander kombiniert.

Waldgesellschaften werden sich verändern
Die prognostizierten Änderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden gravierende Auswirkungen auf unsere Wälder haben. Sie sind für die Waldbewirtschaftung eine große Herausforderung, da waldbauliche Entscheidungen (wie zum Beispiel die Baumartenwahl) sehr langfristig wirken. Dass sich unser Klima im Zeitraum eines Baumwachstums von 80 bis 120 Jahren verändern wird gilt als gesichert. Die Prognosen zur Ausmaß und Geschwindigkeit der Veränderung sind hingegen noch mit Unsicherheiten behaftet. Diesem Umstand lässt sich mit einer Baumartenwahl entgegenwirken, die möglichst viele verschiedene ökologische Ansprüche berücksichtigt.

Aktuelle Klimaprognosen gehen von einem Anstieg der Temperatur und einem Gleichbleiben oder leichten Absinken der Niederschläge aus, wobei mit einer Veränderung der Waldgesellschaften zu rechnen ist. Dies kann im Gebirge zu einer Verschiebung der Waldgrenze nach oben führen. Durch eine möglichst breite Baumartenwahl und eine große Strukturvielfalt lassen sich diese Risiken der Klimaveränderungen abschwächen.

Baumarten mit Superkräften
Dass wir Waldflächen verlieren ist relativ unwahrscheinlich. Außer vielleicht ganz im Osten Österreichs, wo an der unteren Waldgrenze problematische Bedingungen für das Baumwachstum wahrscheinlich sein werden, werden Bäume vorhanden sein. Die Frage ist jedoch ob der Wald die Ansprüche die an ihn gestellt werden erfüllen können wird. Durch Risikoverteilung über Vielfalt bleibt die Richtung in die sich ein Wald entwickelt für seine Bewirtschafter lenkbar.

Jede Baumart hat ihre besondere Fähigkeit – sozusagen ihre Superkraft. Einige sind sehr resistent gegen Trockenheit, andere besonders Sturmfest. Manche wurzeln gut auf nährstoffarmen Böden und bereiten diese für anspruchsvollere Baumarten vor. Berücksichtigt man die standörtlichen Gegebenheiten im eigenen Wald kann man sich so die Unterschiede der Baumarten im Waldbau zunutze machen.

Nachhaltige Empfehlungen
Vor 100 bis 150 Jahren war es in den meisten Teilen Österreichs die „richtige Enscheidung“ die Fichte nahezu überall anzubauen, auch an Standorten an denen sie nicht natürlich vorkommt. Man kann den Waldbauern von damals keinen Vorwurf machen, sie hatten andere Voraussetzungen und andere Ziele. Heute sehen wir viele Dinge anders und in 100 bis 150 Jahren werden unsere Nachfahren vielleicht wieder anders entscheiden. Wir handeln und entscheiden nach Stand des heutigen Wissens und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Der Unsicherheitsfaktor Klimawandel könnte diese Entscheidungen natürlich in einigen Jahrzehnten wieder umstoßen.

Aus heutiger Sicht als sicher gilt die Empfehlung für die Baumarten Waldföhre, Douglasie, Traubeneiche, Stieleiche, Flaumeiche, Spitzahorn, Feldahorn, Mehlbeere, Elsbeere, Feldulme, Kirsche, Birke, Winterlinde, Aspe, Edelkastanie und Walnuss.

Standort entscheidend für die Klimafitness
Je nach Standortsbedingungen können die großklimatischen Einflüsse verstärkt oder abgeschwächt werden. So bieten zum Beispiel frische Standorte mit tiefgründigen Böden den Bäumen bessere Wuchsbedingungen bei Trocken(stress)perioden als trockene, seichtgründige Kuppenstandorte.

Die ökologischen Ansprüche der Baumarten müssen verstärkt berücksichtigt werden. Besonders auf den „problematischen“ Standorten sind die Baumartenwahl und andere Waldbaumaßnahmen eingeschränkt. Die klimatischen Verhältnisse, die Bodennährstoffe und die Bodenfeuchte bestimmen im Wesentlichen Wachstum und Vitalität der Bäume. In Zukunft werden im Waldbau die klimatische Ansprüche der Baumarten sowie deren genetischen Eigentschaften im Hinblick auf ihre Ansprüche immer wichtiger.

Länge der Route:
Grundgestein: Gneis
Seehöhe:

1. Station


Windwurf, Wiederbewaldung und Verjüngung
Die größte Gefahr nach Windwürfen ist die Vermehrung von Schädlingen wie zum Beispiel dem Borkenkäfer. Darum müssen die kaputten Bäume rasch entfernt werden.

Nach der Entfernung der kaputten Bäume beginnt die künstliche Wiederbewaldung. Zwischen Jungbäumen aus der Naturverjüngung werden auch Bäume gepflanzt. Als Naturverjüngung werden die natürlich anwachsenden Nachkommen der umliegenden Bäume bezeichnet. Der Gegensatz dazu ist die forstliche Kultur durch künstliche Pflanzung. Im klimafitten Wald werden beide Verfahren miteinander kombiniert.

Name: Ein klimafitter Wald für das Sattental
Thema: Waldverjüngung
Baumarten: Andere Baumarten
Birke (Betula sp.)
Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Tanne (Abies alba)
Zirbe (Pinus cembra)

2. Station


Klimafitte Baumarten für eine hohe Vielfalt
Waldbauliche Entscheidungen von heute sollten dem Wald eine möglichst hohe Flexibilität in der Zukunft ermöglichen. Man setzt daher auf eine Mischung aus Baumarten, deren Stärken und Schwächen sich gut ergänzen und gut an den Standort passen.

Im klimafitten Wald werden auch nicht-heimische Baumarten aus trockeneren und wärmeren Gegenden angebaut. Diese Pflanzen sind an Bedingungen gewöhnt, die aufgrund der Klimaerwärmung in Zukunft auch bei uns wahrscheinlich sind. In enger räumlicher Verzahnung mit ein heimischen Baumarten wird so das Spektrum an künftig geeigneten Baumarten erhöht.

Auf manchen Verjüngungsflächen fallen besonders große Bäume auf, die älter sind als die umliegenden Pflanzen. Es handelt sich um Samenbäume, auch Überhälter genannt. Diese Bäume sind sehr gut an die Verhältnisse auf ihrem Standort angepasst und geben diese Eigenschaft in ihren Genen an die Nachkommen weiter.

Name: Was macht das Sattental klimafit?
Thema: Baumartenwahl
Baumarten: Andere Baumarten
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Birke (Betula sp.)
Fichte (Picea abies)
Tanne (Abies alba)
Kiefer (Pinus sp.)
Cookies
Wir verwenden Cookies, um für Sie die Nutzung der Website zur erleichtern und die Qualität der Website zu erhöhen. Für eine uneingeschränkte Nutzung der Website sind Cookies notwendig. Weiteres erstellen wir anonymisierte Statistiken, um unsere Website weiter zu verbessern. Mehr Informationen finden Sei hier in der Datenschutzerklärung.